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Olympia 2016: Die sportlichsten Luxusuhren

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Olympia 2016 Das sind die sportlichsten Luxusuhren für Rio

Von Michelle Mussler

Der Countdown tickt für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. Am 5. August beginnt das weltgrößte Sportspektakel, bei dem mehr als 10.000 Athleten aus 166 Nationen gegeneinander antreten. Aber nicht nur Sportler, sondern auch Unternehmen, die deren Nimbus für ihren Umsatz nutzbar machen wollen.

Die Uhrenbranche ist dafür prädestiniert - denn bei den Olympischen Spielen geht es um Hundertstel-, manchmal Tausendstelsekunden, die über Sieger und Verlierer, über Gold, Silber oder Bronze entscheiden.

Einer der Gewinner der Olympischen Spiele in Rio steht jetzt schon fest - Omega. Als offizieller Zeitnehmer stoppt und misst die Schweizer Uhrenmarke die olympischen Höchstleistungen und gilt darin quasi selbst als Weltrekordhalter. Seit den Sommerspielen 1932 in Los Angeles sind die Schweizer, mit kurzen Unterbrechungen, für die Zeitmessungen olympischer Wettkämpfe verantwortlich.

Genau genommen hat sich Omegas Schwestermarke 'Swiss Timing' auf die ausgeklügelte Technik der Sportzeitmessungen spezialisiert: 480 Profis und 850 geschulte Freiwillige arbeiten dafür in Rio. Angerückt sind sie mit 480 Tonnen Ausrüstung, darunter 79 elektronische Anzeigetafeln und 335 digitale Sporttafeln.

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Olympia 2016: Die sportlichsten Luxusuhren

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Während der Spiele werden täglich ein Petabyte Daten über 200 Kilometer Kabel auf knapp 1000 Servern landen, und wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, sind etwa zwölf Millionen IT-Sicherheitsereignisse pro Tag von Hackern abzuwehren. "Man darf eben keinen Fehler machen", meint Alain Zobrist. Der Swiss Timing CEO scheint gute Nerven zu haben und erklärt das wahre Geheimnis dahinter: "Wir arbeiten schon seit drei Jahren an den Vorbereitungen. Und ein Jahr brauchen wir für Tests."

Doping für Uhrenfreaks

2004 erkannte Omega das Potenzial der prestigeträchtigen Großveranstaltung und präsentiert seitdem regelmäßig Olympia-Armbanduhrenkollektionen. Zu den diesjährigen Sommerspielen verfällt die Manufaktur regelrecht in einen Adrenalin-Rausch: gleich sechs verschiedene, limitierte Sondereditionen legte die Marke schon auf der letzten Uhrenmesse, der Baselworld, vor. Auch das ist ein neuer Rekord.

Mit Omegas Olympioniken fürs Handgelenk lässt es sich schwimmen und tauchen, Rennen fahren, Golf spielen oder in Nostalgie schwelgen, vor allem aber die Zeit stoppen. Fast alle sind sportive Chronographen, die für ihre Ganggenauigkeit als Chronometer zertifiziert sind. Kurzum, mit nahezu allen 28 olympischen Sportarten versucht man zwischen 4100 und 14.900 Euro männliche Alphatiere und Uhrenfreaks anzusprechen.

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In den Wettlauf um Uhren mit olympischen Sportsgeist ist auch Omegas Schwesterlabel Swatch  eingestiegen. Mit fünf quietschbunten Modellen, die entweder in den Farben der fünf olympischen Ringe oder der brasilianischen Nationalflagge gestaltet sind, lautet ihr Motto 'Olympic Spirit'. Dank Quarzwerk, Plastikgehäuse und Silikonband kosten sie zwischen 50 und 105 Euro.

Auch Junghans nutzt die Gunst der Stunde. Als Legitimation für die sechs neuen '1972 Chronoscope' Modelle, wird das Engagement der Marke zu den Olympischen Sommerspielen in München aufgeführt. Schließlich agierte die deutsche Marke 1972 als offizieller Zeitnehmer und ihre Technik sorgte erstmals für Zieleinlaufbilder in Farbe, die ins Fernsehen übertragen wurden.

Auch die eindeutigen Analysen der Laufzeit jedes Sprinters wurden erstmals ermöglicht und Junghans entwickelte die erste Start-Pistole, die gleichzeitig ein optisches, akustisches und elektronisches Signal aussandte. Derart sportiv und farbenfroh geben sich auch die neuen Chronographen. Mit Seventies-Look und mit Quarz- sowie Solartechnik treten sie ab 549 Euro zur Olympia-Saison 2016 an.

Der Wettkampf ums Handgelenk

Ein weiteres Novum für die Olympischen Sommerspiele in Rio ist die Teilnahme der Flüchtlings-Athleten, darunter die 17-Jährige in Berlin lebende Syrerin Yusra Mardini. Sie und das 15-köpfige Team der 'Refugee Olympic Athletes' begeistern schon jetzt die Massen. Vollends elektrisierend wirken vor allem zwei Athleten: Sprinter Usain Bolt aus Jamaika und Schwimmikone Michael Phelps aus den USA. Schon 2012 in London waren diese beiden Sportler die Superstars der Spiele. Und Sponsoren reißen sich um die Helden - und um ihre Handgelenke.

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Der schnellste Mann der Welt, wie der elffache Weltmeister und sechsfache Olympiasieger Usain Bolt genannt wird, tritt auch als Markenbotschafter für Hublot an. LVMH-Uhrenboss Jean-Claude Biver holte die Ikone persönlich an Bord. "Unsere Zusammenarbeit geht weit über die klassische Rolle eines Botschafters hinaus. Jean-Claude und ich sind seit Jahren echte Freunde. Er richtete sogar mal eine Geburtstagsparty für mich aus", schildert Bolt. Den Grund dafür sieht der Jamaikaner in der gemeinsamen Begeisterungsfähigkeit: "Er zur Uhrmacherei und ich zum Sport. Ich habe ihn noch nicht damit angesteckt, aber er mich schon. Inzwischen besitze ich 15 Uhren und die zwei neuen Modelle durfte ich selber kreieren".

Bolts Lieblingsfarbe? Natürlich Gold

"Gold ist natürlich meine Lieblingsfarbe", begründet der 29-Jährige mit einem Augenzwinkern das güldene Design des Hublot-Chronographens 'Big Bang Unico Usain Bolt Gelbgold'. Auch in Rio, wo der Superathlet am Abschlusstag seinen 30. Geburtstag feiern wird, setzt er auf ein goldenes Triple-Triple und kündigt an: "Ich möchte 2016 zu einem unvergesslichen Jahr machen. Ich möchte mit einem Big Bang aufhören". Auf die Frage, ob er dann Uhrmacher wird, muss Bolt lachen: "Oh nee, dafür bin ich nicht geduldig genug". Er möchte sich lieber mehr seiner Stiftung widmen, die sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche fördert.

Naheliegend, dass Omega sich den Mensch gewordenen Delphin, Michael Phelps, als Markenbotschafter angelte. Ausgestattet wurde der 18-fache olympische Goldmedaillen-Gewinner mit der neuen Taucheruhr 'Planet Ocean Chronograph'. Im Interview gesteht er jedoch seine Vorliebe zu einer dunklen Seite: "Der Black Black gilt meine wahre Liebe".

Genau genommen meint der bisher erfolgreichste Olympionik aller Zeiten damit die 'Speedmaster Dark Side of the Moon Black Black', die Omega letztes Jahr lancierte. Phelps Begründung ist ebenso einleuchtend wie selbstsicher: "Die Uhr ist genial und man sieht sie nicht täglich. Denn ich möchte nicht, dass jemand neben mir auf der Straße geht, der die gleiche Uhr wie ich trägt".

Wie sich die Zeit-Optimierer wappnen

Verständlich, dass Sportler, um sich auf Höchstleistung zu trimmen, auf Sponsoren wie Omega angewiesen sind. Das bietet jedoch auch Stoff für Verschwörungstheorien, wie bei den Sommerspielen 2008 in Peking. Die Schwimmer sind die einzigen Sportler, die ihre Zeit selber stoppen, indem sie am Ziel eine Anschlagsmatte mit mindestens 1,5 Kilogramm Druck berühren. Michael Phelps schlug beim 100 Meter Delphin-Schwimmen eine Hundertstelsekunde vor dem Rivalen Milorad Cavic an. Ein neuer Weltrekord war geboren, doch Cavic protestierte und witterte einen Komplott: Phelps sei Werbebotschafter von Omega und würde bevorzugt werden.

Schnell war die Behauptung wiederlegt. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, hängt schließlich über jedem Startblock, wo sich die Anschlagsmatte befindet, eine Hochgeschwindigkeitskamera, die hundert Bilder pro Sekunde produziert. Nicht nur über das Touchpad, sondern auch anhand solcher Slowmotion-Aufzeichnungen werden die Sieger ermittelt. Zusätzlich fahren Kameras parallel am Beckenrand und über den Schwimmbahnen mit, die die Athleten aufzeichnen und die wir aus TV-Übertragungen kennen. Ein gigantischer Aufwand, zumal die Instrumente wasserdicht und resistent vor Temperatur- und Stromschwankungen sein müssen.

Vier Fotozellen beim Zieleinlauf

Noch pedantischer geht es bei der Leichtathletik zu. Dieses Jahr werden erstmals die Olympioniken beim Wettlauf mit vier, anstatt wie bisher mit zwei Fotozellen beim Zieleinlauf erfasst. Zusätzlich geht die weiterentwickelte Scan'O'Vision-Fotofinish-Kamera Myria an den Start. Sie ist eine Kombination aus Zeitdetektor und Chronograph und nimmt bis zu 10.000 Digitalfotos pro Sekunde von fünf Millimetern der Ziellinie auf.

Das Ganze wird noch getoppt von einem Instrument in der Größe einer Pralinenschachtel und heißt Quantum Timer. Seit 2012 ist das Wunderkistchen als Herzstück aller Installationen im Einsatz und arbeitet als Zeitmessinstrument mit der irrwitzigen Präzision von einer Mikrosekunde, also 0,000.001 Sekunde. Es misst simultan 16 Zeiten und verarbeitet die Ergebnisse, die innerhalb von 0,3 Sekunden auf allen Ereignistafeln im Stadion und auf den meisten TV-Bildschirmen erscheinen.

Der Clou an der Sache - Omega kann bei den Wettkämpfen die Zeit- und Längenangaben bis zur sechsten Stelle hinter dem Komma ermitteln, diese dürfen jedoch laut dem IOC (Internationalen Olympischen Komitee) nicht verwendet oder veröffentlicht werden. Die Hundertstelangaben sind das öffentliche Maß aller Dinge. Sollten Olympioniken tatsächlich mal gleich gut abschneiden, bedient man sich lieber der Doppellösung, die erstmals 1984 in Los Angeles eingeführt wurde: zwei Athletinnen schwammen die 100 Meter Freistil quasi zeitgleich in 55,92 Sekunden und erhielten beide eine Goldmedaille.

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