Antriebstochter geht an US-Investor Siemens verkauft Flender für zwei Milliarden Euro an Carlyle

Jetzt doch kein Börsengang: Der US-Finanzinvestor schnappt sich die Getriebe-Tochter Flender von Siemens. Carlyle habe den Beschäftigten des Spezialisten für Windkraftanlagen verlässliche Zusagen gemacht, heißt es.
Arbeiten an einer Windkraftanlage im nordfriesischen Ellhöft

Arbeiten an einer Windkraftanlage im nordfriesischen Ellhöft

Foto: DPA/ REpower

Der Technologiekonzern Siemens verkauft seine Antriebstochter Flender an den US-Investor Carlyle. Der Preis liege bei 2,025 Milliarden Euro, teilte Siemens am Donnerstag mit. Der Merger soll im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein und steht unter anderem unter Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben. Carlyle habe mit Siemens langfristige und verlässliche Zusagen für Flender und seine Mitarbeiter vereinbart, hieß es.

Siemens hatte im Mai eine mögliche Abspaltung von Flender und eine Börsennotierung öffentlich gemacht. Vor wenigen Tagen hatte Bloomberg darüber berichtet, das der US-Investor für die Siemens-Tochter das beste Angebot abgegeben habe. Der Bericht blieb unkommentiert. Anfang August hatte Firmenchef Joe Kaeser (63) gesagt, das Management verschließe sich aber auch anderen Möglichkeiten nicht.

Flender war 2005 vom damaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld (62) für rund 1,2 Milliarden Euro in den Konzern geholt worden. Das Bocholter Unternehmen ist auf die Herstellung von Getrieben für die Windkraftindustrie spezialisiert, erst kürzlich wurde der Bereich Siemens Wind Energy integriert . Der Getriebespezialist ist Teil des Siemens-Bereichs "Portfolio Companies" mit einem Umsatz von circa zwei Milliarden Euro und 8500 Mitarbeitern.

Für die Münchener ist der Verkauf ein weiterer von vielen Schritten in der zunehmenden Konzentration auf Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Automatisierung und Infrastruktur. Zuletzt hatte Siemens Ende September die Energiesparte abgespalten und an die Börse gebracht.

rei/dpa-afx
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