Sorge vor weiteren Corona-Schäden Swiss Re - "Es ist nicht vorbei für uns"

Die Corona-Krise kommt die Swiss Re bisher teurer zu stehen als ihre Rivalin Munich Re. Zwar schaffte es der Rückversicherer im dritten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen. Nach neun Monaten steht aber ein dicker Verlust.
Warenhaus in Zürich: Die Swiss Re hat in der Corona-Krise Milliardenschäden zu stemmen, die sich aus aus Versicherungen etwa gegen Betriebsunterbrechung und ausfallender Großveranstaltungen ergeben

Warenhaus in Zürich: Die Swiss Re hat in der Corona-Krise Milliardenschäden zu stemmen, die sich aus aus Versicherungen etwa gegen Betriebsunterbrechung und ausfallender Großveranstaltungen ergeben

Foto: Alexandra Wey/ dpa

Der Rückversicherer Swiss Re stellt sich auf weitere Verluste durch die Pandemie ein. Er denke, dass die Rückstellungen für Schäden etwa durch Betriebsunterbrechungen oder die Verschiebung und Absage von Veranstaltungen im Moment angemessen seien, sagte Finanzchef John Dacey am Donnerstag. "Aber das ist nicht vorbei – es ist nicht vorbei für uns, es ist nicht vorbei für die Branche." Der Konzern werde von Quartal zu Quartal abschätzen, für welche Schäden er Vorsorge treffen müsse.

Der nach der Munich Re zweitgrößte Rückversicherer der Welt hat seine Rückstellungen für Schadenzahlungen infolge der Viruskrise im dritten Quartal um 500 Millionen auf nunmehr drei Milliarden Dollar erhöht. Obwohl die Geschäfte für Swiss Re im dritten Quartal rund liefen und der Konzern an den Finanzmärkten gut verdiente, stand deswegen und wegen teurer Naturkatastrophen nach neun Monaten ein Verlust von 691 Millionen Dollar zu Buche. Mit Blick auf eine Dividende sagte Dacey, ein Ziel von Swiss Re sei es, Ausschüttungen an die Aktionäre aufrechtzuerhalten.

Hoher Verlust nach neun Monaten

Im dritten Quartal selbst hatte der Rückversicherer nach milliardenschweren Schäden durch die Corona-Pandemie im Sommer es wieder in die schwarzen Zahlen geschafft. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 444 Millionen US-Dollar (379 Millionen Euro). Das Ergebnis lag über den durchschnittlichen Analystenerwartungen.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Swiss-Re-Aktie  legte gegen Freitagmittag in Zürich um 2,6 Prozent auf 65,20 Schweizer Franken zu und war damit Spitzenreiter im dortigen Leitindex SMI . Seit dem Jahreswechsel hat das Papier infolge der Corona-Krise aber rund 40 Prozent eingebüßt.

Nach den ersten neun Monaten summieren sich die Belastungen auf rund drei Milliarden Dollar. Der Löwenanteil der Schäden stammt mit rund 1,7 Milliarden Dollar aus Versicherungen gegen Betriebsunterbrechung und den Ausfall von Großveranstaltungen. Die erhöhten Todesfallzahlen schlugen mit 667 Millionen Dollar zu Buche.

Corona-Krise kommt Schweizer teurer als Munich Re

Damit kam die Corona-Krise die Swiss Re bisher noch teurer zu stehen als ihre Rivalin Munich Re. Der Dax-Konzern hat in den ersten neun Monaten nach vorläufigen Zahlen coronabedingte Schäden von rund 2,3 Milliarden Euro verbucht. Die Swiss Re kommt umgerechnet auf knapp 2,6 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu den Schweizern hielt sich der Münchner Branchenriese bisher jedoch in den schwarzen Zahlen - auch dank der Gewinne seiner Erstversicherungstochter Ergo aus Düsseldorf.

Zudem schlugen bei der Swiss Re weitere Großschäden im Schaden- und Unfallgeschäft in den ersten neun Monaten mit 1,5 Milliarden Dollar negativ zu Buche. Auslöser waren etwa die Hurrikane "Laura" und "Sally", die Waldbrände in Kalifornien, sowie Überschwemmungen am Fluss Jangtse, der Taifun "Haishen" und die schwere Explosion in Beirut.

rei/Reuters/dpa-afx
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