Highend-Hifi Süßer die Boxen nie klingen

Auf der Consumermesse CES in Las Vegas ist die kleine Hifi-Schmiede Burmester Audiosysteme seit Jahren Gast. Auch in diesem Jahr hatte Dieter Burmester CD-Player und Lautsprecherboxen im Gepäck. Der Gründer der Berliner Edelfirma - Hoflieferant für das thailändische Königshaus und Partner von Bugatti - erklärt, worauf Musikliebhaber beim Kauf einer Hifi-Anlage Wert legen sollten.

Berlin - "Geiz ist geil" ist ein Slogan, der für Dieter Burmester nicht gilt. Sein Unternehmen steht für andere Werte - Burmester Audiosysteme produziert Hifi-Geräte der Highend-Klasse. Das Motto: "Art for the Ear". Musikhören soll ein unvergesslicher Kunstgenuss sein, ein tief greifendes musikalisches Erlebnis.

Nach diesem Vorsatz produziert Burmester seine Geräte - mit die besten weltweit, urteilen Branchenkenner. 1978 gründete der studierte Elektrotechniker das Unternehmen. "Das war eher Zufall", sagt er heute. Damals arbeitete er in einem Ingenieurbüro und entwickelte medizinisches Messgerät und Computerinterfaces. Doch dann gaben seine Hobbys Musik spielen und hören seinem Leben eine andere Richtung.

Als er sich einen neuen Vorverstärker kaufen wollte, war er so enttäuscht von der Technik, die er in den vorhandenen Geräten vorfand, dass er sich lieber selber einen baute. "777" war der Name des Prototyps, der bald Freunde und Hifi-Tester begeisterte. Schließlich gründete der ehemalige Berufsmusiker ein Unternehmen. Geld von Banken habe er sich damals nicht leihen können. "Die haben nicht verstanden, was ich machen wollte".

Inzwischen hat sich das 30 Mitarbeiter starke Unternehmen einen weltweiten Ruf für edle Hifi-Ausstattung verschafft. Dazu beigetragen hat auch die Präsenz auf der Consumermesse CES in Las Vegas. Seit etwa zehn Jahren ist er dort vertreten, um seine Neuentwicklungen vorzustellen. Jedes Jahr müsse man drei bis fünf neue Produkte auf den Markt bringen, erklärt Burmester. "Das erwarten die Kunden."

Für einen starken Klang: Das Flagschiff unter den Burmester Vorverstärkern wird seit 1980 gebaut und trägt nach einigen Modifikationen nun die Bezeichnung 808 MK 5

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Multimedia zieht ins Wohnzimmer ein: Home Cinema von Burmester

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Alles komplett: Die Rondo-Linie bietet alles vom Vollverstärker bis zum Tuner und CD-Player

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Für Technikfreunde: Mit dem Crestron schwar werden Vorverstärker, CD-Player und Surroundprozessoren gesteuert

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Für kompromisslosen Klang: Der 057 Surround Prozessor ist das neueste Multikanal-Gerät des Hauses Burmester

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Hörgenuss: Die Hifi-Anlage V1+961 MK2 Makassar

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Burmester: Freunde der Musik
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Und dabei dreht sich das Rad der Neuerungen und Innovationen immer schneller. Natürlich müsse er mitmachen, denn sonst könne er gleich aufgeben. Für die nahe Zukunft steht somit auch die Entwicklung eines DVD-Players der nächsten Generation an.

Noch sei der Kampf zwischen HD-DVD und Blu-Ray-DVD nicht entschieden - Burmester erwartet eine Entscheidung in diesem Jahr, danach werde ein entsprechendes Produkt geliefert. Allerdings findet nicht alles und jede neue Technik bei ihm Anklang. So ist er beispielsweise vom digitalen Hörfunk DAB nicht überzeugt, deshalb liegen die Pläne für einen passenden Tuner bisher auch nur in der Schublade.

Seine Kunden beschreibt Burmester als Musikliebhaber, die sich auch - wenn nötig - die Anlage "vom Mund absparen". Doch oft sind es Menschen, die über das nötige Kleingeld verfügen. Auf der Kundenliste steht beispielsweise König Bhumibol von Thailand, auch habe er schon die eine oder andere Motor- und Segelyacht für Prominente ausgestattet. Und Käufer eines Bugatti Veyron lauschen ebenfalls dem edlen Klang der Burmester-Geräte. Die Berliner haben für den Wagen das Soundsystem entwickelt.

"Wenn ich Musik höre, dann möchte ich von einer Klangwolke umgeben werden, in der man vergisst, dass sie durch Technik übertragen wird", beschreibt Burmester sein Anliegen. Allein der Musikgenuss zähle. Die Technik müsse dabei zurückstehen, sagt er. "Meine Kunden wollen doch keine Technik kaufen, sondern Musik hören."

Edel schimmert das Chrom

Viel zu oft vergäßen Techniker, dass die Bedienung einfach zu verstehen sein müsse. So habe sich das Unternehmen zur Maßgabe gemacht, dass "meine Mutter, innerhalb von fünf Minuten fähig sein muss, Musik zu hören, ohne dass sie die Bedienungsanleitung gelesen hat". Selbsterklärend sollen die Geräte sein, das spiegelt sich auch im klaren Design wider: Keine überflüssigen Knöpfe und Displays, edel schimmert das Chrom am Gehäuse.

Die Verstärker, CD-Player und Lautsprecher bis hin zur kompletten Heimkinoanlage fertigt Burmester in Berlin.

Auch die Zulieferer kämen zu etwa 95 Prozent aus Deutschland, betont der Unternehmer. Das sei eine Besonderheit und habe viel damit zu tun, dass der Hifi-Produzent nicht auf Billigware angewiesen ist. Immerhin können die Anlagen bis zu 200.000 Euro kosten. Doch nicht alles spielt sich in dieser Preisklasse ab, Verstärker sind beispielsweise schon für wenige tausend Euro zu erstehen.

Anders als die Billigware, die vielfach aus Asien stammt, sind die Burmester-Geräte viele Jahre in Gebrauch. "Wir reparieren heute noch Geräte, die wir vor fast 30 Jahren hergestellt haben", erzählt der Hifi-Spezialist. Den "Billigschrott", den es heutzutage teils ab 50 Euro gebe, könne man doch gar nicht mehr reparieren. Seiner Meinung nach schone man die Ressourcen besser, wenn hochwertige Produkte mit langer Lebensdauer produziert werden als mit einer Elektroschrottabgabe - eine Vorgabe, die ab März in Kraft tritt. Sie koste jeden Hifi-Hersteller viele Euro - egal ob für Wegwerfelektronik oder Edelgehäuse.

Und so kämpft Burmester für Qualität. Für einen Musikliebhaber stelle sich deshalb auch nicht die Frage, ob man sich ein Billiggerät für ein paar Euro beim Discounter kaufe. Der Berliner rät, sich im Fachhandel beraten zu lassen und die einzelnen Geräte zu testen. "Wenn man eine Gänsehaut bekommt, dann hat man das Richtige gewählt."

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