mm.de zum Jahresstart: So managen Sie Ihr Leben, Teil VI Zehn Fragen, die Ihren persönlichen Stil verbessern

Jetzt ist die Zeit, Ihr Leben zu ordnen! Wo stehen Sie, was sollten Sie tun? In der sechsten Folge unserer Serie "So managen Sie Ihr Leben" hilft Ihnen unsere Stilexpertin Katharina Starlay mit zehn Fragen, Ihren Stil zu optimieren - und immer gut auszusehen. Los geht's!
Von Katharina Starlay
Es muss ja nicht gleich Leidenschaft sein, aber machen Sie Ihren Frieden mit sich und Ihrem Aussehen

Es muss ja nicht gleich Leidenschaft sein, aber machen Sie Ihren Frieden mit sich und Ihrem Aussehen

Foto: Corbis

Wie zufrieden sind Sie mit sich und Ihrem Äußeren?

Sie ist eine gewagte Angelegenheit: Die Zufriedenheit mit sich selbst - noch viel mehr, wenn es um Äußerlichkeiten geht. Erstens ist der Weg manchmal weit, zweitens wird - wer sie hat - schnell als eingebildet und eitel abgestempelt. Das spiegelt schon unser gesellschaftlicher Umgang mit Komplimenten: "Ach, das habe ich doch im Ausverkauf erworben!" ist eine von vielen leider üblichen eher abwehrenden Antworten auf verbale Blumen.

Katharina Starlay
Foto: Antje Kern

Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt erschienen: Erfolgreich über 50: Stilvoll älter werden  ) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de .

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Das biedermeierliche Herunterspielen ist aber nicht, was wir von Menschen mit Selbstwert, die im Geschäftsleben viel erreicht haben, erwarten. Als gestandene Persönlichkeit dürfen wir unsere Erziehung und unsere Glaubenssätze also ruhig auch einmal hinterfragen: Ist Eitelkeit wirklich etwas Schlechtes? Und Bescheidenheit eine Zier?

Sind Sie allerdings nicht zufrieden oder sehen noch Potenzial, dann hilft Ihnen die Erkenntnis, dass sich die Garderobe und auch der Körper mit professioneller Hilfe nach Ihren Wünschen gestalten lassen. Man muss es nur beschließen.

Erinnert man sich an Sie oder Ihre Marke?

Es muss nicht immer Marineblau sein. Gut, vielleicht auch keine bunten Lichter. Aber Farbe darf schon sein.

Es muss nicht immer Marineblau sein. Gut, vielleicht auch keine bunten Lichter. Aber Farbe darf schon sein.

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

In Firmen und Branchen, Clubs und gesellschaftlichen Kreisen werden wir sehr schnell gleich geschaltet. Und wer seinen Kopf hinaus wagt, wird schnell zurück gepfiffen: Wehe, Sie greifen für einen Bühnentraining zu einer Farbe, die Ihnen großartig steht - Marineblau sieht man lieber an Ihnen …

Das hat jahrzehntelang so funktioniert. Dabei verwechseln die meisten Dresscode und persönlichen Stil. Manche Berufe setzen eine bestimmte Formalität und Angezogenheit voraus, die Vertrauen erwecken soll. Innerhalb dieses Rahmens ist aber jeder für seinen eigenen Ausdruck verantwortlich, und der sollte einprägsam sein.

In einem Markt, wo verglichen wird, Produkte und Leistungen austauschbar sind und die Preise nicht weiter herunter geschraubt werden können, sind es diese Faktoren, die den Unterschied machen: Persönlichkeit, Charakter, Service.

Diesen Charakter sollte man Ihnen auch ansehen, denn Sympathie entsteht zunächst durch den nur scheinbar oberflächlichen Eindruck. Deshalb sollte dieser eine Geschichte über Sie und Ihre Marke erzählen, nicht nur in der Werbung, sondern sichtbar am Menschen, der für diese Marke steht. Denn nur wer sein Äußeres und sein Inneres in Einklang bringt, zieht Kunden an, die dazu passen - und bleiben. Diese einfache Formel funktioniert für Menschen und für Unternehmen.

Können Sie selbst Ihre Kleidung vergessen?

Modenschau im Straßencafé: Wer hier vorüberkommt, wird natürlich begutachtet. Und so ist es überall.

Modenschau im Straßencafé: Wer hier vorüberkommt, wird natürlich begutachtet. Und so ist es überall.

Foto: Bernd Weißbrod/ dpa

Was tun wir, wenn wir an einem Frühsommertag in einem Café in der Fußgängerzone sitzen und einen Cappuccino genießen? Richtig. Wir beobachten Menschen - und meistens registrieren und kommentieren wir das, was uns an ihrer Erscheinung nicht gefällt.

Kleidung wird also immer dann wichtig, wenn sie nicht stimmt. Wenn wir uns aber in unserer Haut und Kleidung wohlfühlen und sicher sein können, dass alles zu uns als Typ und zu unserem Körper und seinen Bewegungen passt, dann wird das Outfit zu dem, was es ist: Zur wichtigsten Nebensache im zwischenmenschlichen Kontakt, die wie gute Kommunikation erwünschte Botschaften vermittelt.

Deshalb sollten Sie sich regelmäßig die Zeit nehmen, Ihren Style darauf zu überprüfen, ob er zu Ihnen und Ihrer Aufgabe passt. Erst dann haben Sie den Kopf frei für das Eigentliche - Ihre Aussage.

Welche drei Begriffe beschreiben Ihre Ausstrahlung?

Wissen Sie, wie Sie auf andere wirken? Versuchen Sie einmal, Ihre Ausstrahlung in Begriffe zu fassen

Wissen Sie, wie Sie auf andere wirken? Versuchen Sie einmal, Ihre Ausstrahlung in Begriffe zu fassen

Foto: JEWEL SAMAD/ AFP

Der Elevator-Pitch wird in Netzwerken, Seminaren und Foren bis Ultimo trainiert. Da wird am Kundennutzen und der stärksten Formulierung gefeilt - nur manchmal fehlt der Bezug zur Basis, die Verbindung zu der Person, die das Ganze leisten will. Gerade Gründer und Selbständige neigen dazu, die eigene Persönlichkeit als treibendes Element nicht genügend zu beleuchten.

Es lohnt sich, in einer stillen Stunde zu reflektieren und aufzuschreiben, welche Begriffe Ihre Ausstrahlung beschreiben. Fragen Sie ruhig liebevoll-kritische Freunde und feilen Sie an der Treffgenauigkeit dieser Begriffe, bis Sie haben, was Sie am besten beschreibt. Ihre Sammlung sollte am Schluss auf möglichst wenige Treffer geschrumpft sein.

Dabei sammeln Sie auf drei Ebenen: Zunächst Ihr Aussehen, Ihre physische Wirkung ("elegant" oder "natürlich"). Dann die greifbaren Verhaltensmerkmale (wie "schüchtern", "herzlich" oder "dynamisch"). Schließlich die subjektiv-interpretierbare Schlussfolgerung ("intellektuell" oder selbstbewusst"). Wenn die persönliche Substanz einen Namen hat, lässt sich leichter formulieren, wem sie den besten Nutzen bringt.

Wie lang brauchen Sie morgens, um sich anzuziehen?

Kommen Sie morgens nur mit Butler-Hilfe rechtzeitig ins Büro? Dann sollten Sie Ihren Kleiderschrank ordnen

Kommen Sie morgens nur mit Butler-Hilfe rechtzeitig ins Büro? Dann sollten Sie Ihren Kleiderschrank ordnen

Foto: DB Christian Fürst/ picture-alliance/ dpa

Für manche sind es quälende Minuten vor dem Kleiderschrank, für andere ist es "nicht so wichtig" und geht daher schnell. Für beide gilt: Eine Garderobeninventur klärt das Selbstbild und sorgt für die richtige Strategie, durch die sich morgens viel wertvolle Zeit sparen lässt.

Das Wichtigste in Kürze: Trennen Sie sich kompromisslos von allem, was Ihnen nicht (mehr) passt oder in keinem guten Zustand mehr ist. Verabschieden Sie alle Oberteile, deren Farbe Ihnen nicht steht. Räumen Sie Offsaisonware aus dem Blick und aus dem Sinn, zum Beispiel in den Keller. Stellen Sie die Innenschrankaufteilung auf den Kopf: Es macht keinen Sinn, Anzüge/ Kostüme, Hemden/ Blusen und Hosen/ Röcke getrennt aufzubewahren.

Kombinieren Sie in einer stillen Stunde Outfits, die zu Ihren persönlichen Stil und den verschiedenen Gelegenheiten passen, so dass Sie einfach nur hineinzugreifen brauchen, in Ihren gut sortierten Kleiderschrank.

Kennen Sie Ihre Joker in Garderobenfragen?

Keine Spur unsicher: Angelina Jolie beim Posieren mit Fans. Aber auch für Normalos kann die Kamera ein ehrlicher Freund sein.

Keine Spur unsicher: Angelina Jolie beim Posieren mit Fans. Aber auch für Normalos kann die Kamera ein ehrlicher Freund sein.

Foto: JASON REED/ REUTERS

Viele Unsicherheiten, ob ein Outfit passt, sitzt, vorteilhaft und vom Dresscode her angemessen ist, lassen sich vermeiden, indem wir den Betrachterblick einnehmen. Ein denkbar einfacher Ansatz, für den sich viele aber nicht die Zeit nehmen. Gönnen Sie sich ab jetzt die wenigen wertvollen Minuten für den Einsatz dieser Geräte:

Der Spiegel, mit dem Sie Ihr Aussehen von hinten kontrollieren. Unvorteilhafte Rock- und Jackenlängen oder auch eine unerwünschte Silhouette zeigen sich nämlich am deutlichsten von der Rückenansicht! Betrachten Sie sich daher nicht nur beim Einkauf von allen Seiten mit dem kritischen Blick des Smart Shoppers.

Der Fotoapparat: Vor einem wichtigen Auftritt, einer Präsentation oder jeder anderen Gelegenheit, die Ihnen wichtig ist, sollten Sie Ihre Kleidung rechtzeitig checken und auch anprobieren. Wenn Sie Ihr Outfit dann auch noch fotografieren, sehen Sie, was andere sehen. Dadurch entwickeln Sie Bewusstsein für Details und werden mit einem wunderbaren Selbstbewusstsein belohnt! Denn sobald Sie sicher sind, dass alles perfekt ist, werden Sie Ihre Kleidung vergessen können - und sind so charmant und überzeugend wie nie.

Welche Geschichte erzählt die Verarbeitung Ihrer Kleidung über Sie?

Gute Verarbeitung: Lernen Sie, einen Blick dafür zu entwickeln - und kaufen Sie für preiswertere Teile wenigstens gute Knöpfe

Gute Verarbeitung: Lernen Sie, einen Blick dafür zu entwickeln - und kaufen Sie für preiswertere Teile wenigstens gute Knöpfe

Foto: Corbis

Ob Nobelmarke oder Vertikalanbieter - heute produzieren die meisten in weit entfernten Ländern, nicht selten in denselben Produktionsstätten. Wir können die Herkunft der Textilien, die wir an unsere Haut lassen, nur noch ungefähr definieren, Textilkennzeichnung hin oder her.

Umso wichtiger ist es, ein paar neuralgische Punkte zu kennen, an denen sich gute von schlechter Verarbeitung abhebt: (Revers-)Krägen stehen nicht ab, sondern liegen an, die Ware hat keinen Bügelglanz und keine Bügelabdrücke, die Nähte zeigen ein sauberes, glattes Nahtbild, es hängen keine Fadenenden herunter und die Knöpfe sind wertig und passen zum Teil - sonst tauschen Sie sie bitte aus.

Ein wacher Blick für diese und weitere Details pflegt Ihr Image und vermittelt, dass Sie auch sonst auf Qualität Wert legen, zum Beispiel in den Ergebnissen Ihrer Arbeit. Elisabeth Arden, eine Ikone der Kosmetikindustrie, sagte einmal: "Qualität erzeugt Vertrauen, Vertrauen erzeugt Begeisterung, Begeisterung erobert die Welt."

Gehen Sie gut mit Textilien um?

Kleiderpflege: Nur mit gepflegten Sachen lässt sich ein Image von Zuverlässigkeit und Lebensgewandtheit aufbauen

Kleiderpflege: Nur mit gepflegten Sachen lässt sich ein Image von Zuverlässigkeit und Lebensgewandtheit aufbauen

Foto: SPIEGEL ONLINE

Es gibt triftige Gründe, mit Textilien gut umzugehen - hier drei besonders wichtige.

  • Image: Kleidung, die richtig gepflegt wird, sieht wesentlich länger und wesentlich besser aus, was Rückschlüsse auf den Träger zulässt. Nur mit gepflegter Bekleidung lässt sich ein Image von Zuverlässigkeit, Sorgfalt im Umgang mit Ressourcen und Lebensgewandtheit aufbauen. Nachhaltiges Verhalten kann und darf also durchaus egoistische Motive haben.
  • Umwelt: Wasserverbrauch ist der größte Umweltfaktor in Lebenszyklus eines Kleidungsstücks. Nicht etwa seine Herstellung. Wasser aber ist kostbar - und wird es immer mehr.
  • Souveräne Mobilität: Der global gewordene Bewegungsradius (das Selbstbild des Weltenbürgers/ "Ich bin auf der Welt zuhause") verlangt eine kleine, überschaubare und stets kofferfähige Garderobe. Außerdem sollte diese Respekt für Gebräuche und Sitten in anderen Ländern reflektieren und wechselnde Klimazonen bedienen. Wissen über textile Fasern und ihre Trageeigenschaften ist die Voraussetzung, um eine solche Garderobe für sich aufzubauen und zu nutzen.

Ist Ihnen Ihre Attraktivität als Frau oder Mann bewusst?

Gefahr im Anzug: Attraktivität ist ein unterschätzter Faktor im Geschäftsleben

Gefahr im Anzug: Attraktivität ist ein unterschätzter Faktor im Geschäftsleben

Foto: Hugo Boss

Darauf gründet sich eines der erfolgreichsten Unternehmen unserer Neuzeit und auch die Schmuck-Welt lebt davon: Von dem Bedürfnis, schnell und ohne sich zu weit vorzuwagen herauszufinden, ob ein potenziell interessanter Mensch gebunden ist oder nicht. Die Ur-Idee von Facebook war, über das eigene Profil in erster Linie den Beziehungsstatus zu veröffentlichen, um zu signalisieren, ob man "zu haben" ist oder nicht. Wer meint, dass das Thema im Business nicht relevant sei, der irrt. Die meisten Beziehungen entstehen am Arbeitsplatz.

Wir leben in einer Welt voller Partnerwechsel, Wunschdenken und Anziehungskraft. Manchen scheint das aber nicht bewusst zu sein. Machen Sie sich bitte klar, dass Sie grundsätzlich immer Anziehung ausüben: Was gefällt, entscheidet man nämlich nicht selbst, sondern der Geschmack des Gegenübers.

Gerade im Beruf aber kann es unangenehm werden, wenn über die Art des menschlichen Interesses Missverständnisse entstehen, zumal der Partnerring als Symbol nicht von allen getragen wird. Wer sich auf dem Parkett menschlicher Beziehungen also elegant bewegen will, gewöhnt sich am besten an, die oder den eigenen Partner beim ersten Anzeichen von Interesse in das Gespräch einzuflechten, zum Beispiel: "Mein Mann/ meine Frau und ich sprechen auch häufiger darüber …" Beiläufig als Small Talk, leichtfüßig wie ein Kompliment. So sorgen Sie für Klarheit und mehr Ruhe im Karton der privaten Neuorientierung.

Lassen Sie andere Menschen gut aussehen?

Auch das ist Stil: Anderen helfen, das Gesicht zu wahren

Auch das ist Stil: Anderen helfen, das Gesicht zu wahren

Foto: Corbis

Dass man als Chef oder Chefin seine Mitarbeiter nicht vor versammelter Mannschaft abkanzelt, ist klar. Genauso wenig wie man dem Lebens- oder Ehepartner in den Rücken fällt, indem man in Gesellschaft über dessen Schwächen und Marotten spricht. Auch die in Punkt 9 erwähnte Fähigkeit, etwas subtil klar zu stellen - und damit dem anderen die plumpe Nachfrage zu ersparen - gehört dazu: Zu der Eleganz des Geistes.

Wie aber steht es mit den vielen kleinen Situationen im Alltag, über die wir kaum nachdenken und auf die wir auch nicht vorbereitet sind? Wie steht es zum Beispiel mit dem Bewerber, der einen Blackout hat, dem Chef, der nach dem Businesslunch Salatkräuter zwischen den Zähnen zeigt oder der Kundin mit Laufmasche?

Es geht die Mär von einem Hochschulprofessor, der einen ganzen Tag mit Sitzungen, Vorlesung und Terminen verbrachte bis ihn jemand darauf ansprach, dass er noch Spuren der morgendlichen Zahnpasta im Gesicht trug … Kleine sensible Würdigungen fallen leicht, wenn man in sich hinein horcht und hört, was einem selbst lieb und angenehm wäre, um eben jenes Gesicht zu wahren.

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