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Die neuen Sportuhren: Alles für Piloten, Rennfahrer und alle, die es gerne wären

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Neue Sportuhren 2015 Das schnellste Tourbillon der Welt

Von Michelle Mussler

Was ist eine der kompliziertesten Uhren-Konstruktionen, fährt bis zu 300 km/h schnell und kostet etwa 350.000 Euro? Selbst die cleversten Uhrenkenner kommen nicht darauf. Für diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt haben, dass eine komplexe Uhr das Vielfache einer Luxuskarosse kosten kann, liefert jetzt eine Neukonstruktion reichlich Gesprächsstoff.

Es handelt sich um eine Borduhr von Breitling. Mit ihr können Käufer des neuen und etwa 200.000 Euro teuren SUV Bentley Bentayga optional ihr Armaturenbrett für zusätzliche 150.000 Euro aufhübschen. Das Abgefahrene dabei: Hier tickt ein mechanisches Manufakturkaliber sogar mit einem fliegenden Minuten-Tourbillon. Uhrenfans fragen sich sofort, wie man das Uhrwerk aufzieht? Muss man die Uhr täglich von Hand aufziehen? Oder um einen automatischen Aufzug anzutreiben ständig über holpriges Gelände brettern?

Weder noch. Breitling hat, um das Automatikkaliber bei Laune zu halten, einen cleveren Uhrenbeweger konstruiert. Er versteckt sich hinterm Armaturenbrett und wird elektrisch angetrieben. Wie jedoch die empfindliche Tourbillon-Konstruktion vor Erschütterungen geschützt wird, beispielsweise durch eine Stoßsicherung, dazu hält sich die Manufaktur bedeckt. Ebenso ob der Zeitmesser, wie für Breitling üblich, chronometerzertifiziert ist. Was man jedoch erfährt, dass der Käufer die Wahl zwischen einem hellen Perlmutt- und schwarzen Ebenholz-Zifferblatt hat. Stets mit dabei ein hochglanzpoliertes Titangehäuse und opulente Brillant-Indexe.

Wer es weniger üppig mag, sein Handgelenk dennoch mit sportivem Drive umgeben möchte, hat diesen Herbst besonders viel Auswahl. Jetzt kommen nicht nur die Modelle in den Handel, die auf den Uhrenmessen SIHH und Baselworld Anfang des Jahres ihre Premieren feierten.

Überflieger, Asphalthelden, Aquanauten - für jeden etwas

Sondern die Branche heizt mit zusätzlichen Neuheiten den Begehrlichkeiten sportlicher Alphatiere kräftig ein. Zudem dienen sie als elegante Antwort auf den Smartwatches- und Fitness-Tracker-Boom, der sich die letzten Wochen eher als überhitzter Frühjahrs-Hype herausstellt. Anders gesagt: Die Bestseller der Industrie sind maskuline Sportuhren. An Überflieger wird mit Pilotenuhren dabei ebenso gedacht, wie an Asphalthelden und Nostalgiker mit Autosport-Chronographen und tollkühne Aquanauten mit Taucheruhren. Wem all das noch nicht genügt, kann sich Extravanzen anschnallen, die garantiert für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff sorgen.

Seitdem in den großen Märkten China und Russland Sand ins Uhrengetriebe kam und die Verkäufe schwächeln, müssen die Marken eben mehr um die Gunst der Kunden buhlen. Europa steht dabei hoch im Kurs, vor allem Deutschland, weil diese Märkte die letzten Monate erfreuliche Zuwächse erzielten. Als einer der wenigen nennt das unabhängige Familienunternehmen Wempe zuverlässige Zahlen. So stieg zum Vorjahr bei Europas größtem Uhrenhändler der Absatz in der Euro-Zone von Januar bis August 2015 um 32 Prozent, in Deutschland sogar um fast 46 Prozent. Transkontinentaler Tourismus spielt dabei zwar eine große Rolle, doch auch die Einheimischen langten kräftig zu, vor allem im Hochpreissegment.

Vor allem wird dabei auf die aktuelle Trendfarbe Blau gesetzt aber auch neuaufgelegte Klassiker scheinen als sicheres Zuwachsplus zu gelten. Rolex hingegen fand eine besonders smarte Lösung: Die Manufaktur erweitert ihre Garantiezeit von zwei auf fünf Jahre und bezieht das auf alle neuen Modelle, die ab dem 1. Juli 2015 gekauft wurden. Wer diese Frist um ein paar Wochen oder Monate verpasste, kann sich trösten. Alle ab 1. Juli 2013 erworbenen neuen Rolex-Uhren erfahren eine kostenlose Garantieverlängerung auf drei Jahre. Gut so, wenn neue Zeiten anbrechen und statt Preispolitik wieder Kundenservice mehr in den Mittelpunkt rückt.

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Baselworld: Die neuen Luxusuhren

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