Freitag, 23. August 2019

Badezimmer Drei Zimmer, Küche, Diele, Oase

Upgrade: Wie man das Badezimmer richtig tunt
TMN

2. Teil: Die verborgene Ästhetik der Rohre

Doch das muss im Grundriss eines Hauses erst einmal möglich sein - zumindest Altbauten haben heute selten offene Strukturen. Und auch die Badezimmer sind vornehmlich noch nach altem Standard gebaut: "Ich würde sagen, 80 Prozent der Bäder heute sind von gestern", sagt Philipp Grohe, Chef der Marke Axor bei Hansgrohe. Und selbst wer neu baue, müsse häufig mit etwa 20 Quadratmetern planen.

Philipp Grohes Ansatz für mehr Wohnlichkeit sind die Armaturen. Er fragte Designer: "Wie würde das Duschen aussehen, wenn wir es neu erfinden könnten?" Das japanische Designstudio Nendo hat daraufhin den Duschkopf "LampShower" gestaltet, der Lampe und Dusche vereint.

Das schwedische Designtrio Front hingegen schaute sich die "verborgene Ästhetik" der Rohre, Ventile und Trichter der Dusche an. Diese werden nicht versteckt, aber die Komponenten der "ShowerProducts" so überarbeitet, dass sie gut verständlich und schlichtweg ansehnlich sind. Angeraute Flächen verdeutlichen, wo am Rohr man die Wärme oder die Höhe der Dusche regeln kann. "Es soll sehr klar sein, was zu tun ist, wenn du es anschaust", sagte Front-Designerin Charlotte von der Lancken.

Selbst wer nicht seine Armaturen austauschen will, kann einiges tun, um das Badezimmer wohnlicher zu machen - mit ein paar handlichen Lichtdimmern, findet Philipp Grohe. "Die sind günstig, aber nur in etwa 20 Prozent der Badezimmer hat man diese derzeit." Für eine gute Ausleuchtung des Bades - und nicht das klassische grelle Licht - plädiert auch Bad-Designer Torsten Müller: "Bringen Sie etwas Lichttherapie in den Raum." Wobei er einschränkt, nur dezent Licht einzusetzen. "Eine Lichtorgel ist negativ."

Und Müller plädiert dafür, alle Kommunikationsgeräte aus dem Bad zu verbannen und nicht ständig erreichbar zu sein: "SMS, Facebook, Mails - diese Mittel sollten Sie in dem Raum, im dem Sie sich reinigen, ausblenden." Für Kunden, die dennoch morgens im Bad die Börsenkurse abrufen wollen, haben einige Hersteller aber auch versteckte Spielereien: Die Marke Artiqua von Pelipal bietet etwa Flächenspiegel mit Fernsehbildschirm.

Simone Andrea Mayer, dpa

Seite 2 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung