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Luxusuhren für Fans: Das sind die Fußballuhren 2016

Foto: Hublot

Luxus-Fußballuhren Public Viewing am Handgelenk

Von Michelle Mussler

Für Sport- und Fußballfans herrscht bei der Europameisterschaft Ausnahmezeit. Je nach ästhetischem Empfinden wappnen sie sich mit Fähnchen, T-Shirts oder Bierbecherhaltern, um ihre Leidenschaft zu bekunden. Aber die wohl teuersten Fanartikel kommen immer noch von den Herstellern edler Uhren.

Bei anderen Sportarten wird schon seit mehr als 50 Jahren die Fantreue mit Special Editions angefeuert. Der Fußball-Run ist da noch relativ neu: Erst vor zehn Jahren entdeckten Uhrenmarken die Liga. Seither spielen Hublot, Tag Heuer, IWC, Maurice Lacroix und Seiko kräftig mit.

Die jüngsten Zugänge kommen von Carl F. Bucherer und Thomas Sabo. Sie weihen Sondermodelle berühmte Spielern, wie Christiano Ronaldo und dem Fußballgott Pelé oder bandeln mit dem Deutschen Fußball-Bund, FC-Bayern München oder FC Barcelona an.

Uhren mit sinnvollen Fußball-Funktionen

Hublot stellte 2006 die ersten Fußballuhren vor und führt bis heute die Tabelle an. Inzwischen existieren fast 20 Kooperationen mit Spielerlegenden, der FIFA und UEFA, Fußballvereinen und großen Meisterschaften. Dieses Jahr tritt Hublott als offizieller Zeitnehmer und Uhrenpartner der UEFA Champions League und der UEFA Europa League an.

Als einzige Marke darf die Manufaktur die offiziellen Uhren der Fußball-EM 2016 stellen und bringt sie in Form von zwei Chronographen, die sie schon auf der Uhrenmesse Baselworld vorstellte. Zum einen das UEFA EURO 2016 Modell namens 'Big Bang Unico Retrograde Chronograph', das im Look der Nationalfarben des Gastlandes, Rot-Weiß-Blau, daherkommt.

Zum anderen die offizielle Uhr der UEFA Champions League, die 'Big Bang Unico Retrograde Chronograph Champions League', die dunkelblau gestaltet ist. Beide sind kaum zu unterscheiden, zumal sie mit demselben patentierten Manufakturkaliber mit automatischem Aufzug ausgerüstet sind.

Eine sinnvolle Fußball-Funktion ist das doppelt retrograde Modul, das die Spieldauer misst. Es berücksichtigt zwei Halbzeiten von jeweils 45 Minuten, die Pause und die Spielverlängerung, die bis 60 Minuten dauern kann. Je Modell existieren nur 100 Exemplare und wer in diesen exklusiven Club aufgenommen werden möchte, muss 25.900 Euro Eintritt zahlen.

Fair Play für alle Bundesliga-Vereine

Als Stürmer vor allem im Deutschen Fußball macht sich Tag Heuer momentan besonders verdient. In wenigen Tagen bringt die Sportuhrenmarke die ersten Bundesliga-Uhren auf den Markt. Bei der Kollektion ist fairerweise an Fans aller 18 Bundesligavereine gedacht: Zur Standardausrüstung zählt ein schwarzes Textilarmband und man kann sich ein weiteres in den Farben seines Lieblingsvereins kostenfrei auswählen.

Sehr praktisch, das Armband lässt sich einfach selbst wechseln, so dass man quasi täglich für einen anderen Club Farbe bekennen kann. Ausgeführt wird an dem Band eine robuste Edelstahluhr mit Quarzwerk und einer Drehlünette mit 45-Minuten-Skala, um darauf die Restspielzeit einer Halbzeit abzulesen. Am Ball ist man hier für 990 Euro.

Für wahres Public Viewing am Handgelenk sorgt Tag Heuer mit seiner Smartwatch. Die 'Connected' ist nicht nur die erste Smartwatch, die wie eine echte Männeruhr aussieht, sondern auch die erste, auf der sich die Bundesliga-App anwenden lässt. Livedaten und Spielergebnisse, ein Liveticker, verbleibende Spielzeit und Auswechslungen sowie Gelbe und Rote Karten zeigt sie smart an. Und vor allem diskret, da das Handy nicht mehr während eines Meetings aus der Tasche gekramt werden muss.

Der DFB tauscht die Spieler aus

Seit 2008 war IWC mit den offiziellen DFB-Uhren am Ball und stattete damit die Deutsche Nationalelf samt Trainer aus. Allerdings ist es den Spielern aus Verletzungsgründen nicht erlaubt, während des Spiels Uhren zu tragen. Dafür tragen einige Schiedsrichter sogar zwei: Mit der einen stoppen sie die Nettospielzeit, die ohne Verzögerungen die reine Spielzeit ausdrückt. Mit der anderen messen sie die Bruttospielzeit, die den gesamten Spielverlauf inklusive Unterbrechungen berücksichtigt.

Inzwischen ist die Kooperation mit dem DFB beendet und IWC sitzt auf der Ersatzbank. Jogi Löw outete vor wenigen Monaten sogar seine persönliche Vorliebe zu einer Rolex: er verriet auf einer Pressekonferenz, dass die elegante Cellini an seinem Handgelenk ein Geschenk von seinem Manager zum WM-Sieg sei.

Ebenso seit der WM 2014 bestreitet der DFB das Spiel mit Thomas Sabo. Die deutsche Marke für Modeschmuck bietet aktuell eine komplette DFB-Kollektion an, darunter Armbänder in Schwarz-Rot-Gold ab 39 Euro und zwei DFB-Quarzuhren ab 198 Euro. Sowohl auf dem schlichten Retro-Modell 'Eternal' als auch auf dem Chronographen 'Rebel Race' prunken das Verbandslogo mit Adler und vier Sternen. Doch weder auf der einen noch auf der anderen Uhr ist Made in Germany oder Swiss Made zu finden.

Konsequenter geht der Schweizerische Fußballverband vor. Ab 1. Juli kooperiert er mit dem heimischen Uhrenhersteller Carl F. Bucherer. Bei der Fußballuhr 'Patravi ScubaTec SFV' kommt ein Automatikwerk zum Einsatz, das für seine Ganggenauigkeit als Chronometer zertifiziert ist. Sie wird sowohl bei den Nationalspielern als auch bei Fußballfans zu finden sein. Kostenpunkt allerdings 5.200 Euro. Dafür haben sie einen weiteren Mehrwert - bei dem Modell handelt es sich um eine handfeste Taucheruhr mit Heliumventil.