Mittwoch, 17. Juli 2019

Sommer-Hits in der Stil-Sprechstunde Was geht im Sommer im Büro - und was nicht?

2. Teil: Welche Strumpfhosenstärke eignet sich am besten, und ist "ohne Strumpf" im Beruf erlaubt?

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Bei den Denier-Angaben verhält es sich genau umgekehrt wie bei der Angabe von Wollstoffen, aus denen Kostüme und Anzüge gefertigt werden: Je höher die Zahl, desto dichter der Strumpf. Bei den Materialangaben für Anzüge dagegen gilt: Je höher die Zahl, desto feiner das Garn - und desto leichter der Stoff.

Als simple Faustregel für die Auswahl von Strümpfen gilt: Je heller und/oder kompakter ein Strumpf (bzw. die Strumpfhose), desto kräftiger wirkt das Bein. Je dunkler und/oder feiner der Strumpf, desto schlanker wirkt das Bein. Die Garnstärke ist also sowohl eine Frage der Optik als auch des Dresscodes, denn im klassisch-konservativen Business und kombiniert mit den entsprechenden Business-Looks wirken Denier-Zahlen um 20 Den eleganter, während dickere Strümpfe sportlich wirken.

Tipp: Halbhohe und hohe Schuhe mit Kostümen in Ganzjahresqualitäten mit 20 Denier (oder feiner) zu kombinieren, flachere Schuhe und Stiefel mit Blockabsatz zum Kostüm mit bis zu 40 Denier. Zum Sommerkostüm tragen Sie hautfarbene, möglichst transparente Strümpfe in feiner Qualität, zum Beispiel 15 Denier. (Die ultra-transparenten mit hauchfeinen 8 Denier werden übrigens mit feinen Handschuhen angezogen.)

Extratipp: Ab 40 Denier sind Strumpfwaren rundgestrickt und ziehen deshalb keine Laufmaschen mehr. Das ist in der Stiefelzeit ein wahrer Segen. Und auch Frauen, die im Sommer lieber Hosen tragen, weil Adern sichtbar sind, schätzen die Blickdichte der höheren Den-Zahlen, die sie in dunklen Farben in der kalten Jahreszeit bevorzugen.

Nackte Beine im Business sind international weniger üblich als bei uns: Viele Amerikanerinnen oder Asiatinnen zum Beispiel bevorzugen die Angezogenheit der oben beschriebenen ultraleichten Strümpfe und wissen um das Geheimnis der besseren Optik durch eine gleichmäßige Farbe, besseren Schutz in heftig klimatisierten Räumen und eine verbesserte Bein-Fitness später am Tag, da die unsichtbare Hülle (auch moralisch) leichten Halt gibt und Schuhe am Fuß weniger scheuern.

Fazit: Unter Hosen geht ein unbestrumpftes Bein durchaus, allerdings wird dann die Innensohle der Schuhe relevant, welche hautsympathisch sein sollte. Zum Rock ist ein Strumpf für wichtige Termine und Verhandlungen auch im Hochsommer strategisch richtig - aber der darf es statt einer Strumpfhose ruhig sein (das wissen schließlich nur Sie selbst).

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