Freitag, 18. Oktober 2019

Luxusuhren-Messe SIHH Die besten Uhr-Aufführungen

Neue Luxusuhren: Die Neuheiten des SIHH 2019
Jaeger-LeCoultre

Jaeger-LeCoultre kommt mit einer Brexit Watch, Ulysse Nardin setzt auf den X-Faktor, Panerai fährt militärische Geschütze auf und IWC landet mit einem Tarnkappen-Bomber auf dem SIHH. Die Luxusuhren-Branche kommt wieder in den Takt und zeigt bis zum 17. Januar ihr Können auf dem Genfer Uhrensalon.

Der Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) ist eines der exklusivsten Uhren-Events: 35 feine Manufakturen treten bei der Hausmesse des Richemont-Konzerns für vier Tage an, um ihre Neuheiten für das Jahr 2019 vorzustellen. Darunter die eigenen Marken Cartier, Montblanc, A. Lange & Söhne und Audemars Piguet, aber auch unabhängige wie MB&F, Urwerk oder HYT. 18 etablierte Großkaliber und 17 kleinere, jüngere manchmal wilde Marken wurden sorgfältig nach Kompetenz ausgewählt. Und genau das macht die Luxusuhrenmesse aus: eine ausgewogene Vielfalt auf höchstem Uhrmacher-Niveau.

Die globale Kauflaune ist nicht so euphorisch wie einst. Zwar performte der Luxusgüter-Konzern Richemont im letzten Quartal mit einem Plus von 25 Prozent und gesamt mit 3,92 Milliarden Euro gut, doch Analysten rechnen mit einer generellen Umsatzabschwächung. Als Lustkiller wirken die Gewitterwolken an den Finanzmärkten, der Handelszoff zwischen Donald Trump und dem Rest der Welt; zudem droht der Brexit hart und chaotisch zu enden.

Die Uhrenindustrie hat viel aus den letzten Turbulenzen gelernt und sich neu aufgestellt. Graumärkte wurden kräftig bereinigt, Lagerbestände abgebaut, der Druck auf Händler reduziert. Nun scheint man gewappnet, indem wieder mehr Platz für neue Ware und Innovationen im Markt herrscht. Vor allem haben die Uhrmacher gelernt, vermehrt auf Kundenwünsche zu hören. Inzwischen locken sie mit Benefits: Qualitäts-Zertifikate, Wechselarmbänder oder verlängerte Garantiezeiten werden manchmal kostenlos mitgeliefert.

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Und E-Commerce lautet das Motto der Stunde worüber auch die neue Lieblingszielgruppe betört werden soll - Millennials. Maßgeblich half, dass bei Richemont mit seinen elf Uhrenmarken fast das gesamte Top-Management ausgetauscht und verjüngt wurde. Selbst der neue Konzern-CEO Jérôme Lambert ist 49 Jahre jung und der dynamische Alain Zimmermann soll seit kurzem das gesamte E-Business leiten. Sogar der 32-jährige Sohn Anton vom Konzernboss Johann Rupert wurde an Bord geholt. Er sitzt im Verwaltungsrat und hat den VR-Posten beim Uhrenportal Watchfinder inne. Ähnlich bei der Kering-Gruppe wozu Ulysse Nardin und Girard-Perregaux zählen. Beide Manufakturen werden seit wenigen Wochen vom 47-jährigen Patrick Pruniaux gesteuert.

Video: Montblancs Millionen-Stifte

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Bild: Montblanc

Trotz jungem Management liegt Retro- alias Vintage- oder Heritage-Design nach wie vor im Trend. Bewährte Ikonen werden in allen Farb- und Größenvarianten durchdekliniert, allerdings mit optimierten Kalibern und Materialien. Cartier besinnt sich mit der neuen Santos auf über 100-jährige Traditionen, IWC lanciert eine Fliegeruhren-Staffel mit Spitfire-Charme aus dem zweiten Weltkrieg, Girard-Perregaux mixt 70er-Jahre Stile und bei A. Lange & Söhne feiert man das Jubiläum der Wiederaufbau-Uhr Lange 1.

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