Luxus-Hifi Das Auge hört mit

Edel gestylte Stereogeräte haben Hochkonjunktur. Denn neben dem Hörgenuss legen die Hersteller vor allem Wert auf eine möglichst exklusive Verpackung des Hightechs.

Berlin - Es muss nicht immer das Fernsehen sein. Trotz der großen Themen HDTV und Heimkino samt Surround-Sound hat bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin auch die gute alte High Fidelity eine wichtige Rolle gespielt. Dabei konzentrieren sich die Hersteller nicht mehr allein auf unverfälschten Stereo-Klang für das Wohnzimmer, sondern dringen mit hochwertigen Lösungen auch in Schlafzimmer, Küche oder Büro vor.

Onkyo zum Beispiel hat mit dem CBX-100 ein kompaktes Audiosystem für CD, MP3 und Radio mit integrierten Boxen entwickelt, das sich vor allem in kleineren Räumen wohl fühlt. Klang und Design werden jene ansprechen, die scheppernden Mikroanlagen und in billiges Plastik gehüllten CD-Kassetten-Kombis nichts abgewinnen können. "Die beiden kanalgetrennten Lautsprechergehäuse erzeugen eine gute Räumlichkeit", erklärt Pit Leuschner von Onkyo. Die schwarz-weiße Klavierlack-Konsole mit blauer Displayzeile soll 400 Euro kosten.

"Stereo hat ein Revival erlebt"

Die Preise für Pioneers  neue Referenzbausteine, den Vollverstärker A9 und den SACD/CD-Spieler D6, stehen indes noch nicht fest. "Wir sprechen mit dieser Hifi-Linie Musikliebhaber im High-End-Einstiegsbereich an", sagt Pioneer-Produktmanager Thomas Deimer. Gemeinsames Kennzeichen der relativ kompakten Geräte, die erst im Frühjahr 2007 in den Handel kommen, ist der dezente Schwung, den die linke Hälfte der titangrauen Front macht. "Klangqualität muss nicht immer mit einem großen Gehäuse verbunden sein", sagt Deimer.

Muss nicht, kann aber, heißt das Motto beim Hersteller Marantz, der im High-End-Segment mit den Endverstärker MA-9S2 für 9000 Euro) einen champagnerfarbenen Zweikanal-Boliden anbieten. Dazu gehören die Vorverstärker-Schwester SC-7S2 und der SACD/CD-Player SA-7S1 (beide 7000 Euro). "Stereo hat ein Revival erlebt, die Nachfrage ist noch da", erklärt Thomas Henkel von Marantz. Deshalb gibt es seit einem Jahr auch den neuen Plattenspieler TT-15S1 mit Chassis und Teller aus resonanzarmem Acryl - zuletzt hatte Marantz 1980 einen Plattenspieler entwickelt.

Exklusive Designer-Boxen

Exklusive Designer-Boxen

Es geht aber auch preiswerter. So stellt Yamaha  zwei neue CD-Player für den Einsteigerbereich vor. Beim CDX-497 (270 Euro) und beim CDX-397 (210 Euro) muss sich der Käufer aber keineswegs mit Plastik zufrieden geben. Beide Geräte besitzen eine Aluminium-Frontplatte, die den Angaben des Herstellers zufolge auch die Elektronik im Inneren abschirmen soll.

Auch im Bereich Boxen gab es auf der IFA in diesem Jahr Neuheiten. Yamaha beispielsweise hat Innenarchitekten und Cassina-Designer Toshiyuki Kita an der Konstruktion des neuen Yamaha-Standlautsprechers Soavo-1 beteiligt. Herausgekommen ist eine schlanke, gut ein Meter hohe Box mit abgeschrägten Seitenwänden auf massiven Aluminiumfüßen, die auch in "ambienteorientierte Wohnzimmer passt", so Reiner Lohse von Yamaha. Lieferbar ist die Soavo-1 in vier verschiedenen Holztönen zum Stückpreis von rund 1200 Euro.

Weniger Kabel im Zimmer dank Bluetooth

Exklusivität im Regal soll dagegen der kompakte Lautsprecher D-TK10 von Onkyo ausstrahlen. Das Mahagoni-Gehäuse kommt vom renommierten japanischen Instrumentenbauer Takamine und ist wie ein halber hinterer Gitarrenkorpus geformt. "Die Box hat einen lebendigen Klang wie ein Musikinstrument", sagt Pit Leuschner. Verkauft werden soll das Zweiwege-System zum Stückpreis von rund 1500 Euro.

Weniger Kabel im Zimmer verspricht der französische Hersteller Parrot mit seinen aktiven Bluetooth-Stereo-Lautsprechern namens Sound System. Die weiß lackierten Boxen mit schwarzen Tönern im Regalformat empfangen Musik per Kurzstreckenfunk von Bluetooth-Geräten wie Notebooks, Handys oder mobilen Medienplayern. In jeden Lautsprecher ist ein digitaler Verstärker, ein MP3-Decoder, ein Equalizer und ein Digitalfilter eingebaut. Eine Analogverbindung erlaubt zusätzlich auch den Anschluss beliebiger Audioquellen per Klinkenstecker. Ein Boxenpaar soll für rund 380 Euro in den Verkauf gehen.

Dirk Averesch, dpa

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