DVD-Trends Kleiner, schneller, besser

Anbieter wollen vom DVD-Boom profitieren. Mit neuen Geräten und Services rund um die "Digital Versatile Disc" sollen die Kunden geködert werden. Philips arbeitet jetzt sogar an der Mini-DVD fürs Handy.

Hamburg/Düsseldorf – Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft startet die DVD-Industrie zur Großoffensive. Zahlreiche Produkte und Services rund um das digitale Videovergnügen kommen im Spätherbst auf den Markt.

So präsentiert etwa Panasonic den ersten Flachbildschirm mit integriertem DVD-Player. Das Gerät mit dem Produktnamen TX-15LV1F wiegt sechs Kilogramm und lässt sich wie ein Bild an die Wand hängen.

Das Display liefert eine Auflösung von 800.000 Pixeln. Eine automatische Anpassung des Hintergrundlichtes soll für einen besseren Helligkeitswert als bei herkömmlichen LC-Displays sorgen. Der TX soll im November für 2699 Euro in den Handel kommen.

Konkurrent Pioneer präsentiert unterdessen einen DVD-Brenner, der DVDs mit vierfacher und wiederbeschreibbare DVDs mit zweifacher Geschwindigkeit beschreibt. Wie Pioneer mitteilt, arbeitet das Laufwerk mit der Bezeichnung DVR-A05 bereits nach dem neuen Standard für Highspeed-Medien. Der Brenner, mit dem auch CD-Rohlinge beschrieben werden können, ist von November an für 349 Euro erhältlich.

DVDs fürs Handy

Ganz neue Wege bei der Digital Versatile Disc geht Philips. Der IT-Konzern arbeitet derzeit an DVDs im Miniformat.

Die Disc mit dem Arbeitstitel "Small Form Factor Optical" (SFFO) kann bei einem Durchmesser von drei Zentimeter bis zu einem Gigabyte an Daten speichern. Dabei basiert SFFO auf der Blu-ray-Disc-Technik, die derzeit als Nachfolger der DVD entwickelt wird. An Blu-ray arbeiten neben Philips auch Pioneer, Panasonic, Samsung, Sharp und Sony.

Die Trägerschicht der SFFO besitzt eine Dicke von 0,1 Millimetern. Die Lesegeräte können bei einer Dicke von 0,5 Zentimetern, einer Breite von 3,4 Zentimetern und einer Länge von 5,6 Zentimetern bequem in mobile Geräte wie Handys oder PDAs integriert werden.

Erste Mini-DVD-Produkte will Philips in etwa zwei Jahren auf den Markt bringen. Der Preis für die Laufwerke liegt zunächst bei etwa 110 Euro. Die Datenträger dagegen kosten in der Produktion nur wenige Cent.

DVD-Ausleihe im Internet

Der DVD-Boom erzeugt derweil eine neue Form der Ausleihe. Der Handelskonzern Wal-Mart etwa bietet DVDs über das Internet an – zunächst allerdings nur in den USA. Für rund 19 Dollar monatlich kann sich der Kunde so viele Filme ausleihen wie er will.

Einzige Einschränkung: Maximal drei Scheiben zur gleichen Zeit dürfen geordert werden. Erst nach der Rückgabe dieser DVDs lassen sich weitere Medien ausleihen. Insgesamt sollen über 12.000 Titel zur Auswahl stehen.

In den USA ist Wal-Mart nicht die erste Internet-Verleihstation für DVDs. Bereits seit rund vier Jahren gibt es dort Netflix, die ebenfalls mit einem monatlichen Pauschalpreis arbeitet. Die Gebühr liegt bei knapp 20 Dollar. Gegen den gigantischen Wal-Mart-Konzern dürften die Online-Verleiher nach Einschätzung von Experten jedoch keine Chance haben.

Hier zu Lande müssen sich die Kunden von Netleih.de mit einem vergleichsweise mageren Angebot von ein paar Hundert Filmen begnügen. Für knapp 20 Euro pro Monat kann der Kunde dann DVDs ausleihen. Auch hier gilt allerdings die Einschränkung von maximal drei Filmen. Die Scheiben kommen versandkostenfrei per Post und lassen sich in einem beiliegenden Umschlag bequem zurücksenden.

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