Montag, 23. September 2019

Kunst als Geldanlage "Erst nach fünf Jahren wieder bei Null"

Auswahl, Standardwerte, Risikomanagement: Kunst ist auch eine Anlageform. Für Investoren gelten hier allerdings besondere Regeln. Der Kunstkompass des manager magazins gibt Orientierung.

Rendite

Frischezuschlag: Wertentwicklung von Gemälden nach Epochen, in Prozent
manager magazin
Frischezuschlag: Wertentwicklung von Gemälden nach Epochen, in Prozent
Wer glaubt, mit Kunstinvestments 10 bis 15 Prozent Plus pro Jahr erzielen zu können, hat keine Ahnung. Das ist das Forschungsergebnis von Roman Kräussl, Ökonom an der Universität Luxembourg. Gemälde aller Stilrichtungen und Epochen brachten zwischen 1972 und 2010 im Schnitt eine Rendite von 6,5 Prozent - vor Kosten. Bei einer Auktion wird für den Käufer aber ein Aufgeld von bis zu 25 Prozent fällig. "Deshalb muss ich ein Kunstwerk fünf Jahre behalten, bevor ich überhaupt wieder bei null bin", sagt Kräussl.

Mit Kunst der Nachkriegszeit und Gegenwart lassen sich höhere Renditen erzielen als mit Werken anderer Epochen, in dem von Kräussl untersuchten Zeitraum lag der durchschnittliche jährliche Zuwachs bei 8,4 Prozent brutto. Wenn also Kunst als Geldanlage - "dann spekulativ Postwar and Contemporary", rät der Finanzökonom. In einem Vermögensdepot mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Immobilien ist es laut Portfoliotheorie sinnvoll, 3 bis 5 Prozent des Kapitals in Werke aus diesen Epochen zu investieren.

© manager magazin 4/2014
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