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Starlays Stilfragen: So sehen Ihre Fotos richtig gut aus

Foto: Dühnforth & Wulff

Starlays Stilfragen Wie sehe ich im Internet gut aus?

Von Katharina Starlay

Fassungslos heften sich 80 Augenpaare auf den Bildschirm: Der Top-Experte für Markenpositionierung "Ich helfe Ihrem Business auf die Sprünge" präsentiert sich seinen Zuschauern aber auch so ganz anders als sein drahtig-dynamisches Online-Image vermuten ließ. Heute, im Webinar, offenbart er sich als sympathischer Lebemann, dessen Fotos und Videos im Netz viele Jahre alt sein mussten.

Katharina Starlay
Foto: Antje Kern

Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher und publiziert über Stilthemen: Starlay.de .

Nichts gegen kulinarische Genüsse! Wenn sie aber Folgen zeitigen, wird es Zeit für ein neues Foto. Das Gleiche gilt übrigens, wenn umgekehrt Gewichtsverlust und / oder die Jahre Ihre Erfahrungslinien vertiefen.

Betrachter sind sensibler geworden. Für die Positionierung im Netz ist die richtige Mischung aus fotografischer Nähe und professioneller Distanz daher erfolgsentscheidend. Die Entwicklung der hochauflösenden HD- (High Definition-) Kameras in der Fernsehwelt hat unseren Blick auch auf statische Bilder verändert: Glatten Gesichtern durch satte Retusche glauben wir immer weniger und schenken unsere Sympathie dafür immer mehr Gesichtern und Körpern, denen wir ansehen, dass sie gelebt haben.

So kann die Gourmet-Wölbung unseres Experten zum echten Sympathiepunkt werden - wenn er dazu steht! Das ist die Nähe.

Als Zuschauer wollen wir aber nicht alles wissen, das unserer Vorstellung den Zauber nehmen könnte, denn je mehr Respekt wir vor einem Experten, einem Chef oder einem Idol haben, desto mehr "Image" und Echtheit erwarten wir von ihm oder ihr. Die blanke Realität dagegen kann sehr desillusionierend sein. Das ist die notwendige Distanz.

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Es gilt also, sich des eigenen Image bewusst zu werden und es als erwünschten und vergnüglichen Teil der beruflichen Aufgabe zu verstehen. Gerade, wenn man noch Großes vorhat, sollte man schon jetzt an morgen denken. Dann muss das Bild, das wir abgeben, viel - sehr viel - mit uns zu tun haben, authentisch und auch in zehn Jahren noch unkritisch sein. Denn sonst spült das www. unsere Jugendsünden mit algorithmischer Gemeinheit immer wieder auf die erste Seite der Suchmaschinen. Ein gutes Image braucht einen Plan.

Es bringt also nichts, an längst vergangenen Zeiten festzuhalten. Die sich immer schneller drehende (Bewegt-) Bilderwelt verlangt von uns Aktuelles. Um diese Notwendigkeit der hochklassigen bildlichen Darstellung ist eine ganze Industrie entstanden, die weltweite Betrachter hautnah an uns herankommen lässt. Die Eigenverantwortung ist also groß.

Wie kann ich dafür Sorge tragen, dass mein Bild im Netz ein gutes ist? Es beginnt mit einem guten Porträtfoto, das etwa alle 2-3 Jahre neu fällig ist. "Gut" bedeutet in dem Fall, dass der Fotograf Ihrer Wahl nicht nur Ihr Vertrauen gewinnt, sondern es auch wert ist. Er oder sie nimmt sich Zeit, Sie als Person zu begreifen und schafft einen Rahmen, in dem Sie wirken können. Das Auge des neuen Zeitgeistes liebt die Ehrlichkeit. Deshalb ist digitale Retusche bei einem guten Fotografen auf ein Minimum reduziert. Stattdessen hat er oder sie den Focus auf Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Aussage, dem richtigen Licht und dem perfekten Moment, in dem er abdrücken kann.

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