Bundesweiter Boom Zahl der E-Bike-Fahrer binnen fünf Jahren verdreifacht

Elektrische Fahrräder bescheren der Fahrradbranche seit Jahren hohe Wachstumsraten, die Corona-Krise hat dem Boom im ersten Halbjahr einen weiteren Schub verpasst. Wer in Deutschland elektrisch radelt, zeigen neue Umfragen.
Pedelecs der Firma Brose: Die E-Bike-Branche boomt

Pedelecs der Firma Brose: Die E-Bike-Branche boomt

Foto: www.brose-ebike.com / pd-f

Elektrofahrräder werden in Deutschland immer beliebter. Die Zahl der privaten Haushalte, die mindestens ein E-Bike besitzen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast verdreifacht, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Demnach stand zu Beginn dieses Jahres in 4,3 Millionen Haushalten hierzulande mindestens ein E-Bike - Anfang 2015 waren es noch 1,5 Millionen Haushalte.

Vor allem bei älteren Menschen seien E-Bikes beliebt, so die Wiesbadener Statistiker. Haushalte, deren Hauptverdiener zwischen 65 und 69 Jahren alt war, besaßen mit 16 Prozent am häufigsten Elektrofahrräder. Bei Haushalten mit Hauptverdienern zwischen 55 bis 64 Jahren sowie von 70 bis 79 Jahren waren es gut 14 Prozent. Hingegen waren es nur 9 Prozent in Haushalten mit einem Hauptverdiener zwischen 45 und 55 Jahren.

Dabei ist Niedersachsen Deutschlands E-Bike-Land Nummer eins. In dem Bundesland besitzen 17,7 Prozent der Einwohner eigenen Angaben zufolge ein E-Fahrrad oder ein Pedelec, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Energieunternehmens Eon hervorgeht. Die repräsentative Studie unter mehr als 6000 Personen in Deutschland ergab, dass im bundesdeutschen Durchschnitt 15,2 Prozent der Menschen ein E-Bike besitzen.

Grafschaft Bentheim radelt elektrisch voraus

Bundesweit radeln die Bürger in der Grafschaft Bentheim allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten elektrisch voraus: Dort, in der Grenzregion zu den Niederlanden, fahren 26,4 Prozent auf einem E-Bike. Stark sind aber auch die Landkreise Wittmund mit einer Quote von 26,0 Prozent und Vechta mit 25,8 Prozent E-Bike-Besitzer, die damit im bundesweiten Ranking auf die Plätze 2 und 3 kommen. Unter den niedersächsischen Kreisen folgt der Landkreis Emsland auf Platz 5 mit 25,1 Prozent, der Kreis Cloppenburg steht mit 23,9 Prozent auf Platz 11, gefolgt von Aurich mit 23,1 Prozent auf Platz 12. Die kreisfreie Stadt Delmenhorst schafft es mit einer Quote von 22,3 Prozent auf Platz 17, der Landkreis Ammerland mit 22,2 Prozent auf Platz 19, zusammen mit dem Kreis Euskirchen (NRW).

Bei den Vielfahrern steht wiederum Bremen auf dem deutschlandweiten Siegerpodest: In dem Zwei-Städte-Land fahren 30,8 Prozent der elektrisch unterstützten Radler 200 Kilometer und mehr im Monat. In Niedersachsen sind es 20,0 Prozent, was das Land in dieser Kategorie auf Platz 5 bringt. Im Bundesdurchschnitt sind es 18,1 Prozent.

E-Bikes treiben die Fahrradbranche seit Jahren an mit teils zweistelligen Wachstumsraten beim Absatz. In der Corona-Krise, die der Radbranche kräftig Schwung verlieh, verkauften sich Elektrofahrräder erneut gut. Ihr Absatz stieg im ersten Halbjahr um mehr als 15 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, berichtete kürzlich der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV).

cs/dpa-afx
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