Startgeld für Golfprofi Warum Tiger Woods ein 800-Millionen-Dollar-Angebot der Saudis ablehnte

Geld spielt keine Rolle: Mit Millionenaufwand versucht der saudische Prinz bin Salman, prominente Golfprofis für seine umstrittene LIV-Golftour zu gewinnen. Doch der einst weltbeste Golfer Tiger Woods lässt sich nicht kaufen – trotz eines schier unvorstellbaren Angebotes.
Golfprofi Tiger Woods: 800 Millionen Dollar Antrittsgeld? Ach nö. Lass mal stecken, Prinz Salman

Golfprofi Tiger Woods: 800 Millionen Dollar Antrittsgeld? Ach nö. Lass mal stecken, Prinz Salman

Foto: TANNEN MAURY / EPA

Tiger Woods, einer der erfolgreichsten und bekanntesten Golfer der Welt, scheint inzwischen immun gegen hohe Summen. Woods seien zwischen 700 und 800 Millionen Dollar Startgeld angeboten worden, falls er sich dafür entscheide, an der vom saudi-arabischen Staatsfonds finanzierten LIV-Golftour teilzunehmen. Dies bestätigte Greg Norman, CEO der LIV Tour, am Montag in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News .

"Das Angebot war so hoch, dass es Dir den Verstand rauben kann", sagte Norman. "Wir reden hier von einem Angebot mit neun Nullen - und die erste Zahl ist deutlich höher als 5."

Doch Woods lehnte das Angebot ab. Für diese Entscheidung gibt es zwei Gründe: Woods hat während seiner Golfprofi-Karriere bereits genug Geld verdient. Sein Vermögen wird vom US-Magazin "Forbes" auf rund 1 Milliarde Dollar geschätzt. 13 Jahre lang war Woods die Nr. 1 der Golfwelt und hat sich in dieser Zeit mehr als 100 Millionen Dollar Preisgeld erspielt – plus ein Vielfaches an Werbeeinnahmen. Und er hat nach vielen erfolgreichen Jahren auf der traditionellen US-Golftour PGA offenbar keine Lust, sich nun von den Saudis für die Konkurrenzveranstaltung kaufen zu lassen.

Seinen Kollegen gab er am Rande der British Open noch einen öffentlichkeitswirksamen Rat mit auf den Weg: Wer sich für die extrem hoch dotierte LIV-Tour der Saudis entscheide, wende sich zugleich von der PGA-Tour ab – dem Wettbewerb, der jeden Golfer bis dato groß gemacht habe, so Woods.

Imagepflege mithilfe des saudischen Staatsfonds

Die LIV-Tour ist ein Prestigeprojekt des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der Wettbewerb wird durch den saudischen Staatsfonds PIF finanziert, der mit einem Volumen von rund 620 Milliarden Dollar derzeit der zweitgrößte Staatsfonds der Welt ist, hinter dem Staatsfonds aus Norwegen.

Kronprinz bin Salman ist Chairman des saudischen Staatsfonds, der zum "Investitionskraftwerk für innovative Unternehmen weltweit" werden soll. Seit dem Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Kashoggi 2018 in der saudischen Botschaft in Istanbul bemüht sich bin Salman auf verschiedenen Ebenen, sein Image aufzubessern. Die weltweite LIV-Tour für Golfprofis, die pro Station 25 Millionen Dollar Preisgeld an die Teilnehmer ausschüttet, gehört dazu. Im kommenden Jahr sind 14 Events während der LIV-Tour geplant.

25 Millionen Dollar Preisgeld – auf jeder einzelnen Station der Tour

Doch obwohl der finanzielle Einsatz fast unbegrenzt ist, haben sich bislang nur wenige prominente Golfprofis der LIV-Tour angeschlossen. Der US-Golfprofi und zweifache Major-Sieger Dustin Johnson ist der einzige Golfprofi aus den weltweiten Top 20, die sich der LIV-Tour angeschlossen haben und daher von der PGA-Tour ausgeschlossen sind.

Johnson soll laut Medienberichten rund 150 Millionen Dollar Antrittsprämie von Saudi-Arabien kassiert haben. Sein Kollege Phil Mickelson kassierte laut Medienberichten rund 200 Millionen Dollar Startgeld. Der Schwede Henrik Stenson, der eigentlich das europäische Ryders Cup Team als Kapitän in das nächste Duell mit der US-Mannschaft führen sollte, verlor dieses Amt durch seinen Wechsel in die umstrittene LIV-Liga.

LIV-CEO Greg Norman kann sich die Ablehnung der neuen Golf-Serie angeblich nicht erklären. Ihm sei daran gelegen, neben seinem Einkommen auch die Zahl der Freunde des Golfsports zu vermehren – und dafür sei die neue weltweite Golftour eine gute Gelegenheit. Eine Gelegenheit, die Zahl der Einkommensmillionäre zu mehren, ist die Tour mit Blick auf die Reserven des saudischen Staatsfonds allemal.

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