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Wolkenkratzer: Pariser Höhenangst

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Architektur Das ist die Höhe - Paris streitet über Wolkenkratzer

Die umstrittenen Pläne für den Bau eines Wolkenkratzers in Paris haben zu einem heftigen politischen Streit geführt. Stein des Anstoßes ist ein 180 Meter hoher Turm, entworfen von dem Schweizer Büro Herzog und de Meuron.

Paris - Der Pariser Stadtrat stimmte am Montag mit knapper Mehrheit gegen den Bau des dreieckigen, gläsernen Turms, der im Südwesten der Stadt gebaut werden sollte. Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die hinter dem Projekt steht, kündigte aber umgehend eine Klage gegen das Votum an.

Das 43 Stockwerke hohe Bürogebäude Tour Triangle (Dreiecks-Turm) sollte auf dem Messegelände an der Porte de Versailles im Südwesten der französischen Hauptstadt gebaut werden. Entworfen wurde der dreieckige Wolkenkratzer, der wie eine Pyramide aussieht, von dem bekannten Schweizer Architekturbüro Herzog und de Meuron. Gegen das Projekt, in das der Bauriese Unibail-Rodamco 520 Millionen Euro investieren will, formierte sich im Pariser Stadtrat aber eine breite Koalition aus der konservativen UMP, den Zentrumsparteien UDI und MoDem und den Grünen.

Diese halten das Hochhaus für überflüssig und argumentieren, es in Paris stünden "mehr als eine Million Quadratmeter Bürofläche" leer. Die bei den Gemeindewahlen im März unterlegene UMP-Bürgermeisterkandidatin Nathalie Kosciusko-Morizet kritisierte, das Hochhaus werde den Standort Paris nicht attraktiver machen und sprach sich gegen den Bau eines "isolierten" Wolkenkratzers aus.

Bei der Abstimmung am Montag ging es um die Freigabe des Baugrundstücks. Auf Antrag der Sozialisten wurde eine geheime Abstimmung angesetzt - einige Stadträte zeigten aber bewusst ihren Wahlzettel vor der Stimmabgabe. "Das Gesetz wurde nicht beachtet", sagte Bürgermeisterin Hidalgo deswegen. Die Angelegenheit werde vor das Pariser Verwaltungsgericht gebracht.

In Paris gibt es traditionell eine starke Abneigung gegen Hochhäuser. Der Bau des 210 Meter hohen Montparnasse-Turms Anfang der 1970er Jahre - des bis heute einzigen Wolkenkratzers in der Pariser Innenstadt - gilt vielen als städtebaulicher Frevel. Die UN-Kulturorganisation Unesco hat vor dem Bau neuer Wolkenkratzer gewarnt. Paris sei "eine der seltenen erhaltenen horizontalen Städte".

afp