Badezimmer "Die Produkte kommen zum Menschen - und nicht umgekehrt"

Sensorgesteuerte Armaturen, unterfahrbare Waschbecken, drehbare Spiegelschränke: Für Menschen mit kleinen Zipperlein oder Behinderungen müssen Bäder kein Ärgernis sein. Nun hat ein Einrichter seine neuen Interpretationen der barrierefreien Nasszelle vorgestellt.

Hamburg - Neun große schwarze Kugeln hängen von der Decke. Sie sollen die Ausstellungsbesucher zum Sehen, Lauschen, Riechen, Fühlen und Schmecken einladen. Eine der Kugeln enthält einen Lautsprecher, aus dem auf Knopfdruck ein Gedicht ertönt, in einer anderen ist eine kleine Tänzerin zu bewundern, und in einer dritten kann man - kein Scherz - Toilettenpapier abstempeln. Seltsam, denkt sich der Besucher.

"berührungsPUNKTE" heißt dieses Ereignis, zu dem der Badeinrichter Keuco ins Hamburger Ausstattungshaus Stilwerk geladen hat. Zusammen mit den Unternehmen FSB (Türklinken) und Gira (Elektroinstallationen) wollen Keuco-Vertreter an diesem Tag ihre Interpretationen vom barrierefreien Bad veranschaulichen.

"Bei barrierefreien Bädern kommt vielen Menschen wohl sofort die Assoziation mit gebrechlichen Senioren", sagt Marketingexpertin Birgit Munz von Keuco. "Doch wir werben dafür, dass auch schon jüngere Menschen und besonders Familien eine Badplanung machen, die sich auf mögliche Wehwechen oder Behinderungen beim Menschen einstellt". Ihre Nasszellen, so die Initiatoren der Veranstaltung, sollen "unabhängig von Altersgruppen und Zielgruppen universell nutzbar, universell funktionell und universell ästhetisch" sein.



Impressionen von barrierefreien Bädern: Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.



Für ihre Produkte haben die Hersteller den Leitspruch ausgegeben: "Sie kommen zum Menschen - und nicht umgekehrt". Dafür stehen zum Beispiel unterfahrbare Waschbecken und drehbare Spiegelschränke. Quasi behindertengerecht sind auch die ausgestellten, sensorgesteuerten Armaturen, Handtuchhalter, die gleichzeitig Stützhilfe sind, klappbare Duschsitze und die Brauseköpfe, die auf Knopfdruck langsam herunterfahren.

Nur, fragt sich der Betrachter bei der Dia-Präsentation, warum in aller Welt, sind diese Bäder entweder im Höhlencharakter (dunkle Fliesen, dunkle Böden) gehalten oder in steril-kalter Atmosphäre? Einzig die so genannte "entrückte Raumatmosphäre" - ein Bad mit aquamariner Farbgebung und einer virtuellen Unterwasseranimation hinter einer Glasfront - stößt auf Zustimmung bei einigen der Zuschauer.

Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich vortrefflich streiten.

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