Donnerstag, 17. Oktober 2019

Sommer-Hits in der Stil-Sprechstunde Was geht im Sommer im Büro - und was nicht?

4. Teil: Sind Leinenanzüge nur etwas für die Strandpromenade, oder kann ich sie auch im Job tragen?

Atelier Torino

Bei Leinen fragt sich der Betrachter immer, ob sich der Träger damit einen Gefallen tut. Auch wenn das Material mit dem Slogan "Leinen knittert edel" seine Befürworter hat, gibt es gut begründete Stimmen dagegen. Es ist unmöglich, nach vielen Stunden in einem Leinenanzug noch gepflegt auszusehen, deshalb ist er nichts für lange Zug- oder Autofahrten oder Bewerbungsgespräche. Besser ist ein feiner Wollstoff, eventuell mit einem edlen Oberflächenglanz, oder ein Baumwoll-Mischgewebe.

Leinen zählt wie Baumwolle zu den zellulosischen Naturfasern mit einem relativ hohen Feuchtigkeitsaufnahmevermögen, sprich: der Fähigkeit, Schweiß aufzusaugen. Die etwa 100 bis 120 cm hohe Flachspflanze (Lein) wächst in europäischen gemäßigten Zonen und liefert auch das gleichnamige Öl und den Leinsamen und besticht in der Zucht durch die leuchtend blaue Blüte. Die Redewendung "Fahrt ins Blaue" kommt daher. Beliebt ist das Material wegen seines angenehmen, kühlen Griffs bei dauerhaftem Glanz und einer gewissen Strapazierfähigkeit.

Zurück zum Business: Die lässigen, nur halb gefütterten Sommersakkos und -kostüme aus Leinen verströmen im Geschäftsleben meist zu viel Freizeit-Flair, je nach Branche und Terminlage. Bei gefütterten Modellen muss das Futter passend abgestimmt sein: Die beschriebenen Eigenschaften des Leinens kommen nämlich nur dann zum Tragen, wenn nicht ein synthetisches Futter wieder die ganze luftige Atmungsaktivität zunichte macht.

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