Möbelmesse Ich habe einen Traum

Die diesjährige Möbelmesse hat eine Botschaft: Alle kommen zusammen. Zu diesem Zweck gibt es riesige Esstische für sechs und mehr Personen oder Lümmel-Sofas in 2,50 Meter Länge. Auch Schlafzimmer sind nicht mehr zum Gähnen.

Köln - Schlafzimmer sollen nach den Vorstellungen der Möbelhersteller ab sofort nicht mehr nur zum Gähnen sein. Auf der in Köln eröffneten weltweit größten Möbelmesse präsentiert die Branche unter dem Motto "World of Dreams" mal schlicht-puritanische, mal durchaus königliche Schlafmöbel.

Hübsch ein lilafarbenes Doppelbett mit einem Kopfende in Kronenform, bei dem sich die majestätischen Träume vermutlich ganz von selbst einstellen. Ausgefallen auch ein rundes Bett mit integriertem Bord im Kopfteil und einem passenden halbrunden Trolley auf Rädern, der mit Schlummertrunk oder Lieblings-Krimi rund um die Schlafstätte gefahren werden kann.

"In" sind auch Ruhemöbel, die gleich von mehreren Herstellern vorgestellt werden und die sich im Handumdrehen in ein einladendes Sofa oder ein bequemes Gästebett verwandeln lassen. "So können Sie Ihren Gästen auch dann eine hochwertige Schlafgelegenheit bieten, wenn ihre Wohnung für ein Gästezimmer nicht groß genug ist", heißt es in einem Prospekt.

So geht's zu auf der Möbelmesse: Lieber unförmig als uniform und Hauptsache fläzen

So geht's zu auf der Möbelmesse: Lieber unförmig als uniform und Hauptsache fläzen

Foto: DDP
Möbel verbinden: Platz satt, zum Beispiel für Besucher

Möbel verbinden: Platz satt, zum Beispiel für Besucher

Foto: DPA
Ausgefallen, aber schlicht: Die Formensprache geht weg vom Rüschigen

Ausgefallen, aber schlicht: Die Formensprache geht weg vom Rüschigen

Foto: DDP
Nicht fürs traute Heim: Auch die Kölner Messehallen selbst bieten diverse Ruhemöbel

Nicht fürs traute Heim: Auch die Kölner Messehallen selbst bieten diverse Ruhemöbel

Foto: DDP
Der Sessel, das klassische Ruhemöbel: Entweder gemütlich mit Kissenriffelung ...

Der Sessel, das klassische Ruhemöbel: Entweder gemütlich mit Kissenriffelung ...

Foto: DPA
... oder formal ganz streng


... oder formal ganz streng

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Auffallend viele Möbel auf der bis zum 25. Januar dauernden Messe sind für den Besuch gemacht und gedacht. "Die Deutschen öffnen ihre Türen, soziale Kontakte und Treffen auch in den eigenen vier Wänden stehen wieder hoch im Kurs", sagt Günther Härtl, der Präsident vom Bundesverband des Deutschen Einrichtungsfachhandels zum Auftakt der Messe.

"Home-Cooking" und anschließend abhängen

Die in Köln gezeigten Esstische sind deshalb häufig ausladend, mindestens sechs Stühle passen drumherum. "Home-Cooking" scheint angesagt, vielleicht auch, um den euroteuren Essen in der Gastronomie Paroli zu bieten, meinen Experten. Wer nach dem Speisen zu Hause gemütlich mit Freunden "abhängen" möchte, findet in Köln auch die dazu passenden Megasofas mit mindestens 2,50 Meter Länge und einem Meter Tiefe zum Kuscheln.

Bei den Farben für Sessel und Sofas dominieren Rot- und Erdtöne. Sessel gibt's in geschwungenen "Wohlfühl-Formen", die nach einem stressigen Arbeitstag Entspannung bieten. Manche der Sitzmöbel erinnern an geöffnete Muscheln, andere, mit hochgezogenen Rücken- und Seitenteilen, an aufgeschnittene Champagnergläser, in die man eintauchen möchte.

Nicht zu übersehen ist in der neuen Möbelwelt der Trend zum Flexiblen und Funktionalen. Komplizierte und verspielte Formen dagegen sind passé. Die allermeisten Hersteller setzen auf klare Linien und ausgefallenes, zugleich schlichtes Design. Über allem steht allerdings nach den Worten von Verbandschef Härtl "die individuelle Wohlfühl-Atmosphäre". Dazu passen Bezugsstoffe aus Wolle, Leinen, Baumwolle und Flachs, und auch Wollfilz ist ein Trendthema. An der Internationalen Möbelmesse beteiligen sich knapp 1.400 Aussteller aus 50 Ländern.

Andreas Rehnolt, AP

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