Heimkino Die Messlattenverschieber

Wer es richtig ernst meint mit einem Kino in den eigenen vier Wänden, der sollte sich mit JBL Synthesis beschäftigen. Die US-Profis arbeiten am oberen Ende der Skala und kombinieren Lautsprechersysteme und Bildtechnik vom Feinsten. Das High-End-Erlebnis kann dann allerdings auch schon mal eine Million Euro kosten.
Von Cai Brockmann

Um einen ordentlichen Batzen Geld unter die Leute zu bringen, gibt es viele Möglichkeiten. Eine der schönsten Optionen – für viele die schönste überhaupt – ist ein Kino in den eigenen vier Wänden. In "Moviehome" sind etliche solcher Installationen zu entdecken, zumeist in Eigenregie und mit enormem Zeitaufwand entstanden und in jedem Fall ein großartiges Erlebnis für Betreiber wie Besucher.

Um solche Eindrücke noch toppen zu können, lohnt der Blick in den Fernen Westen. Denn eines gilt immer noch: Niemand kennt die Verführungskraft des Kinos besser, niemand inszeniert große Bilder plus satten Sound mitreißender als die US-Amerikaner – von Hollywood über Las Vegas bis zum Broadway.

Das ultimative Showbusiness findet seit einem Jahrhundert in den Staaten statt – und „das Kino“ in allen Ausformungen natürlich mittenmang. Kein Wunder also, dass es in Nordamerika auch vor tollen Home Cinemas nur so wimmelt. Doch allmählich entdeckt auch good old Europe die Kombination aus "big screen" und "big sound", um zu Hause "damned good fun stuff" zu haben. Und es setzt sich die Einsicht durch, dass es unbedingt lohnt, für erstklassige Qualität auch ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen.

Mal angenommen, Ihr neues Heimkino soll genauso bequem – und mitreißend – wie das beste öffentliche Lichtspielhaus sein, doch Sie haben weder genug Zeit noch Lust und Laune, sich bis ins allerkleinste Detail mit der komplexen Technik auseinanderzusetzen. Dann schlägt spätestens jetzt die Stunde der Vollprofis.

Erfahrene Experten kennen alle Tricks und Kniffs – und haben bis zur privaten Kinopremiere auch die komplette Programmierung erledigt. Denn kein Gast – und auch der verständnisvollste Partner nicht – findet es klasse, wenn im Vorprogramm oder gar während des Films ständig an irgendwelchen Einstellungen herumgedoktert wird. Denn all das lässt sich doch bequem vorab regeln und pegeln – behauptet Hartmut Bayer, Repräsentant von Genesis Technology Deutschland. Und drückt ein einziges Knöpfchen.

Das, was jetzt vollautomatisch abläuft, weist den Mann als einen solchen gesuchten Experten aus. Hartmut Bayer betreut nämlich auch die Kinokonzepte von JBL Synthesis. Darunter darf man sich das perfekte Zusammenspiel von Lautsprechersystemen und passender Elektronik mitsamt Bild- und Lichtsteuerung vorstellen – und zwar weit jenseits des üblichen Mittelmaßes: JBL Synthesis steht für Kinospaß der obersten und allerobersten Liga. Wie man jetzt unmissverständlich sehen, hören und spüren kann.

Hartmut Bayer gibt gerne zu, dass es durchaus ein paar Tage dauern kann, bis ein Synthesis-Privatkino fix und fertig installiert und auch das letzte Detail einprogrammiert ist. Klar ist zudem, dass ein solches Konzept nicht unbedingt die notorische Knapp-bei-Kasse-Fraktion anspricht. Allerdings ist das Ergebnis auch schlichtweg überwältigend, es spricht quasi für sich. Oder besser: Es spricht und brüllt und flüstert, es brodelt, bollert, knallt und zischt, dass es die reine Freude ist. Dazu passend wird ein sagenhaftes Bild serviert – ein Fest in Glanz und Schwarz und Luminanz, dramatisch gut und pickelscharf.

Erbarmungslose Subwoofer

Erbarmungslose Subwoofer

Kurzum, das hier ist ein rundum gelungenes Kino-Erlebnis wie nicht von dieser Welt. Und in solchen Momenten leuchtet auch der Name dieses fantastischen Kinos unmittelbar ein: Hercules – genauer: JBL Synthesis Everest Hercules. Es lohnt sich, den etwas länglichen Namen ein wenig intensiver zu betrachten.

Das Kürzel JBL geht auf den Gründer James B. Lansing zurück. Längst ist JBL eine der bekanntesten Lautsprechermarken weltweit. Die US-Amerikaner genießen einen Ruf wie Donnerhall, quer durch alle nur denkbaren Sparten und in jedem Format. JBL wird überall eingesetzt: auf der Bühne, im Tonstudio und unter Beschallungsprofis, in der Lieblingskneipe unter der Decke, im angesagten Club überm Dancefloor und als Lautsprechergebirge in Woodstock. Und in zahllosen Kinos, ob nun in Saal 1 oder in der kleinen privaten Heimkino-Kammer.

Synthesis steht, wie schon erwähnt, für das perfekte Zusammenspiel von Lautsprechern und Elektronik und verquickt Profitechnik mit Heimkino-Anspruch. Im konkreten Fall kommt aber noch ein stolzes „Everest“ hinzu. Dieser Name ist traditionsgemäß den absoluten Nonplusultra-Projekten des Hauses vorbehalten. Nur alle Jubeljahre realisiert JBL ein neues Everest-Projekt, dann aber mit unfassbarem Aufwand und unlimitiertem Budget.

Das ist die Zeit, in der sich die High-End-Spezialisten der „home division“ wieder mit den hartgesottenen Jungs der „professional division“ verbünden und eine sensationelle Mixtur aus bahnbrechender Technik und legendärer Standfestigkeit zusammenbrauen. Abschließend lassen sie es natürlich ordentlich krachen. Und flüstern. Und brüllen, brodeln, bollern – einer Everest ist’s vollkommen wurscht: JBL garantiert bestmögliche Klangqualität für absolut jeden akustischen Fall.

Leckerbissen für liquide Gourmets

Pünktlich zum 60. Geburtstag der Firma präsentierte JBL vor knapp zwei Jahren die Everest DD66000 – ein Traum für Kinofans und Audiophile gleichermaßen. Aber auch die JBL-Abteilung Synthesis rieb sich die Hände und konzipierte um die neuen Topmodelle umgehend ein ganzes Kino herum – als Leckerbissen für besonders liquide Gourmets, versteht sich.

Ein paar Worte zur Technik des Hercules-Kinos: Drei der sündteuren JBL Everests bedienen die Frontkanäle, wobei der Center durch die vierfach maskierbare, über vier Meter breite Perforations-Leinwand hindurch strahlt. Für alle anderen Kanäle werden insgesamt sechs spielfreudige Typen der Serie SK2-1000 eingesetzt. Um aber vom, na ja: "schlichten" Everest zum göttergleichen Hercules aufzusteigen, spendiert JBL noch ein paar besonders erbarmungslose Subwoofer: Insgesamt sechs Tieftonboliden kümmern sich her(t)zallerliebst um die langwelligen Frequenzen im massierten LFE-Einsatz.

Hartmut Bayer spricht angesichts der nochmals drastisch gesteigerten Basspower von „supercharged“ – und verweist auf die wahrlich imposante Systempotenz. An diesem Konzept ist eine ganze Armada von Profiverstärkern beteiligt, die im Bedarfsfall rund zehn Kilowatt unverzerrte Leistung bereithält, um die quadratmeterweise verbauten Schallwandler cool bis ultimo ausreizen zu können. Und ganz ehrlich: 10.000 gut klingende Watt genügen auch in sehr großen Räumlichkeiten und bei extremen Pegeln den gierigsten Ansprüchen. So sind mit Hercules mühelos 130 Dezibel auf jedem Sitzplatz realisierbar, wenngleich in der Praxis nie nötig. Drücken wir’s einfach mal so aus: Alles ist möglich.

Auf Knopfdruck kommt der Eismann

Auf Knopfdruck kommt der Eismann

Doch immense Leistung allein ist auch nicht viel wert. Zur perfekten Abstimmung setzen die Kinoplaner feinste Messtechnik ein, um bestimmte akustische Eigenschaften des Raumes auszugleichen. Die JBL-Elektronik greift hierbei auf die Kompetenz der Konzernschwester Lexicon zurück, stimmt die Parameter aber natürlich besonders präzise auf die angeschlossenen Schallwandler ab.

Und vom "Bildwandler" haben wir auch noch nicht gesprochen. Hier kommt selbstverständlich nur das Allerfeinste in Frage: ein 3-Chip-Projektor in Full-HD-Technik mit automatisch vorklappbarer anamorphotischer Linse. Dieser Monsterbeamer allein repräsentiert den Gegenwert einer üppigst ausgestatteten Luxuslimousine.

Der absolute Clou an Hercules – aber auch an weiteren Systemen der Synthesis-Serie – ist die Zentrale, die Datenverwaltung, neudeutsch: der Multimedia-Server. Er verdient besonderen Applaus, nicht zuletzt, weil auch eine geniale Steuerung dazugehört. Im Prinzip bilden also zwei Komponenten den gemeinsamen Dreh- und Angelpunkt des Systems und ermöglichen einen high-endigen Bedienungskomfort mit Einknopf-Service.

Der schon erwähnte Server stammt von Kaleidescape. Dank modularem Aufbau finden – in der höchsten Ausbaustufe – bis zu 15.000 DVDs auf seinem Speicher Platz, selbstredend unkomprimiert. Das Ding ist überragend betriebssicher – Festplattencrashs oder Abstürze sind de facto unbekannt – und verwöhnt seinen Benutzer dank schlauen Programmen mit höchstem Komfort. So sucht es sich die Originalcover der gespeicherten DVDs automatisch vom eigens betriebenen Kaleidescape-Server und präsentiert sie auf Leinwand und Bedieneroberfläche, gleiches gilt für Metadaten des Films, etwa Besetzungsliste, Filmgenre oder Komponist des Scores. Kaum verwunderlich, dass ein weiterer Knopfdruck artverwandte Filmvorschläge hervorpoppt, oder?

Die gesamte Steuerung des Highend-Servers geschieht über ein bidirektionales Touchscreen-Display von Crestron. Hiermit lassen sich schließlich auch ganze Abläufe bis ins kleinste Detail programmieren und jederzeit wieder abrufen. Es ist der helle, nein, der erhellende Wahnsinn – und es funktioniert tatsächlich auf Knopfdruck: Server plus Dienstprogramm definieren, je nach gewählter DVD, vollautomatisch die richtige Leinwandmaskierung, schieben die Linse vor die Projektoroptik oder auch nicht, fahren das Raumlicht herunter, schalten aufs beste Surround-Tonformat oder klingeln auf Wunsch auch den Eismann ins Kino. Das Beste jedoch ist eine Kleinigkeit, die jeden echten Filmfan begeistert: Die Maschine überspringt automatisch die superlästigen minutenlangen Vorspannsequenzen.

Fotostrecke: Das JBL-Heimkino für High-Ender

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