Sony Happy Birthday, Walkman

Während Apple mit seinem I-Pod die Branche ins Staunen versetzt, feiert Sony das 25. Jubiläum des Walkman. Gleichzeitig setzt der japanische Konzern mit neuen digitalen Musikgeräten und einer eigenen Musikplattform zur Aufholjagd an. Rivale Dell hat sich eine andere Strategie gegen den I-Pod ausgedacht.

Tokio - Apple  ist zum Lehrmeister der Unterhaltungsindustrie avanciert. Mit der Kombination aus dem Abspielgerät I-Pod und dem Online-Musikverkäufer I-Tunes Musicstore hat der Computerkonzern einen Volltreffer gelandet. Während Apple gerade den I-Pod Mini auch in Europa in den Verkauf bringt, sucht die Konkurrenz den Erfolg nachzuahmen - wie beispielsweise Sony  und Microsoft .

Just an dem Tag, an dem der Walkman 25 Jahre alt wird, hat der japanische Konzern einen neuen Festplatten-Musikplayer auf den Markt gebracht. Zusammen mit der Musikplattform Connect, die im Juli in Europa an den Start gehen soll, will Sony mit dem Audio-Video-Player VGF-AP1 gegen Apple kontern.

Dabei kann Sony auf einen jahrelangen Erfolg seiner tragbaren Musikabspielgeräte blicken. Am Donnerstag hat der Konzern deshalb handverlesene Gäste geladen, um das 25. Jubiläum des Walkmans zu feiern. Die Party steigt auf der künstlich angelegten Insel Odaiba.

Patentstreit um den Walkman

Zur Geschichte: 1979 hatte Sony-Mitgründer Masaru Ibukas die zündende Idee, seine Mitarbeiter mit der Entwicklung eines mobilen handlichen Abspielgeräts zu beauftragen. Der Manager liebte Beethoven und Bach und wollte im Flugzeug nicht auf deren Musik verzichten. Die hauseigenen Entwickler sollten sich dieses Problem lösen.

Heraus kam der Walkman, der dem Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren Umsätze in Milliardenhöhe sicherte. Sony ist mit dem Gerät berühmt geworden. Der Konzern verkaufte nach eigenen Angaben insgesamt 335 Millionen Geräte, dazu kommen einige Millionen Abspielgeräte, die die Lizenznehmer und Raubkopierer absetzten.

Dass ein deutscher Bastler dem japanischen Konzern die Erfindungsleistung absprach, kümmerte Sony wenig. Über 20 Jahre währte der Patentstreit, der erst kürzlich beigelegt wurde, wie der SPIEGEL vor wenigen Wochen berichtete.

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Der Erfolg war durchschlagend

Damals, so ist es zu lesen, machten sich die Mitarbeiter aus der Abteilung "Kassettenrecorder" an die Arbeit, den Wunsch von Masaru Ibukas umzusetzen. Es soll nur wenige Tage gedauert haben, bis sie eine Lösung gefunden hatten.

In das Sony-Diktiergerät "Pressman" hatten sie einen Miniverstärker und die technische Ausrüstung für eine Stereowiedergabe eingebaut. Kleine Kopfhörer wurden angeschlossen und fertig war der Prototyp.

Größe, Gewicht und auch der Klang überzeugten Ibukas. Sony beschloss in die Produktion einzusteigen, nur wenig später stand der Walkman für etwa 125 Dollar im Laden. Der Name des ersten Gerätes: Sony TPS-L2. Der Erfolg war durchschlagend. Mit der Produktion kam der Konzern zunächst kaum nach. Innerhalb von acht Wochen soll der TPS-L2 vergriffen gewesen sein. Sony hatte anfangs nur 30.000 Stück produziert.

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Auf der Jubiläumsfeier in Tokio wird man sicherlich alle Walkman-Modelle noch einmal bestaunen können, die Sony seitdem produzierte. Derweil schreitet die Digitalisierung voran. Neben dem neuen Gerät VGF-AP1 bringt der Konzern Mitte August auch den reinen Audio-Player NW-HD1 mit 20-Gigabyte-Festplatte auf den Markt. Mit diesen Geräten will Sony gegenüber dem I-Pod von Apple aufholen.

Hewlett-Packard  dagegen hat sich lieber die Lizenz für den I-Pod gesichert. Wettbewerber Dell  versucht, Kunden mit einer besonderen Marketing-Aktion zu gewinnen. Im Tausch gegen einen alten I-Pod erhalten Kunden beim Kauf der hauseigenen Jukebox 100 Dollar.

Sony wird wohl auf seine eigene Produktlinie aufbauen. Denn neben Musik hat der Konzern auch Filme und weitere Inhalte für die mobilen Geräte zu bieten.

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