Dienstag, 15. Oktober 2019

Stilfragen Geht auch mal ein bisschen Abwechslung?

Starlays Stilfragen: Sechs Tipps für persönlichen Stil
OppoSuits

Vielflieger erkennen am Flughafen, in welchem Land dieser Erde sie sich befinden. Oder etwa nicht? An der Kleidung jedenfalls kann es nicht liegen - die ist spätestens seit Beginn der Internationalisierung etwa so gleichförmig geworden wie die Logos, die uns begrüßen, wenn wir weltweit Flughäfen und Bahnhöfe verlassen.

Katharina Starlay
  • Copyright: Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt als Hörbuch erschienen: Der Stilcoach für Männer) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de.

    Mehr Informationen
Denn vor den Toren zur Welt winken die immer gleichen Marken und laden zu einem Willkommensburger oder -drink im vertrauten Umfeld der Wiedererkennung ein.

Sie tragen dazu bei, dass aus Reisenden schon längst Weltbürger geworden sind, die sich überall zuhause fühlen. Ein ähnliches Wohlbefinden stellt sich offenbar auch ein, wenn Mann in einen Anzug steigt. Oder Frau in ein Kostüm.

Oder etwa nicht? Der Effekt ist gleichermaßen auf die gefühlte Vertrautheit und das Sicherheitsempfinden zurückzuführen, das entsteht, wenn man sich in Uniform kleidet und als Persönlichkeit weniger auffällt.

So gerät man oder Frau aus der Schusslinie von Betrachtern und möglichen Kritikern - da auffallende und individuelle Kleidung ein Statement ist, das Positionen herausfordert. Sie zu vermeiden, scheint sicher.

Nur müssen die Anzüge immer marineblau oder grau sein? Etwas mehr Farbvarianten wären sicherlich überzeugender. Blättert man durch die "Best of" in Scott Schumans "The Sartorialist" - dem Vater aller Streetstyle-Blogs - fällt auf, dass die erwählten gut gekleideten Männer meistens Anzüge aus feinstem Tuch tragen. Aber immer mit dem gewissen Etwas. Und die Frauen keineswegs nur Fashion-Pieces, sondern oft klassische Teile. Aber immer in einer überraschenden Kombination und passend zum Typ.

Stilfrage? Wir helfen!
Haben Sie auch eine Stilfrage an unsere Expertin? Wir greifen Ihre Anregungen gerne auf. Sie erreichen uns unter stilfragen@manager-magazin.de.
Ist der global akzeptierte dunkle Anzug also die sichere Nummer? Sicher ist doch nur eines: Dass die Persönlichkeit darin oft zu wenig wahrgenommen wird. Vielleicht ist es an der Zeit, das gute Stück wieder mit etwas mehr Individualität zu versehen.

Dabei helfen die folgenden Überlegungen.

Lesen Sie auch:

Der Starlay-Express: Was ziehe ich an bei "Business Casual"?
Der Starlay-Express: Warum sind Kurzarmhemden ein No-Go?
Der Starlay-Express: Wo beginnt Überparfümierung?
Der Starlay-Express: Wie viel Dekolleté ist zu viel?
Der Starlay-Express: Darf ich schicker sein als mein Chef?
Modekritik: Die 30 Dax-Chefs im Stilcheck
Dresscodes: So halten es die Dax-Unternehmen

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung