A. Lange und Söhne Zeit für Luxus

Rund 5000 Uhren fertigt der sächsische Traditionshersteller A. Lange und Söhne jährlich, sämtlich in Handarbeit. Je nach Modell kosten die Chronometer bis zu 400.000 Euro - und die Auftragsbücher sind trotz Wirtschaftskrise gut gefüllt.

Glashütte - Der traditionsreiche sächsische Luxusuhrenhersteller A. Lange und Söhne aus Glashütte setzt mit neuen Produkten auch in der Krise weiter auf zahlungskräftige Kunden. "Wir sind zuversichtlich, die derzeitige aufgrund der Finanzkrise schwierige Lage gut zu überstehen", sagt Unternehmenssprecher Arnd Einhorn. "Wir spüren eine gewisse Kaufzurückhaltung, sehen uns aber gut gewappnet." In dem 1845 von Ferdinand Adolph Lange gegründeten Unternehmen, das nach der Wende in der DDR 1990 neu entstand, werden in Handarbeit jährlich rund 5000 Armbanduhren gefertigt.

Lange und Söhne bewege sich in einem Nischenmarkt. Bei Preisen zwischen 12.500 bis 400.000 Euro je nach Modell wird eine kleine, überschaubare Käufergruppe angesprochen. "Unsere Kunden schätzen Understatement und sehen in einer Uhr kein Statussymbol", behauptet Einhorn - auch wenn das angesichts der Preise schwer zu glauben ist.

Hinter einem schlichten Design versteckten sich im Inneren technische Raffinessen, die von der Handwerkskunst der Glashütter Uhrmacher zeugten. Es dauere zwischen einem halben und einem Jahr, ehe eine Uhr in den Verkauf gehe: von der Fertigung der Teile über das Verzieren, die Montage und den Testlauf. Derzeit werden Mitarbeiter qualifiziert, um künftig Modelle mit kompliziertesten technischen Ansprüchen zu fertigen.

"Mit innovativen und werthaltigen Produkten können am wirksamsten Kaufinteressenten gewonnen werden", sagte Einhorn. Rund 80 Prozent der Uhren gehen ins Ausland. Angeboten werden sie in drei firmeneigenen Geschäften in Dresden, Schanghai und Tokio sowie an rund 200 Verkaufsstellen weltweit. "Wir wollen neue Märkte erschließen", betonte Einhorn. Langfristige Wachstumspotenziale werden unter anderem in Indien und in China gesehen.

"Pour le Mérite" ist schon ausverkauft

Sehr erfreulich sei die große Resonanz auf das gerade erst beim Genfer Uhrensalon vorgestellte Modell Richard Lange "Pour le Mérite", sagte Einhorn. Die Uhr bestehe aus 279 Teilen - darunter eine 18 Zentimeter lange Kette, die mit für den Antrieb sorgt. Sie allein verfüge über winzigste 636 Kettenglieder. "Das Modell wurde gut angenommen und ist bereits ausverkauft", sagte er. 250 dieser Zeitmesser werden in den kommenden Monaten gefertigt, zum Stückpreis von 98.000 Euro. "Die Nachfrage hat uns sehr gefreut."

Das sächsische Unternehmen gehört heute zum Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont  (Van Cleef & Arpels, Alfred Dunhill, Montblanc und Cartier sowie die Uhrenmarken Jaeger-LeCoultre, Baume & Mercier, IWC, Vacheron Constantin und Officine Panerai). Gegründet wurde das Unternehmen von dem Uhrmacher Ferdinand Adolph Lange 1845 in dem Bergbaustädtchen Glashütte im Erzgebirge. 1868 wird sein Sohn Mitinhaber: die Firma heißt seitdem A. Lange und Söhne.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Familienunternehmen enteignet, die Marke erlosch. Mit der Wende kehrte der heute fast 85-jährige Walter Lange, Nachfahre des Firmengründers, nach Glashütte zurück und meldete die Marke erneut an.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Fotostrecke: Die Luxusuhren von A. Lange und Söhne

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.