Dienstag, 20. August 2019

Audemars Piguet Im Tal der Uhren

5. Teil: Höhenflüge und Tiefschläge

Höhenflüge und Tiefschläge

In ihrer mehr als 130-jährigen Geschichte hat die Firma nicht nur Höhenflüge erlebt, ist aber niemals gestrandet. Zuerst war es der Zusammenbruch der New Yorker Börse 1929. Nur zehn Jahre später brach der Zweite Weltkrieg aus.

Danach konzentrierte sich das Unternehmen weiter auf das gehobene Preissegment, was durchaus gewagt war, sich aber letztlich bewährt hatte. Dann überschwemmten in den 70er Jahren Quarz-Armbanduhren den Markt. Sie waren leichter und schnell herzustellen, konnten äußerst billig produziert und auch verkauft werden. "Es war eine sehr, sehr schwere Zeit für alle Manufakturen", sagt Meylan.

Inzwischen kann der Chef von 30 Prozent Wachstum im letzten Jahr berichten. Auch davon, dass man für die Zukunft noch so einiges in der Pipeline habe, denn "Innovation und Wagemut zählen neben der Tradition seit jeher zu unseren wichtigsten Grundwerten".

Zahnräder und Zapfen, Wellen oder Brücken

Dass das Unternehmen mit weltweit mehr als 1000 Mitarbeitern und rund zehn Vertriebsunternehmen weiter wächst, ist schon allein am Stammsitz in Le Brassus zu sehen.

Ein neues Firmengebäude ist im Entstehen. Bruno Mourtalier, der Produktionsdirektor, blickt aus dem Fenster. Nicht weit entfernt steht das teilweise schon fertige Haus, das Anfang nächsten Jahres alle bisherigen Erweiterungsbauten ersetzen soll.

Die Ateliers sind so ausgerichtet, dass die Uhrmacher die besten Lichtverhältnisse haben. Er passt gut in die Landschaft, der neue Bau. Bald schon arbeiten hier alle noch im Ort verstreuten Abteilungen unter einem Dach - übergreifend und aufeinander abgestimmt. Ganz so, wie die Zahnräder, Zapfen, Wellen, Brücken und all das, was das Innenleben einer guten mechanischen Uhr ausmacht.

Frauke Kaberka, dpa

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