Luxusuhren Im tiefen Tal

Die Schweizer Exporte sind dramatisch eingebrochen - das Minus von 16 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 ist der stärkste je festgestellte Rückgang. Allen voran hat die Uhrenindustrie Grund zum Klagen: Um fast ein Viertel brachen ihre Zahlen ein. In Krisenzeiten sind besonders die Luxusuhren immer weniger gefragt.

Zürich/Bern - Luxusuhren aus der Schweiz finden angesichts der Wirtschaftskrise immer weniger Abnehmer. Im ersten Halbjahr verzeichnete der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie den stärksten Exporteinbruch seit rund 20 Jahren.

Das Exportvolumen sank um mehr als ein Viertel auf 6,1 Milliarden Franken (vier Milliarden Euro), wie der Verband am Dienstag mitteilte. Schwindende Vermögen und die schlechte Wirtschaftslage dämpften die Ausgabefreude der Konsumenten, so dass sich der Rückgang der Ausfuhren 2009 von Monat zu Monat verschärfte und im Juni mit 31,9 Prozent einen Tiefststand erreichte.

Besonders schlecht verkauften sich Uhren der Preisklasse über 500 Franken. Zulegen konnten dagegen die Zeitmesser im Segment von 200 bis 500 Franken. Viele Kunden dürften sich statt Nobel-Marken wie Rolex mit günstigeren Marken wie Tissot begnügt haben. Dieser Trend dürfte dem Tissot-Hersteller Swatch Group  helfen, der das ganze Preisspektrum abdeckt.

Schweizer Exporte brechen dramatisch ein

Konkurrent Richemont  konzentriert sich mit Marken wie IWC dagegen auf die obere Preisklasse. An der Schweizer Börse legten denn auch die Swatch-Aktien um 0,6 Prozent zu, während Richemont um knapp ein Prozent nachgaben. Bei den Uhrenexporten könnte der Tiefpunkt nun aber erreicht sein, urteilten die Branchenexperten der Zürcher Kantonalbank.

Auch der am Dienstag veröffentlichte Zwischenbericht des französischen Luxusgüterherstellers Hermes  liefere Anzeichen einer Erholung. Gestützt von einem starken Lederwarenbereich wuchs der Umsatz von Hermes im zweiten Quartal organisch, nachdem das Geschäft im Vorquartal noch geschrumpft war.

Insgesamt sind die Schweizer Exporte im ersten Halbjahr 2009 dramatisch eingebrochen. Sie gingen um fast 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück - der stärkste je festgestellte Rückgang in einem Halbjahr, wie die Zollverwaltung am Dienstag mitteilte. Allein im Juni gingen die Exporte um 20,4 Prozent auf knapp 15 Milliarden Franken (9,8 Milliarden Euro) zurück. Dabei wiesen alle Exportbranchen ein Minus auf, sechs von zehn erlitten einen Rückgang zwischen 20 und 40 Prozent. Besonders hart getroffen wurde im Juni neben der Uhrenindustrie erneut die Metallindustrie mit einem Minus von 38,7 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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