Samstag, 20. April 2019

Luxusschreibgeräte Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Mit teuren Schreibgeräten ist es wie mit Zahnbürsten: Man verleiht sie nur in Ausnahmefällen. Denn ein guter Stift passt zu seinem Besitzer – und passt sich ihm an. Aber woran erkennt man einen guten Stift?

Hamburg - Zeig mir, mit was Du schreibst, und ich sage Dir, wer Du bist: Luxus-Schreibsets inklusive Füllfederhalter, Drehbleistift, Tintenroller und Kugelschreiber demonstrieren Klasse beim Schreiben. Die Auswahl an Schreibgeräten ist gewaltig, die Preisunterschiede sind es auch. Der eine Kugelschreiber kostet gerade mal ein paar Euro, für den anderen muss eine dreistellige Summe hingeblättert werden - und für den Laien ist auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen, warum. Geschrieben werden kann schließlich mit beiden.

Doch die Summe der Details macht den Unterschied. "Das Verhältnis zwischen Gewicht und Volumen und der Schwerpunkt müssen stimmen", erklärt Hannes Wettstein, Designer aus Zürich. Wichtig seien hochwertige Materialien und ganz praktische Details: "Ein ergonomisch optimierter Griffbereich ermöglicht eine entspannte Handhabung", sagt Wettstein, der neben kompletten Einrichtungen unter anderem Sonnenbrillen, Uhren und Kugelschreiber entwirft. Selbst Feinheiten wie das Geräusch beim Verschließen eines Füllfederhalters würden bei edlen Schreibgeräten nicht dem Zufall überlassen.

 Unten rund, oben eckig: Die Form der Schreibgeräte aus der Kafka-Edition von Montblanc spiegelt aus Sicht des Herstellers den Verlauf von Franz Kafkas Erzählung "Die Verwandlung" wider  Und jetzt noch ein Schönschreibkurs: Wirklich edel wird der Stift erst in der Hand des kundigen Nutzers  Robust und anpassungsfähig: Geflochtenes Tec Flex-Material und Porsche-Design
 Klassisch, nur schlichter: StarWalker-Linie von Montblanc  Das Buch zum Stift: Kafka-Editionsmodell von Montblanc vor klassischer Kulisse  Klassik und Moderne: Silber und Carbon vereint bei Montblanc
 Auch Füller sollten Schmuck tragen dürfen: Montblanc-Frauenkollektion mit Topas-Edelmineral  Und nochmal mit wärmeren Farben: Montblanc-Frauenfüllfederhalter  Architekten würden StarWalker kaufen: Schlichter Füller von Montblanc
 Fingermulde verhindert abrutschen: Kugelschreiber und mechanischer Bleistift von Faber-Castell  Echt geflochten: Von Porsche inspirierte Schreibgeräteserie  Beim schreiben sich selbst bewundern: Faber-Castell-Stifte mit spiegelnder Chrom-Oberfläche

Es muss glänzen
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Auch wenn nachgemachte Produkte von der Optik her Qualität vortäuschen: Sie liegen anders in der Hand und bieten nicht den Komfort eines sorgfältig entwickelten Schreibers. Graf Anton Wolfgang von Faber-Castell, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma aus Stein bei Nürnberg, beobachtet seit einigen Jahren eine Flut von Plagiaten aus China und anderen Billigländern: "Die Verpackungen von Markenprodukten werden bis auf das I-Tüpfelchen kopiert und die Sachen in sehr viel schlechterer Qualität hier auf dem Markt gebracht."

Die Markenhersteller versuchen den Billigprodukten immer mehr individuelle Designs entgegenzusetzen. Ob spezielle Schreibsets für Frauen oder Füller speziell für Literatursets - fast jede Zielgruppe wird mittlerweile mit eigenen Produkten bedacht.

Französischen Chic und den Flair der Haute Couture zum Beispiel spricht der Hersteller Waterman aus Hamburg seiner Serie Audace zu: "Seine Form erinnert an exklusive Kosmetikartikel." Da Frau nicht gleich Frau ist, gibt es für die unterschiedliche Typen unterschiedliche Oberflächendekore: Lila Blüten, Erdtöne im Ethnostil und eine blaustichige Reihe.

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