Nach zwei Jahren Corona-Pause Münchner Oktoberfest findet ohne Auflagen statt

Zwei Jahre lang fiel das größte Volksfest der Welt wegen der Corona-Pandemie aus. Jetzt öffnet das Münchner Oktoberfest wieder seine Pforten, ohne Auflagen. Dass München die Partnerstadt von Kiew ist und trotzdem feiert, scheint niemanden zu stören.
Zur Freude vieler Oktoberfest-Anhänger darf die Wiesn wieder öffnen

Zur Freude vieler Oktoberfest-Anhänger darf die Wiesn wieder öffnen

Foto: Matthias Schrader/ AP

Nach zwei Jahren Corona-Pause findet das Oktoberfest in München in diesem Jahr wieder statt. Auflagen gebe es dabei nicht, sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter am Freitag. "Ich freue mich auf die Wiesn 2022." Er habe sich eng unter anderem mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ausgetauscht. Er hätte als Münchner Oberbürgermeister gern Zugangsbeschränkungen wie 2G gesehen. Dies sei aber angesichts der Rechtslage nicht mehr möglich, weshalb es einen unbeschränkten Zugang geben werde. "Das Oktoberfest geht nur ganz oder gar nicht", betonte er.

Zuvor hatte sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür starkgemacht, das Oktoberfest wieder abzuhalten. "Aus juristischer Sicht gibt es keinen Grund, die Wiesn zu verweigern", sagte er dem "Münchner Merkur". Corona-Auflagen schloss er aus. Das größte Volksfest der Welt findet in diesem Jahr zum 187. Mal statt und wird vom 17. September bis zum 3. Oktober gefeiert. Brauereien, Schausteller, Festwirte, aber auch Taxifahrer oder Hotels erwirtschaften mit der Wiesn jährlich rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz.

Jährlich bis zu 1,2 Milliarden Euro Umsatz

Söder begrüßte die Entscheidung für die Wiesn und sprach von einem "guten Signal gerade auch in schwerer Zeit". Das Oktoberfest stehe "wie kein anderes Volksfest für Lebensfreude und Weltoffenheit" und sei "internationales Aushängeschild Bayerns", erklärte er. "Ich werde gerne hingehen und freue mich auf die erste Maß."

Reiter hatte zuletzt erklärt, für ihn sei angesichts des Kriegs in der Ukraine ein Bierfest schwer vorstellbar. Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist eine Partnerstadt Münchens. Die Genehmigungsfähigkeit des Festes habe er mit dieser Aussage nicht in Zweifel gestellt, sagte Reiter nun. "Letztendlich muss es ohnehin jeder selber entscheiden, ob und wie viel Lust er auf Feiern auf dem Volksfest hat."

2020 und 2021 war das Oktoberfest wegen der Pandemie abgesagt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es 1949 erstmals wieder in der traditionellen Form stattgefunden. Das erste Oktoberfest war 1810 anlässlich der Hochzeit des bayerischen Thronfolgers Ludwig - des späteren Königs Ludwig I. - veranstaltet worden.

rei/Reuters/AFP