Mittwoch, 13. November 2019

Private Sammlung für Afrika-Museum gestiftet Kapstadts neues Mekka für moderne Kunst

Zeitz Museum in Kapstadt: Ein Hort für moderne afrikanische Kunst
AFP

2. Teil: 80 Galerien auf sieben Etagen

Das für umgerechnet rund 32 Millionen Euro sanierte Zeitz MOCAA zieht sich über neun Stockwerke, von denen sieben Etagen der Öffentlichkeit zugänglich sind. Besucher können in zwei röhrenförmigen, gläsernen Fahrstühlen das Atrium hinauf bis ins Obergeschoss fahren oder über eine offene Wendeltreppe aufsteigen, die atemberaubende Blicke in das Foyer gewehrt.

In 80 Galerien werden Dauer- und Wanderausstellungen zu sehen sein. Eine Etage ist allein der Kunstbildung gewidmet. Dazu kommen ein Café mit Dachterrasse und ein Boutique-Hotel. Auch einen Etat für neue Ankäufe stellt Zeitz zur Verfügung. Dabei geht es dem 54-jährigen Geschäftsmann und Kunstsammler nicht darum, die Geschichte afrikanischer Kunst abzudecken, sondern die Aussage afrikanischer Künstler des 21. Jahrhunderts abzubilden.

"Wir wollen den zeitgenössischen Dialog mitgestalten - sozial, politisch, kulturell und umweltbezogen. Die Kunstwerke sollen eine klare, wichtige Aussage haben, die die Leute bewegt, jung oder alt", erklärt Zeitz. "Aus Afrika, für Afrika, von Afrika" laute daher das Motto des Zeitz MOCAA, denn zu lange sei der afrikanische Kunstmarkt von westlichen Eliten bestimmt worden.

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Künstler aus allen Regionen Afrikas sowie der Diaspora sollen repräsentiert werden. Von vielen hat Zeitz vollständige Ausstellungen erworben. "Es handelt sich um eine politische Geste. Wir wollen ein Vermächtnis schaffen", erklärt Chef-Kurator Mark Coetzee, der ein Team von 35 Kuratoren leitet, die unterschiedliche Sichtweisen und kulturelle Vielfalt in das Museum einbringen sollen. "Wir wollen afrikanischen Künstlern ermöglichen, an ihrer eigenen Geschichte mitzuschreiben", so Coetzee.

Bei der Eröffnung werden Werke des Südafrikaners William Kentridge, einer der berühmtesten zeitgenössischen Künstler Afrikas, zu sehen sein, sowie von jungen Talenten wie Kudzanai Chiurai aus Simbabwe, EL Loko aus Togo, Mouna Karray aus Tunesien und Nandipha Mntambo aus Swasiland.

Bislang sei das Verständnis afrikanischer Kunst hauptsächlich von europäischen und amerikanischen Kunstkritikern und Sammlern definiert worden, sagt Mntambo, die in Südafrika Kunst studierte und deren Werke bereits auf Ausstellungen in New York, Paris, Frankfurt, Barcelona, Sydney und Tel Aviv zu sehen waren. Die Eröffnung des Zeitz MOCAA trage weiter dazu bei, afrikanischen Künstlern Autonomie zu verleihen, meint die 35-Jährige. "Langsam aber sicher ändert sich der Dialog. Wir können verstärkt unsere eigenen Werke definieren."

Kristin Palitza, dpa

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