Laptop-Historie 15 Kilo für unterwegs

Schwer wie ein Wackerstein, winzige Bildschirme und die Gestalt von Nähmaschinen: Die ersten Laptops hatten mit den heutigen Modellen etwa so viel Ähnlichkeit wie der Flyer der Gebrüder Wright mit einem Düsenjet.

Hamburg - Geistiger Vater des portablen Computers ist Alan Kay vom Xerox Palo Alto Research Center. Kay hatte in den 70er Jahren die Idee zu einem leichten, tragbaren Rechner, den er Dynabook nannte. Schon damals dachte der Forscher an Funknetzwerke als Kommunikationsmittel zwischen den Geräten. W-Lan lässt grüßen.

Den ersten Schritt von der Theorie in die Praxis unternahm 1979 William Moggridge. Im Auftrag der Grid Systems Corp. entwickelte Moggridge einen Kleinrechner, den die NASA bei den Spaceshuttle-Flügen einsetzte.

Während sich die US-Astronauten also schon früh mit den elektronischen Statussymbolen schmückten, wartete der Rest der Welt weiter auf den Laptop. Über die Genese des ersten massentauglichen Computers für unterwegs kursieren indes zwei Versionen.

Osbornes Ur-Laptop

Zum einen wird Gavilian Computers als Geburtsstätte genannt. Das Unternehmen brachte 1983 einen Sechs-Kilo-Rechner mit 64 Kilobyte Arbeitsspeicher und eingebautem Drucker auf den Markt.

Häufiger aber erklären die Quellen Adam Osborne zum eigentlichen Erfinder des Laptops. Der 1939 in Thailand geborene Sohn britischer Eltern machte zunächst Karriere als Chemiker bei Shell und als Verleger von Büchern über Computerthemen. 1980 tat sich Osborne mit dem arbeitslosen Informatiker Lee Felsenstein zusammen und entwickelt den Osborne1.

Das Gerät wog 15 Kilogramm und besaß einen fünf Inch messenden Bildschirm, der 52 mal 24 Zeichen darstellte. Der Osborne1 wurde im April 1981 für 1795 Dollar angeboten und avancierte zum Verkaufsschlager. Schon wenige Monate später setzte Osbornes Unternehmen eine Million Dollar um. Im zweiten Jahr nach Markteinführung wurden bereits 70 Millionen Dollar eingenommen.

Der Pionier übernimmt sich

Dann aber verhob sich Osborne. 1982 sollte das Nachfolgemodell Osborne Vixen auf den Markt kommen. Jedoch platzten sämtliche Auslieferungstermine. Derweil kaufte die Fangemeinde keinen Osborne1 mehr, sondern wartete auf die nächste Generation der tragbaren Rechner. Als das Nachfolgemodell dann 1983 endlich in Gestalt des Osborne Executive erschien - ausgestattet mit 128 Kilobyte Random Access Memory (RAM) und 7-Inch-Monitor - war es bereits zu spät. Inzwischen gab es auch andere Anbieter portabler Computer.

Bald stiegen auch die Branchengrößen in das Laptop-Geschäft ein. 1984 präsentierte IBM  den 5155. 1988 folgte Compaq mit dem ersten Laptop mit VGA-Grafik und herausnehmbarer Tastatur. Ein Jahr später ging Apple  mit dem Macintosh Portable an den Markt, dem Vorgänger der heutigen Powerbooks.

Laptop-Erfinder Osborne hatte sich da längst vom Geschäft mit den Flachrechnern verabschiedet. Kurz nach dem Osborne-Executive-Desaster ging sein Unternehmen in den Konkurs. Ein Intermezzo als Verlagschef endete zudem in einem Copyright-Streit mit dem Software-Giganten Lotus. Im März dieses Jahres starb Osborne im Alter von 64 Jahren in Indien.

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