Hightech für Füße Ein perfekter Sportschuh

Die Knie schmerzen, der Fuß tut weh – egal ob Fußball oder Marathon, das richtige Schuhwerk ist das A und O für den Laufsport. Britische Entwickler haben nun eine Methode gefunden, einen maßgeschneiderten Sportschuh herzustellen. Moderne Lasertechnik macht das möglich.

London/Herzogenaurauch - Anfang der Woche war es aus Berlin zu hören: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will das Land mit einer neuen "Trimm Dich"-Welle wieder fit machen. Jeder solle 3000 Schritte extra gehen - Bewegung, das war nicht nur zuletzt im SPIEGEL zu lesen - hilft gegen Krankheiten und Depressionen. Nun, der Ansturm auf die Sportvereine und Fitnessclubs kann kommen.

Derweil suchen die Sportartikel-Hersteller und -Ausrüster nach den besten Geräten und Schuhen für das Sportvergnügen. Denn Verletzungen scheinen zum Sport zu gehören wie der Ball zum Fußball. Die Suche nach der optimalen Ausrüstung, die mithelfen kann, das Verletzungsrisiko zu vermindern, ist noch längst nicht abgeschlossen. Eine Wissenschaft für sich ist beispielsweise die Kunde vom Fuß beziehungsweise vom Laufen. Wie sind die Füße am besten zu umgeben und der Knöchel zu schützen? Der Trend geht auf jeden Fall zum individuellen Schuh.

Adidas sorgt beispielsweise derzeit mit seinem "ersten modularen Fußballschuh", dem +F50 Tunit, für Furore. Gerade zeigten Bastian Schweinsteiger, Ze Roberto und Claudio Pizarro neben Alessandro del Pieror, David Trezeguet und Diego Forlan die Adidas-Neuheit, die einem jeden die Möglichkeit lässt, das Chassis, die Stollen und den Schaft individuell auszutauschen.

Der individuelle Schuh

Noch persönlicher sollen die Schuhe werden, die britische Entwickler jüngst vorstellten. Mit Hilfe eines Lasers sollen demnächst Sportschuhe maßgeschneidert werden. Dazu lässt der spätere Schuhträger zuerst ein dreidimensionales Computermodell seiner Füße anfertigen, das auch die Belastung der einzelnen Fußpartien bei Bewegungen berücksichtigt. Nach dieser Vorlage druckt ein Laser dann die passenden Treter, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Doch bevor ein Sportler mit dem passgenauen Schuhwerk loslaufen kann, müssen einige Daten aufgenommen werden, damit die Mitarbeiter der Londoner Firma Prior 2 Lever (P2L) ein Computermodell seiner Füße erstellen kann. Und das geht so: Zuerst wird die Fußform mit einem Laserscanner erfasst. Danach muss der zukünftige Schuhbesitzer Spezialsohlen anziehen und damit einige sportliche Übungen absolvieren. Währenddessen messen die Sohlen die Kräfte auf den einzelnen Fußpartien. Aus diesen Informationen fertigen die P2L-Mitarbeiter dann die digitale Vorlage für die High-Tech-Schuhe an.

Schuhe für die Premier League

Sind alle Daten gesammelt, beginnt der Herstellungsprozess, der auf dem so genannten selektiven Lasersintern beruht - ein Verfahren, das aus der Fertigungstechnik bekannt ist und dort häufig zum Bau von Prototypen eingesetzt wird. Kernstück dieser Methode ist ein Laser, der kleine Partikel auf einer Unterlage erwärmt. Beim Abkühlen werden die geschmolzenen Stellen hart, und ein Stoffgefüge entsteht. Auf diese Weise druckt der Laser anhand des Modells Schicht für Schicht den Prototypen aus.

Entwickelt hat die "Rapid-Prototyping-Technik" ein Team um Siavash Mahdavi vom University College in London. Die Software kann anhand des Fußmodells genau berechnen, welche Schichtdicke und welche Dichte die Schuhe an verschiedenen Stellen haben müssen, um die beim Sport auftretenden Kräfte gut abzufedern. Ein Laser druckt die Fußbekleidung dann aus einem nylonähnlichen Material.

Ab April will Mahdavi zusammen mit der Firma P2L den individuellen Schuh-Service Sportprofis wie den Fußballern aus der britischen Premier League anbieten. Die Ballkünstler sollen nicht nur von der Passgenauigkeit des Schuhwerks profitieren, sondern seien auch besser vor Verletzungen geschützt, sagt Greg Lever-O"Keefe von P2L. Langfristiges Ziel sei es, die Schuhe auch in Geschäften für jeden Hobbysportler anzubieten.

manager-magazin.de mit ddp

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