Notebooks Damit der Akku besser ackert

Immer wenn man den mobilen Rechner am dringendsten braucht, dann ist der Akku leer. Mit ein paar Kniffen jedoch lassen sich die Energiezellen optimal ausreizen. manager-magazin.de sagt, wie's geht.

Hamburg - Die Welt macht mobil: Computer und Telefone, ja selbst das Internet funktioniert mittlerweile kabellos - GPRS, Bluetooth und Wireless Lan machen es möglich. Nur der drahtlose Strom ist leider noch nicht erfunden, weshalb die praktischen mobilen Geräte mit mehr oder weniger zuverlässigen Akkus ausgestattet sind.

Bei Handys ist die Sache noch einfach: Nach zwei Jahren, wenn sich die ersten größeren Abnutzungserscheinungen der Energiezellen bemerkbar machen, gibt es einen neuen Vertrag und damit ein neues Handy plus neuem Akku. Selbst der liebloseste Umgang schafft es nicht, den Saftspender in dieser Zeit vollends zu ruinieren.

Bei Notebooks sieht es anders aus. Abgesehen davon dass der durchschnittliche Mobilrechner selten pünktlich nach zwei Jahren ausgetauscht wird, laufen die Anwendungen auf den digitalen Helfern meist deutlich länger und brauchen entsprechend mehr Energie. Folge: Für denjenigen, der sich auf einer Bahnfahrt mit Filmmonumenten wie "Ben Hur" unterhalten will, reicht der Saft nicht mal bis zum legendären Wagenrennen.

Memory mit Schreck-Effekt

Damit nicht genug: Gerade bei betagteren Laptops verkürzt die ältere Technik die Akku-Lebensdauer. Bis vor ein, zwei Jahren verfügten die meisten Notebooks noch nicht über energiesparende Chips, wie den Centrino von Intel , die extra für mobile Geräte entwickelt wurden.

Hinzu kommt der gefürchtete Memory-Effekt. Bemerkbar macht er sich vor allem bei den älteren Nickel-Cadmium-Akkus: Ist eine solche Energiezelle nur zu einem Viertel geleert und wird an das Stromnetz angeschlossen, "merkt" sie sich, dass nur 25 Prozent nachgeladen werden müssen. Ist der Akku voll, nutzt er zunächst nur das nachgeladene Viertel statt der eigentlich verfügbaren Gesamtkapazität, was für die Gesamtleistung auf Dauer schädlich ist.

Mit der richtigen Pflege lässt sich die Laufzeit aller Akku-Typen deutlich verlängern. Die Computerzeitschrift "C't" behauptet sogar: Statt der üblichen Lebensdauer von rund drei Jahren seien bei richtigem Umgang bis zu fünf Jahre drin. Auch wenn irgendwann wohl oder übel endgültig Schluss ist. Alle heute gebräuchlichen Energiezellen lassen sich nämlich höchstens 1000 Mal wieder aufladen.

Wie Sie Ihren Akku erziehen

Möglichst selten ans Stromnetz

Deshalb raten Experten dazu, Notebooks oder auch PDAs und Handys möglichst selten an das Stromnetz zu hängen. Denn jedes Einstöpseln in die Steckdose knapst an der höchstmöglichen Zahl von Ladevorgängen, auch bei Teilentladungen. Dieser Umstand kann sich langfristig schädlich bemerkbar machen, wenn das Notebook beim Schreibtisch-Einsatz häufig am Strom hängt.

Jedoch gibt es unterschiedlich intelligente Akkus. Während einige sich sofort und immer aufladen, sobald die Stromzufuhr einsetzt, kennen andere ihre Grenzen. Sie beginnen erst mit dem Nachladen, wenn der Akku einen bestimmten Lade-Grenzwert unterschreitet. Weil aber kaum ein Hersteller angibt, um welchen Akkutyp es sich handelt, empfiehlt die "C't", die Zellen vor dem Netzbetrieb herauszunehmen.

Dieser Rat hat noch einen zweiten Grund: Denn die Hitze innerhalb des Geräts, erzeugt durch die permanente Stromversorgung sowie die beständige Vollladung, beschleunige die Alterung des Akkus. Die wieder aufladbaren Zellen haben es lieber kühl, so das Magazin.

Wie Sie Ihren Akku erziehen

Zudem sollten Akkus konditioniert, also erzogen werden. Hintergrund sind die im Akku befindlichen Zellen: Im normalen Windows-Betrieb etwa wechseln die Energieanforderungen ständig, wodurch sich die chemischen Prozesse im Akku verändern. Die kristalline Struktur erstarrt, wenn sie nicht ständig benutzt wird, so dass jede nicht verwendete Zelle langsam abstirbt. Deshalb ist es wichtig, die Akkuleistung möglichst regelmäßig bis zur vollständigen Entladung auszureizen.

In jeder Bedienungsanleitung steht der Hinweis, dass Akkus erst dann ihre volle Leistungskraft erreichen, nachdem sie zwei- bis dreimal komplett be- und entladen wurden. Wer sich daran hält, wird feststellen, dass die Energiespeicher weniger schnell an Leistung einbüßen.

Auch wenn die modernen Lithium-Ionen-Akkus laut manchen Herstellerangaben jederzeit wieder nachgeladen werden können, ohne dass sich der Memory-Effekt einstellt, raten einige Experten dazu, diese Luxuszellen ebenfalls grundsätzlich leer laufen zu lassen, bevor sie wieder ans Netz kommen. Denn auch bei den neuen Akkus nagt ein leichter Memory-Effekt an der Leistungsfähigkeit, nur eben langsamer.

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