Projektoren Großes Kino

Ob zu Hause oder für unterwegs, Beamer werden immer kleiner. Die Vision: Schon bald könnten die kleinsten Geräte im Handy stecken. Auf der IFA zeigen die Hersteller aber zunächst, was heute machbar ist.

Berlin - Sie bringen immer noch die größten Bilder ins Wohnzimmer und sind dabei oft günstiger als die größten Fernseher: Die Rede ist von Projektoren, die auch auf der heute endenden IFA ihren Platz haben. "Ein Trend sind Pocket-Projektoren", sagt Frank J. Mozio vom Beamer-Chip-Hersteller Texas Instruments. Kleine Beamer also, die sich unterwegs schnell für eine Präsentation aus der Tasche ziehen lassen.

So ein Gerät hat zum Beispiel der koreanische Hersteller LG Electronics mit nach Berlin gebracht. Das Design ist an das sogenannte Chocolate-Handy mit seinem glatten und flachen Gehäuse angelehnt. Doch interessanter als die äußere Hülle ist die Technik darunter:

Das Gerät mit dem nüchternen Namen HS101 arbeitet auf LED-Basis. Das spart Strom, doch die Leuchtkraft von 100 Ansi-Lumen macht das Gerät nicht gerade zu einem Filmprojektor - eingesetzt werden soll der Beamer vor allem von Geschäftsleuten. Dazu passt auch das Gewicht von 750 Gramm. Der Beamer mit einer Auflösung von 800 mal 600 Bildpunkten soll 799 Euro kosten.

Höchst mögliche Auflösung

Neue Beamer für den Businessbereich gibt es auch von Hitachi. Die LCD-Geräte machen deutlich, woran es beim Einsatz von LED noch hapert: Mit bis zu 2600 ANSI-Lumen sind die neuen Hitachi-Modelle CP-X205, CP-X300 und CP-X305 deutlich lichtstärker - CP-X205 und CP-X305 sind außerdem netzwerkfähig. Dem Hersteller zufolge sind die Geräte außerdem mit "umfangreichen Anti-Diebstahl Features ausgestattet". Alle drei Projektoren verfügen über einen relativ großen Ventilator: Das lässt weniger Umdrehungen zu und mildert das Betriebsgeräusch. Die Preise betragen zwischen Euro (CP-X205) und 1015 Euro (CP-X305).

Full-HD, also die Darstellung von Filmen mit der derzeit höchsten möglichen Auflösung, ist längst auch bei Beamern ein Thema. Samsung zum Beispiel zeigt auf der IFA den SP-A800B und den SP-A400B, zwei neue DLP-Projektoren mit Full-HD-Auflösung. Der eine mit zwei HDMI-Eingängen, der andere mit einem. Das erstgenannte Modell arbeitet zudem mit Lensshift. Neu ist Frank Mozio zufolge, dass Full-HD-Beamer jetzt häufiger zu Preisen von 3000 Euro und weniger zu haben sein werden.

Passen Beamer ins Handy?

Passen Beamer ins Handy?

Eine weitere Neuheit beruht auf einer Entwicklung von Texas Instruments: Sie heißt "BrilliantColor" und soll ein kräftigeres Bild mit größerem Farbspektrum ermöglichen. Dazu werden im Farbrad sechs statt wie bisher drei Farbsegmente verwendet. Den Grundfarben Rot, Grün und Blau wurden Cyan, Gelb und Weiß hinzugefügt. Dies führe zu einer deutlich höheren Farbsättigung, heißt es von Acer. Das Unternehmen gehört zu den ersten Herstellern, die die neue Technologie bereits einsetzen - Acer benutzt jedoch den Begriff "ColorBoost".

Außerdem zeigt Acer mit den Modellen PH530, PH730 und PW730 weitere HD-Beamer. Sony erweitert seine Heimprojektoren-Serie Bravia AW um zwei HD-ready-Modelle. Es handelt sich um 3-Chip-LCD-Frontprojektoren. Der VPL-AW10 soll ein Kontrastverhältnis von bis zu 6000:1 bieten, der VPL-AW15 12 000:1.

Kleine tragbare Geräte, wie sie derzeit vor allem von Geschäftsleuten nachgefragt werden, könnte auch bei privaten Anwendern die Zukunft gehören. Texas Instruments arbeitet jedenfalls daran, Beamer in Handys oder Kameras zu integrieren. Frank J. Mozio holt zur Bestätigung einen Prototypen in Größe einer Fernbedienung aus der Tasche, der ein passables Bild an die Wand wirft. Noch seien der Strombedarf und die Unterbringung in den immer kleiner werdenden Handy-Gehäusen eine Herausforderung für die Entwickler. "Aber in den nächsten Jahren wird so etwas auf den Markt kommen."

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