IFA-Kuriositäten Es glänzt und blinkt

Ein sprechender Getränkehalter? USB-Sticks gespickt mit Schmucksteinen? Ein Kopfhörer für Computerspieler, bei dem der Ton der Bewegungen des Kopfes folgt? Dies und mehr ist auf der IFA tatsächlich zu finden. Nützliche und skurrile Neuheiten im Überblick.

Berlin - Von wegen breiter, schärfer, hochauflösender - auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin dreht sich nicht alles nur um Flachbildschirme, die in immer größeren Dimensionen und mit immer mehr Funktionen auf den Markt kommen.

Beim Rundgang durch die Hallen der Unterhaltungselektronik-Messe (31. August bis 5. September) findet sich am Rande auch manche Kuriosität, die sich pfiffige Anbieter für den technologischen Alltag ausgedacht haben. Bei manchen dieser IFA-Neuheiten müssen Besucher aber auch einfach nur schmunzeln.

Ein Beispiel für innovativen Erfindergeist ist die "Ego Cup" - gewissermaßen ein sprechender Getränkehalter für das Auto. Das Unternehmen Funkwerk Dabendorf hat die Kfz-Freisprecheinrichtung so gestaltet, dass sie in die Getränkehalterungen der meisten Fahrzeuge passt.

Alles für den Raumklang

Lautsprecher und Mikrofon sind im runden Gehäuse bereits integriert, Strom kommt über die Buchse des Zigarettenanzünders. Die Verbindung zum Handy erfolgt kabellos per Bluetooth-Standard. Anfang November soll die "Ego Cup" für 89 Euro im Handel erhältlich sein.

Rund 100 Euro verlangt Hama für einen GPS-Empfänger, der Navigationsanwender unabhängig von Steckdosen, Ladegeräten und Akkukapazitäten machen soll. Das Gerät verfügt über integrierte Solarzellen, die den Stromverbrauch des Empfängers laut Hama von 45 Milliampere (mA) auf 30 mA verringern. Der austauschbare Lithium-Ionen-Akku soll durch die Solar-Unterstützung bis 30 Stunden halten. Das sollte reichen, um den Weg zum Ziel zu finden.

Ein möglichst ungetrübtes Sound-Erlebnis will dagegen der Audiospezialist Beyerdynamic Film-Enthusiasten und Konsolen-Spielern ermöglichen - und zwar so, dass sich das Verhältnis zu Familienmitgliedern und Nachbarn nicht nachteilig gestaltet. Dafür hat die Firma einen Surround-Kopfhörer entwickelt, der den Raumklang automatisch den Kopfbewegungen seines Trägers anpasst. Dafür soll die sogenannte Headtracking-Funktion sorgen. Allerdings sind die Kopfhörer nicht ganz billig: 1890 Euro gelten als Einstiegspreis.

Mehr Klang im Design

Mehr Klang im Design

Für 599 Euro ist ein Lautsprecher von Grundig zu haben, der ebenfalls Raumklang ermöglicht und dabei auch noch schick aussieht. Die Summe verlangt das Unternehmen für die Neuauflage seiner legendären Audiorama. Die Stereo-Kugelboxen galten in den 70er Jahren als Kult; dazu ergaben die vier im Kugelgehäuse zusammengefassten Lautsprechersysteme ein völlig neues Sounderlebnis.

Von Februar an soll es nun die neuen Grundig-Modelle im Handel geben, die nach dem Willen des Unternehmens genauso kultig und wegweisend wie ihr Vorbild werden sollen. Im Vergleich zur ursprünglichen Audiorama fällt die Neuauflage laut Grundig in der Horizontalen elliptischer aus, um eine bessere Anordnung der Chassis zu ermöglichen. Zwei Tief-Mittelton-Chassis und ein "hyberbolisch abgelenktes Hochtonsystem" sollen eine 360-Grad-Abstrahlung und damit Raumklang liefern. Die Nennbelastung liegt bei 120, die Maximalbelastbarkeit bei 180 Watt.

Design-Gesichtspunkte stehen auch bei dem 360-Grad-Lautsprecher im Vordergrund, das der Anbieter Xounts auf der IFA ausstellt. Die Box ist als spitze Pyramide gestaltet, für die es auswechselbare Hüllen mit verschiedenen Motiven und Mustern gibt. Zusätzlich lässt sich die Box von innen beleuchten, so dass sie nicht nur guten Klang liefert, sondern im Wohnzimmer auch noch zum Hingucker wird.

Auffallen ist auch das Stichwort, das die Firmen Philips und Swarovski im Sinn gehabt haben müssen, als sie ihre neue Kollektion "Active Crystals" entwarfen. Dabei handelt es sich um Kopfhörer und USB-Sticks in Herz- oder Schlossform aus Silbermetall, die mit glitzernden Schmucksteinchen besetzt sind.

Mit dem PC-Schmuck wolle man sich "den Markt luxuriöser und modischer Elektronik-Accessoires für den weiblichen Verbraucher" erschließen, teilte Philips zur IFA mit. Die Produkte würden "einschneidend verändern, wie Frauen mit Innovation und Technologie umgehen". Frauen kaufen also Technik, wenn sie glitzert und glänzt - wenn bei diesem Klischee die Anwenderinnen eher beleidigt einen großen Bogen um die Glitzer-Sticks machen, wäre es kein Wunder.

Felix Rehwald, dpa

Fotostrecke: Ausgefallenes auf der IFA

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