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Luxus-Sportuhren: Die besten Chronometer für Taucher, Segler und Beachboys

Foto: Artemis Racing/Sander van der Bo

Luxusuhren rund um den America's Cup Die besten Uhren für Skipper, Taucher und Surfer

Von Michelle Mussler

Ob auf der Hochsee-Yacht oder zum Rifftauchen, für den Surfspaß oder zur Poolparty: Für Uhrenfans ist die Sommersaison gerne Anlass für eine neue Wassersportuhr. Als Saisonauftakt dient der Branche die weltweit spektakulärste Segelregatta - der America's Cup. Der Startschuss zum 35. AC findet am 26. Mai auf den Bermudas statt. Das teure Rennen um den ältesten Sportpokal der Welt (von 1851) ist auch ein Schaulaufen für die Society, Wassersportfans und Uhrenmarken, die ihre neuen Prachtstücke vorführen.

Ebenso spannend wie das Rennen der sechs AC-Mannschaften ist der Wettlauf der Manufakturen um prestigeträchtige Yachting-Uhren. Wie bei den fliegenden Katamaranen, die Rekordgeschwindigkeiten von etwa 50 Knoten (über 90 km/h) erreichen, geht es bei den Uhrenmarken ebenso an die Grenzen des physikalisch Machbaren.

Die Regatta der Yachting-Uhren

Vorne in der Qualifikation liegen die Manufaktur Ulysse Nardin und ihr Partner, das schwedische Artemis Racing Team. Zusammen, allen voran mit dem Skipper Iain Percy, entwickelten sie komplexe Chronographen, darunter mit einzigartiger Regatta-Countdown-Funktion für Profis und Segelliebhaber. Die maritime Uhrenflotte der Innovationsschmiede besteht aus fünf Neuentwicklungen, sogar ein Tourbillon mit Segelmast an Seilwinden als Minutenzeiger ist dabei, und legt damit die Messlatte seit dem Genfer Uhrensalon SIHH für seine Antagonisten beachtlich hoch.

Der Titelverteidiger, das US-amerikanische Oracle Team, geht beim 35. AC zusammen mit der Manufaktur Panerai an den Start. Deren CEO Angelo Bonati gilt als passionierter Segler und legt drei Oracle-Team-Uhren auf sowie eine für das Softbank Team Japan und eine fünfte für den gesamten America's Cup.

Als Hauptsponsor der Prestige-Regatta tritt Louis Vuitton an und lanciert eine komplette America's-Cup-Lifestyle-Kollektion für Herren - von der Badehose über Rucksäcke bis hin zum navyblauen Chronographen reicht das Equipment. In der Oberliga der glaubwürdigen Yachting-Uhren spielt einzig Rolex noch mit und kommt diesen Sommer mit zwei neuen Yacht-Master Modellen, die auf der Uhrenmesse Baselworld vorgestellt wurden.

Tiefseestapeln - das Wetteifern bei Taucheruhren

Meist wetteifern Marken wie Omega, Audemars Piguet, Blancpain, Tudor und Oris vor allem mit Taucheruhren und um die höchste Wasserdichtigkeit - man könnte es als 'Tiefseestapeln' bezeichnen. Und obwohl der Weltrekord im Gerätetauchen bei 322 Metern liegt, prahlen einige mit Wassertiefen von 600 oder gar 1200 Metern.

Bei solchen Meterangaben aber steckt die Tücke im Detail. Was selbst einige Uhrenmanager nicht wissen: Schon 2008 entschied das Oberlandesgericht Frankfurt, dass die Meterangaben irreführend und somit wettbewerbswidrig sind. Daher sollte die Wasserdichtigkeit nicht in Metern, sondern in Bar, der gesetzlichen Einheit für Druck, angegeben werden.

Als simple Regel dient die offizielle DIN-Norm 8310 bzw. ISO 2281: ab 5 Bar, was oft als 50 Meter Wasserdichte bezeichnet wird, kann man mal gerade mit der Uhr duschen. Ab 10 Bar kann man mit ihr getrost schwimmen gehen und ab 20 Bar handelt es sich um eine Taucheruhr. Zumal in Deutschland nur Modelle als Taucheruhr verkauft werden dürfen, die zudem die Kriterien der DIN-Norm 8306 bzw. ISO 6425 erfüllen.

Uhrenkenner wissen, dass jedoch die Haltbarkeit der Wasserdichtigkeit begrenzt ist. Salz- und Chlorwasser sowie Schweiß und Duschgels, Seifen, Cremes und Parfums greifen die Gummidichtungen der Uhren an. Daher sollte man jährlich, besonders vor dem Badeurlaub, die Dichtigkeit beim Uhrenhändler testen. Das geschieht in einem Luftdruckgerät und dauert nur wenige Minuten.

Maritime Hingucker für Surfer, Badenixen und Landratten

Die große Welle reitet vor allem Tag Heuer. Kess kombiniert die Sportuhrenmarke den angesagten Military-Fashion-Style mit Taucheruhren-Funktionen und bindet die coolen Aquaracer-Modelle den Surfer-Weltmeistern um. Neben dem vornehmen Marineblau tauchen dieses Jahr vermehrt poppige Farben auf - Karibik-Türkis, Friesennerz-Gelb und Orange machen gleichermaßen das Rennen und zwar bei Damen und Herren.

Erst Recht beweist diese Sommersaison, dass Taucheruhren nicht immer wie U-Boote am Handgelenk wirken müssen. Vor allem im Retro-Look, wie ihn beispielsweise Breitling und Oris anbieten, bestechen sie mit Eleganz und lassen sich sogar zum Business-Anzug ausführen.

Auf Nostalgie setzt auch Patek Philippe. Zum 20. Jubiläum seiner Aquanaut kommt die ikonische Wassersportuhr als GMT-Variante für vielreisende Geschäftsleute. Einen anderen Weg wählt Breguet. In der Marine-Kollektion wird erstmals ein Tourbillon mit Zeitgleichung präsentiert - es zeigt, wie es die Manufaktur selbst nennt, die 'bürgerliche Zeit' an sowie die wahre Sonnenzeit. Also die für Sonnenanbeter.

Lust auf noch mehr Komplikationen? Hier ist die Königsklasse der Luxusuhren

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Wasserdichte und Druckresistenz mögen uhrmacherische Herausforderungen, aber es geht noch komplexer. Ein tiefes Klingen zählt die Stunden, ein hohes die Minuten - klingende Luxusuhren kosten leicht mehrere hunderttausend Euro und übertreffen damit selbst die angesagten Yachting-Modelle spielend. Was die Königsklasse der Haute Horlogerie so teuer (und kompliziert) macht, erklären die Chefs von Vacheron Constantin und der Uhrensparte von LVMH im Interview mit Michèlle Mussler.