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Neuerungen beim "Playboy"-Magazin: Zeiten ändern sich - selbst beim "Playboy"

Foto: REUTERS/Elayne Lodge/PEI

Konkurrenz aus dem Internet "Playboy" will auf Nacktbilder verzichten

Die Zeit der komplett nackten Frauen im "Playboy" ist passé: Wegen der wachsenden Konkurrenz im Internet will das Magazin künftig auf die Bilder verzichten. Leicht fiel den Verantwortlichen der Schritt nicht.
Von mm-newsdesk

Es ist eine Art Running Gag zu behaupten, man lese den "Playboy" ausschließlich wegen der hervorragenden Reportagen und Interviews. Doch in Zukunft könnte das Argument an Schlagkraft gewinnen: Das Magazin will auf seinen Markenkern verzichten - und künftig keine Bilder von nackten Frauen mehr zeigen. Das hat Magazin-Chef Scott Flanders in einem Interview mit der "New York Times " (NYT) bestätigt.

Demnach ist auch Magazin-Gründer Hugh Hefner mit dem Schritt einverstanden. Ab März 2016 soll es soweit sein. Es werde dann auch weiterhin sogenannte Playmates des Monats und "provokante Bilder" von Frauen geben, sagte Flanders. Allerdings keine Aufnahmen mehr, auf denen die Frauen komplett nackt seien.

Die Zeiten hätten sich schlicht geändert, sagte "Playboy"-Chefmanager Scott Flanders. Den Kampf darum, unbekleidete Körper abbilden zu dürfen und Nacktheit gesellschaftsfähig zu machen, habe der "Playboy" schon lange gewonnen. "Heute reicht ein Mausklick, um sich jeden nur vorstellbaren sexuellen Akt im Internet herunterzuladen", so Flanders. Nacktaufnahmen in Zeitschriften seien damit überholt.

Internetseite bereits jugendfreier gestaltet

Bereits im vergangenen Jahr hatten die "Playboy"-Macher die Webseite jugendfreier gestaltet, um auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen. Nun soll die Print-Ausgabe folgen. "Der Zwölfjährige in mir ist sehr enttäuscht", sagte Redakteur Cory Jones, der Hefner die Idee zur Umgestaltung unterbreitet hatte. "Aber es ist die richtige Entscheidung."

Einst hatten Show-Größen wie Madonna, Sharon Stone und Naomi Campbell sich für den "Playboy" ausgezogen. Aber diese Zeiten seien im neuen Medienzeitalter passé, so die Magazin-Macher. Nach Schätzungen der Medienorganisation "Alliance for Audited Media" ist die Auflage des Hefts von 5,6 Millionen Exemplaren im Jahr 1975 auf heute 800.000 geschrumpft.

Nun gehe es darum, die Frage auf eine zentrale Antwort zu finden, sagte Flanders: "Was bleibt, wenn du die Nacktheit weglässt?"

aar/rei/dpa
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