Tech Couture Der Mensch rennt, die Jacke denkt

Wenigstens die Kleidung wird intelligent: Die Träger exklusiver Sportklamotten kommen schon bald in den Genuss zahlreicher technischer Faxen. Dann verknüpft eine Skijacke das Handy mit Mikro, Walkman und Kopfhörer, die Jogginghose funkt Herz- und Kreislaufwerte an den Hausarzt.
Jacke auf Draht: Die Verkabelung steckt gut im Futter

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Masche mit Energie: So plant Infineon alles zu vernetzen

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Um Armesbreite: Vorspulen und lauter stellen knapp überm Ärmelaufschlag

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Mehr isses nicht: Aber das bisschen Elektronik sichert Exklusivität

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Der nächste Schritt: Energiegewinnung mit Körperabwärme

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Beschleunigte Schlagzahl: Der Trainer ist ein digitaler Heinzelmann

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München - Vernetzung überall, zum Beispiel auch: im nächsten Winterurlaub. Der Chiphersteller Infineon und der Sportausrüster O'Neill haben eine gemeinsam entwickelte "intelligente" Snowboard-Jacke vorgestellt. Das Textil mit dem Namen "The Hub" hält nicht nur warm, sondern hat ein Chipmodul an Bord.




Jacken wie Hosen:
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Die neuartige Sportbekleidung enthält einen MP3-Player und ein Bluetooth-Modul zum mobilen Telefonieren. "Mit dem Produkt tragen die vorbereitenden Arbeiten zur vollständigen Integration elektronischer Funktionen in Bekleidung erste Früchte", betont Infineon-Sprecher Dieter May.

In die Snowboard-Jacke werden elektrisch leitfähige Stoffbahnen eingenäht, über die das Chipmodul mit einer Stofftastatur und den im Helm integrierten Lautsprechern verbunden ist. Das Modul enthält den MP3-Player und das Bluetooth-Element, über das ein Mobiltelefon angesteuert wird. Die Ohrhörer der Musikanlage dienen beim Telefonieren als Headset. Das zugehörige Mikrofon befindet sich im Kragen der Jacke.

Philips vernäht das EKG

Dass "intelligente" Kleidung nicht nur für Sportler nutzbar ist, zeigen Forscher von Philips in Aachen. Sie haben ein tragbares, kabelloses Überwachungssystem entwickelt. Das so genannte "Cardio Online" System soll Patienten mit Herz- Kreislauferkrankungen frühzeitig warnen, wenn sich ihre Werte negativ verändern. Darüber hinaus kann es Ärzten helfen, Herzkrankheiten zu überwachen und die richtigen Diagnosen zu stellen. In einem akuten Notfall kann die Entwicklung auch automatisch ärztliche Hilfe alarmieren.

Der PDA aktiviert den Nierenwärmer

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Das System basiert auf der Elektrokardiographie, bei der mit Hilfe von Elektroden ein Elektrokardiogramm (EKG) angefertigt wird. Der Chip ist so winzig, dass es direkt am Körper in die Unterwäsche eingesetzt werden kann, ohne dass der Träger in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Zum Waschen der Kleidung lassen sich die empfindlichen Bestandteile aus der Kleidung entfernen.

Auch im Berufsleben soll Kleidung mit `intelligentem" Zusatznutzen Einzug halten. So hat etwa das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) eine Hightech-Ausrüstung für Fahrradkuriere entwickelt. Der Prototyp verfügt über einen PDA (Personal Digital Assistant), ein Handy und eine textile Tastatur zur Bedienung des Gesamtsystems.

Außerdem bietet die Kleidung ein Navigationssystem, eine Nierenheizung für kalte Tage und ein automatisches Sicherheitssystem, das den Fahrer über einen Transponder in der Jacke erkennt und bei seiner Ankunft automatisch das Schloss öffnet.

Die Energie für die Ausrüstung liefert der Fahrraddynamo. "Wenn die Elektronik fester Bestandteil des mobilen Alltags werden soll, dann muss sie direkt am Körper getragen werden können - am besten unsichtbar und ergonomisch in die Kleidung integriert", betont IZM-Expertin Christine Kallmayer. Kein Problem: Bereits in wenigen Jahren wird der Computer nach Ansicht der Forscher zum elektronischen Staubkorn geschrumpft sein.