Flugzeugkomfort Die Zukunft der Business-Class

Ledersitze mit Massagefunktion, die sich per Knopfdruck zum Flugzeugbett umwandeln lassen, Entertainmentsysteme mit Großbildschirm und Cockpitansicht, exklusive Lounges mit Minibar und Kaffeevollautomat. In Hamburg zeigen die Flugzeugausstatter derzeit, was Passagiere in den nächsten Jahren erwartet.

Hamburg - Besser, leichter, luxuriöser war auch in diesem Jahr wieder das Motto auf der Aircraft Interior Expo, der Messe für Flugzeugausstatter in Hamburg. Doch auch wenn sich gewohnt viele Aussteller in Hamburg tummelten: Die Krise, die die Airlines erfasst hat, ist auch bei den Ausstellern angekommen.

"Die Zahl der Business-Passagiere schrumpft", räumt Airbus- Ausstattungsexperte Bob Lange ein. Technologiechef Bernhard Conrad von Lufthansa Technik gibt zu bedenken: "Es gibt immer auch eine Zeit nach der Krise, und die muss man im Blick behalten."

Auch der Klimawandel und der - mittlerweile zwar wieder gesunkene -Ölpreis wirken sich weiter auf die Innenausbauten der Flugzeuge aus. Effizienter, flexibler und leichter ist das Motto bei den meisten Ausbauelementen - bei steigendem Komfort.

"Langstreckenflüge wurden lange als Zeitverschwendung empfunden. Davon kommen wir weg", bringt es Klaus Röwe, Vizepräsident Cabin and Cargo von Airbus auf den Punkt. "Alles das, was die Menschen zu Hause und aus der Tasche nutzen können, wollen sie auch im Flieger machen. Wenn sie schlafen wollen, wollen sie auch im Flieger schlafen, wenn sie arbeiten, wollen sie auch im Flieger arbeiten, und wenn sie Freizeit haben, wollen sie die nutzen wie zu Hause. Und das wollen wir liefern."

Immer mehr aus einer Hand

Vor allem bequeme Schlafmöglichkeiten werden immer wichtiger: "Das fängt in der Business-Class an und geht dann weiter, sagt Lufthansa-Technik-Experte Conrad. Immer mehr Anbieter haben daher Sessel im Angebot, die sich zu völlig flachen Betten ausklappen lassen. Damit das nicht unter der Nase des Sitznachbarn geschieht, liefern viele Hersteller die nötige und möglichst edle Abschottung gleich mit.

Der Trend bei der Flugzeuginnenausstattung geht dabei zu immer größeren Modulen: Die Zahl der Einzelverträge, die die Flugzeugbauer mit einzelnen Zulieferern abschließen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, wie Airbus-Vize Röwe erläutert. Es kommt immer mehr aus einer Hand.

Auch das Thema Vernetzung und Entertainment wird im Flugzeug immer wichtiger: Neben Anschlüssen für iPod und Co. kommen auch immer neuere und bessere Entertainmentsysteme auf den Markt. So stellte Lufthansa Technik in Hamburg ein neues Fluginformationssystem vor, das für den Passagier einen Blick aus dem Cockpit simuliert.

Und auch kostenloser Zugang zum Internet ist nach den Worten von Airbus-Experte Lange in der Branche derzeit ein Thema. "Wenn jemand bei Starbucks umsonst WiFi nutzen kann, ist es schwer vermittelbar, dass er im Flieger dafür zahlen muss."

Auf der Aircraft Interior Expo in Hamburg präsentieren Aussteller aus 25 Nationen noch bis zum 2. April ihre Innovationen für die Flugzeugkabine.

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