Design Multimedia trifft Möbel

Klobige Röhrenfernseher, die in geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmern wie Fremdkörper wirken, gehören glücklicherweise der Vergangenheit an. Die neuen Flachbildschirme lassen sich mithilfe von modernen Multimediamöbeln formschön in den Raum integrieren.

Köln/Bad Honnef - Er stand in der Ecke oder mitten in der Eichenschrankwand: Der unhandliche Röhrenfernseher dominierte lange Zeit die Wohnzimmergarnitur.

Moderne Flachbildschirme dagegen lassen sich auf vielfältige Weise in Regale und Kommoden integrieren. Eine Möglichkeit, von der die Möbeldesigner kreativ Gebrauch machen. Sie verbergen die Fernseher hinter Schiebetüren oder lassen sie nach dem Ausschalten einfach verschwinden.

Multimediamöbel für das Entertainment zu Hause liegen im Trend. "Viele Leute haben sich Flachbildschirme gekauft, jetzt wird diese Entwicklung in Möbel umgesetzt", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie im nordrhein-westfälischen Bad Honnef).

Eine Art zweite Wand bildet beispielsweise das Regal Inside des italienischen Herstellers MDF aus Mailand. In diese Wand vor der Wand ist der Flachbildschirm integriert, eingerahmt von schmalen Regalböden und dickeren Trennwänden. Damit die Bewohner sowohl vom Esszimmertisch als auch von der Couch aus fernsehen können, lässt sich der Bildschirm in verschiedene Richtungen schwenken.

Doch nicht jeder möchte tagtäglich auf den Fernseher gucken. Die Designer entwickeln daher Tarnungen und Verstecke, um den Bildschirm verschwinden zu lassen. Der französische Hersteller Ligne Roset etwa hat ein Regal mit einer Schiebetür im Programm. Stört der Blick auf die Fernsehtechnik, kann die Schiebetür davor gezogen werden.

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren die Regale der Serien Studimo und Cube von Interlübke aus dem nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück. Bei Studimo verschwinden Flachbildschirm und DVD-Rekorder hinter einer Schiebetür aus lackiertem Glas. "Wenn der Fernseher ausgeschaltet ist, haben Sie eine tote schwarze Fläche. Die können Sie so verdecken", sagt Sprecherin Claudia Hielscher.

Damit die Schiebetür nicht zu groß und dominant wirkt, sind kleine Fenster integriert. Sie durchbrechen die Fläche und setzen die Beigeräte in Szene. Die Fenster haben noch einen weiteren Effekt: Durch sie lassen sich DVD-Player und Hifi-Anlage auch bei geschlossener Schiebetür bedienen.

Fernseher versinkt auf Knopfdruck

Fernseher versinkt auf Knopfdruck

Auch Cube verfügt über Schiebetüren, die auf Wunsch zusätzlich mit Regalböden ausgestattet werden. Auf ihnen finden CDs und DVDs Platz. Mit einem Handgriff verwandelt sich der Multimediaschrank so in ein gewöhnliches Regal. Zur Serie Cube gehört darüber hinaus eine Kommode mit versenkbarem TV-Fach. Auf Knopfdruck verschwindet der Fernseher in dem niedrigen Schrank. "Der Bildschirm wird dabei automatisch ausgeschaltet", sagt Hielscher.

Ein ähnliches Modell hat der österreichische Hersteller Gruber + Schlager im Programm. Die Kommode Cubiko verfügt über ein elektronisches Hebesystem für den Flachbildschirm und bietet zudem Platz für die restliche Heimelektronik.

Die Möbelmanufaktur Kettnaker aus dem baden-württembergischen Dürmentingen hat den Fernsehbildschirm in die Front einer Schrankwand integriert. Nur eine verspiegelte schwarze Fläche ist zu sehen. Erst nach dem Einschalten erscheint in der Mitte das Fernsehbild. "Wir wollten erreichen, dass man sich kein großes Gerät mehr in die Wohnung stellen muss", sagt Geschäftsführer Wolfgang Kettnaker.

Einen anderen Ansatz verfolgt der italienische Möbelhersteller Bonaldo mit dem Modell Vision. Der TV-Ständer besteht aus zwei kreisförmigen Flächen - einer vertikalen für den Bildschirm und einer darunter gelegenen horizontalen Ablage für den DVD-Spieler. Fächer an den Seiten bieten Platz für die CD- oder DVD-Sammlung.

Carina Frey, dpa

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