Montag, 16. September 2019

Wachsender Wohlstand weltweit Luxusaktien - Geld verdienen mit dem Erfolg anderer

Musikerin, Influencerin, Luxusunternehmerin: Weltstar Rihanna kooperiert mit LVMH - auch Geldanleger können partizipieren.

Die Weltwirtschaft wächst, vor allem in Schwellenländern kommen viele Menschen zu viel Geld. Geldanleger können am Luxus anderer mitverdienen - der reichste Mann Europas hat es vorgemacht.

Es ist eine beunruhigende Entwicklung: Weltweit wird der Abstand zwischen Arm und Reich immer größer. Während auf der einen Seite Millionen Menschen von Armut und Not betroffen sind, häufen die besonders Vermögenden immer größere Reichtümer an. Neue Zahlen dazu kamen in dieser Woche von der Boston Consulting Group: Demnach gibt es inzwischen 22,1 Millionen Millionäre auf der Welt, und sie allein verfügen über etwa die Hälfte des weltweiten Privatvermögens. Vor drei Jahren betrug der Anteil der Millionäre am Gesamtvermögen noch 43 Prozent.

Geldanlegern, die bei dem Thema keine moralischen Bedenken plagen, eröffnet sich dadurch eine klare Investmentoption: die Aktien von Luxusgüter-Herstellern. Das französische Markenkonglomerat LVMH Börsen-Chart zeigen, der US-Kosmetikriese Estée Lauder, der Schweizer Richemont-Konzern Börsen-Chart zeigen, der vor allem auf Schmuck und Uhren spezialisiert ist, und viele mehr: Die Aktienkurse dieser Unternehmen sind in den vergangenen Monaten und Jahren zum großen Teil stark gestiegen. Ablesen lässt sich das zum Beispiel am World Luxury Index, der die Kurse der 20 größten und liquidesten Unternehmen dieses Sektors zusammenfasst. Der Aktienindex hat in den vergangenen drei Jahren um mehr als 60 Prozent zugelegt.

Die Kursgewinne gehen zwar einher mit einer generell erfreulichen Entwicklung an den Weltbörsen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedoch: Damit ist der Aufschwung der Luxusaktien nicht vollends erklärt. So legte etwa der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen im gleichen Zeitraum um lediglich etwa 24 Prozent zu. Beim breiten US-Index S&P 500 waren es immerhin gut 40 Prozent.

Luxusunternehmer Arnault ist reichster Mensch Europas

Wie reizvoll der Sektor sein kann, zeigt das Beispiel des Franzosen Bernard Arnault. Der Luxusunternehmer (LVMH, Christian Dior) zählt seit Jahren zu den reichsten Menschen der Welt. Zuletzt passierte Arnault einen weiteren Meilenstein: Als erster Europäer verfügt er über ein Privatvermögen von mehr als 100 Milliarden Dollar. Reich geworden ist Arnault - mit Luxusaktien.

Umsatz mit Luxusgütern ist 2018 auf 1,2 Billionen Euro gestiegen

Woher kam also die Outperformance des Luxussegments an der Börse? Zweifellos vom starken Wachstum dieses Marktes weltweit, von dem vor allem die führenden Unternehmen der Branche profitieren. Einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company zufolge stieg der Umsatz mit Luxusgütern insgesamt im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 1,2 Billionen Euro. Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr der Größe des Bruttoinlandsproduktes von Spanien. Auf persönliche Luxusgüter wie Schuhe, Handtaschen und Kosmetika entfielen davon 260 Milliarden Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Eine Analyse der Unternehmensberatung Deloitte zeigt, wer sich den größten Teil vom Kuchen abschneidet: Demnach entfallen beinahe 50 Prozent der Umsätze der größten 100 Luxusunternehmen weltweit auf die globalen Top Ten der Branche. Sieben dieser größten zehn Luxusunternehmen verzeichneten zuletzt zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz, so Deloitte. Allen voran: Branchengrößen wie LVMH, Estée Lauder, die französische Mode- und Accessoires-Firma Kering sowie die Chow Tai Fook Jewellery Group mit Sitz in Hongkong.

Der Motor für das Wachstum dieser Unternehmen steht seit Jahren in Fernost. Ohnehin bieten Schwellenländer mit ihrem rasant zunehmenden Wohlstand in den Kreisen der Erfolgreichen beste Geschäftsmöglichkeiten für Luxusfirmen. Denn Menschen, die neu zu viel Geld kommen, neigen oft eher dazu, ihren Wohlstand zeigen zu wollen, als solche, die den Reichtum bereits seit Generationen gewohnt sind.

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