Navigationsgeräte Heiß begehrtes Diebesgut

Drei Millionen Navigationsgeräte gibt es in Deutschland. Aber nicht nur ihre Besitzer mögen sie. Immer mehr Routenfinder werden gestohlen. Die Sorglosigkeit der Autofahrer ist erschreckend - und oft gibt es noch nicht einmal Geld von der Versicherung.

Stuttgart - Rund drei Millionen Deutsche besitzen ein Navigationsgerät. Doch die multimedialen Wegweiser genießen nicht nur bei Autofahrern eine hohe Popularität. Auch für Diebe sind sie offenkundig von großem Interesse, denn die Zahl der gestohlenen Navigationsgeräte stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich.

"Die Routenfinder und Staumelder sind für Diebe eine heiß begehrte Ware", weiß Kriminaloberrat Reinhold Hepp, Leiter der Geschäftsstelle der bundesweiten Polizeilichen Kriminalprävention in Stuttgart. Deshalb sei es "wichtig, dass sich die Autofahrer sicherheitsbewusst verhalten".

Um einen Diebstahl zu verhindern, sollten wertvolle Gegenstände wie Navis oder Handys immer mit aus dem Fahrzeug genommen werden - selbst wenn es nur für kurze Zeit verlassen wird. "Diese einfache Maßnahme ist Dreh- und Angelpunkt der Prävention des Diebstahls von mobilen Navigationsgeräten", so der Kriminaloberrat.

Mit einer bundesweiten Initiative will die Polizei nun Autofahrer wachrütteln. In den nächsten Wochen verteilt sie einen Anti-Klau-Anhänger. Mehr als eine Million liegen bereit. Der Anhänger wird am Rückspiegel angebracht. Von außen signalisiert er einem potenziellen Dieb: Hier ist nichts zu holen. Auf der Rückseite findet der Fahrer eine Checkliste, an was zu denken ist, bevor er das Auto verlässt. Zudem halten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen  ein Faltblatt mit einem Navi-Pass zum Ausfüllen und weiteren Tipps zum Schutz rund ums Kraftfahrzeug bereit.

2006 wurden bundesweit über 40.000 Navigationsgeräte aus Kraftfahrzeugen gestohlen. Eine neuere Bilanz liegt noch nicht vor. Doch erste Meldungen aus den Bundesländern zeigen, dass es auch im vergangenen Jahr einen starken Anstieg der Zahl der Diebstähle von Navigationsgeräten bei Pkw-Aufbrüchen gab. "Entwendet werden vorwiegend Navis, die nicht fest ins Fahrzeug eingebaut werden. Wer solch wertvolle Gegenstände sorglos im Auto zurücklässt, wird allzu leicht zum Opfer der Langfinger", mahnt Hepp.

Vor allem auf Großraumparkplätzen, in Parkhäusern, an Flughäfen, aber auch in Wohngebieten nutzen Diebe die Sorglosigkeit der Autofahrer, die ihr mobiles Navigationsgerät - wenn auch versteckt - im Auto lassen. Routinierte Täter benötigen nur wenige Sekunden, um einen Pkw zu knacken. Und sie kennen alle gängigen Verstecke. Wer dann sogar die Halterung des mobilen Wegweisers an der Innenscheibe oder dem Armaturenbrett belässt, lädt Langfinger geradezu ein.

Navis sind nicht automatisch versichert

Navis sind nicht automatisch versichert

Mobile Navigationsgeräte sind in der Regel nicht automatisch versichert. Die Kfz-Versicherung trägt zwar die Schäden, die ein Autoknacker am Fahrzeug hinterlässt. Doch Fahrzeugteile, die nicht fest in den Wagen eingebaut sind, wie eben mobile Navigationsgeräte, sind bei einem Diebstahl nicht mitversichert. Der Autofahrer bleibt also auf seinem Schaden sitzen.

Nach den Erfahrungen der Polizei ist der Entschluss, in ein Auto einzubrechen, eng verknüpft mit den mit der Tat verbundenen Erfolgsaussichten. "Deshalb ist es wichtig, dem potenziellen Täter klar zu signalisieren, dass dort nichts zu holen ist", betont der Kriminalist.

Darüber hinaus sollten für alle Geräte wie Navis, CD-Player oder Audioanlagen die technischen Daten und Herstellungsnummern in entsprechende Gerätepässe eingetragen werden. Auch die gibt es bei den Beratungsstellen. Schlagen dann Diebe zu, erleichtern die Daten der Polizei die Fahndung nach den Tätern und die Zuordnung von gefundenem Diebesgut.

Katrin Stabenow, ddp.djn

Fotostrecke: Welche Navi-Funktion kostet wie viel?

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