Möglicher Porsche-Börsengang Volkswagen-Aktien profitieren von Gerüchten

Die Papiere des Volkswagen-Konzerns legen nach einem Bericht über den voranschreitenden Börsengang der Sportwagentochter Porsche deutlich zu. Eine Entscheidung ist aber nach wie vor noch nicht getroffen worden.
Fährt Porsche an die Börse? Die Familien Porsche und Piëch wollen die Mehrheit an dem Sportwagenbauer zurück

Fährt Porsche an die Börse? Die Familien Porsche und Piëch wollen die Mehrheit an dem Sportwagenbauer zurück

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JAVIER ROJAS / imago images/ZUMA Wire

Die Aktien aus dem Volkswagen-Konzern sind am Dienstagnachmittag wegen eines Berichts über den voranschreitenden Börsengang der Sportwagentochter Porsche deutlich angesprungen. Die hinter der Holding stehenden Eignerfamilien Porsche und Piëch wollten bei einem möglichen Börsengang der VW-Sportwagentochter Porsche AG ein nennenswertes Aktienpaket an Porsche kaufen, berichtete das "Handelsblatt " am Dienstag mit Verweis auf Unternehmenskreise. Um das zu finanzieren, prüften sie einen Verkauf von Teilen ihrer VW-Beteiligung.

Die im Dax notierten VW-Vorzugsaktien  verstärkten ihre jüngste Erholung mit einem Kurssprung um bis zu 8,6 Prozent. Die Papiere der Konzernholding Porsche SE , die neuerdings auch im Dax gelistet sind, zogen um 8,5 Prozent an. Beide Aktien liegen damit aber noch deutlich unter ihren Hochs in diesem Jahr.

Die Familien Porsche und Piëch haben ihre Stimmrechtsmehrheit am VW-Konzern in der Dachholding Porsche SE gebündelt - nicht zu verwechseln mit dem Sportwagenbauer selbst, der Porsche AG. Die Porsche SE hält 53,3 Prozent der Stammaktien bei VW. Denkbar sei der Zeitung zufolge sogar, dass die Familien die Mehrheit an VW abgeben könnten – sie dürften in dem Fall aber vor dem Land Niedersachsen (20 Prozent) größter Aktionär bleiben. Wie manager magazin aus Unternehmenskreisen erfuhr, wollen die Familien die Mehrheit der VW-Anteile allerdings auf keinen Fall abgeben .

Dass die Porsche AG an die Börse soll, hatte manager magazin bereits im Frühjahr berichtet . Die Familienchefs Wolfgang Porsche (78) und Hans Michel Piëch (79) wollen die Mehrheit an dem Sportwagenbauer von Volkswagen zurück, da sie derzeit kaum Einfluss auf das Unternehmen haben. Im Zuge des Übernahmekampfs zwischen Porsche und Volkswagen zur Zeit der Finanzkrise 2008/2009 mussten sie die Mehrheit an VW abgeben, erhielten im Gegenzug aber eine Mehrheit am Wolfsburger Konzerngebilde.

Ein Sprecher der Familien bezeichnete die Informationen des "Handelsblatt" als "reine Spekulation". Der VW-Konzern war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Nach Informationen von manager magazin ist eine Entscheidung nach wie vor nicht gefallen.

mg/dpa-afx
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