Mittwoch, 20. November 2019

Homestaging Wie man Häuser für den Verkauf aufhübscht

Kissen in frischen Farben lassen einen Raum freundlicher wirken: Home-Stager wie Madeleine von Beckerath haben den Blick für die passenden Accessoires

2. Teil: Verschönerte Immobilien werden doppelt so schnell verkauft

Wie viel eine solche Inszenierung einer Immobilie für den Verkauf kostet, richtet sich nach ihrem Zustand sowie dem Anspruch und Geldbeutel des Verkäufers. Viele Home-Stager bieten gestufte Pauschalpreise an, zum Beispiel für Bestandsaufnahme, Beratung und Auflistung notwendiger Maßnahmen oder für eine Tages-Kur.

"Ein Sorglos-Paket kostet ein bis zwei Prozent des erwarteten Verkaufspreises", sagt Krasemann. "Dabei gehen wir immer von dem Preis aus, der uns genannt wird." Der Verkäufer sollte also einen möglichst realistischen Verkaufspreis und keine Wunschvorstellung nennen. "Wir können den Wert einer Immobilie nicht steigern, aber wir können dazu beitragen, dass dieser Wert beim Verkauf erzielt wird", sagt die Einrichtungsexpertin Krasemann.

Und die Gebäude können sich schneller verkaufen - Statistiken, die das belegen, gibt es aus den Ländern, wo das Aufmotzen als Dienstleistung schon länger etabliert ist. Die von der Erfinderin des Home-Staging, der US-Amerikanerin Barbara Schwarz, und den von ihr akkreditierten Agenten verschönerten Häuser sind eigenen Angaben zufolge im Schnitt nur elf Tage auf dem Markt. Die durchschnittliche Verkaufszeit anderer Immobilien betrage 90 Tage.

Außerdem werde bei so verschönerten Objekten ein 17 Prozent höherer Preis erzielt. Für Europa hat das schwedische Wirtschaftsmagazin "Dagens Industrie" ermittelt: Verkaufsoptimierte Immobilien werden doppelt so schnell und mit zu bis zu 15 Prozent höherem Erlös verkauft als andere.

Am Großputz führt kein Weg vorbei

Die Schwierigkeit für Verkäufer besteht darin, einen qualifizierten Anbieter zu finden. "Home-Staging ist kein geschützter Begriff", erläutert Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. "Es wird von Architekten, Inneneinrichtern, Maklern, Bauträgern und Seiteneinsteigern angeboten."

Verkäufer sollten also den beruflichen Hintergrund sowie Zusatzqualifikationen erfragen. Außerdem sollten sie Referenzobjekte anschauen und die Erfahrungen der Besitzer hinterfragen. Reinhold-Postina rät auch, in einem Vertrag mit einem Home-Stager selbst Kleinigkeiten zu regeln - wie oft der Rasen gemäht wird sowie die Mietdauer für Möbel.

Die Mitglieder der DGHR haben sich zum Beispiel verpflichtet, einen Ehrenkodex einzuhalten. Dazu gehört, dass sie nicht wissentlich Baumängel verstecken. Außerdem verpflichten sich die Mitglieder, nur Objekte zu betreuen, deren Verschönerung nicht über ihre Qualifikationen hinausgeht.

Die Dienstleistung kann auch Teil des Auftrags an einen Makler sein. "Wir vermitteln nur gestagete Immobilien", erläutert Thomas Zabel, vom Immobilienverband Deutschland. Sein Büro nehme dafür einzelne Dienstleister wie Handwerker oder Einrichtungshäuser in Anspruch. Andere Makler arbeiten direkt mit Home-Stagern zusammen. Und wieder andere betreiben selbst Home-Staging als zweites Standbein.

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