Mittwoch, 26. Juni 2019

Möbel mit Wertzuwachs Liegen zum Anlegen

Möbel aus Auktionshäusern: Einrichten mit Echtheitsgarantie
Klas Förster

Nicht nur antike Tischlerkunst kann eine Wertanlage sein, sondern auch moderne Designmöbel. Ín Galerien und Auktionshäusern findet man garantiert echte Stücke - Second-Hand-Ware berühmter Entwürfe von Designern wie Charles Eames oder Arne Jacobson.

Berlin - Nicht nur Autos und Immobilien, auch Möbel können eine Wertanlage sein. Auktionshäuser und Designgalerien bieten Einrichtungsgegenstände, die deutlich wertstabiler sind als Produkte aus dem konventionellen Handel. Käufer sollten aber gute Kenntnisse mitbringen und der Beratung von Experten vertrauen. Denn der Markt ist unübersichtlich, und das Interesse an den Stücken steigt.

Das zeigt sich auch am Publikum: Auf der Messe "Design Miami Basel" tauchte im Dezember 2013 unverhofft der US-Star Kanye West auf. Der Rapper gilt als Sammler und Liebhaber modernen Designs. Er ist deshalb regelmäßig in Galerien, bei Auktionen oder Messen zu Gast - oft in Begleitung seines Musiker-Kollegen Pharrell Williams.

Aber nicht nur die Präsenz der Prominenten hat dem Markt für exklusive Einzelstücke und für historisches Design eine neue, bislang ungekannte Aufmerksamkeit in den Medien verschafft. Auch die dort mittlerweile erzielten Preise sorgen für Schlagzeilen: Eine unbequeme Liege aus Aluminium des australischen Designers Marc Newson erhielt beim Auktionshaus Phillips de Pury & Company im Jahr 2009 den Zuschlag bei 1,1 Millionen US-Dollar.

Das ist allerdings nur eine Seite des Marktes für Möbel mit Sammlerwert. In Auktionshäusern und Designgalerien kaufen nicht nur Stars und reiche Kunstliebhaber. "Bei uns gehen die Preise bei 200 bis 300 Euro los", sagt Askan Quittenbaum, Inhaber des gleichnamigen Auktionshauses in München. "Deshalb haben wir auch Kunden, die einfach einen Esstisch oder eine schöne Schreibtischlampe suchen."

Designikonen und Schnäppchen

Bei Quittenbaum im Angebot sind Designikonen von Arne Jacobson, seltene Leuchten des Italieners Gino Sarfatti, ebenso wie zeitgenössisches Design von Stefan Diez oder Sebastian Wrong. Bei den angebotenen Möbeln handelt es sich nicht nur um teure Sammlerstücke, sondern auch um Schnäppchen. Da die Möbel immer in Gebrauch waren, findet man beispielsweise "Soft Pad"-Stühle von Charles Eames zu einem deutlich günstigeren Preis als neu im Laden.

Als Grund für das gestiegene Interesse nennt der Galerist Hans-Peter Jochum aus Berlin den Wunsch der Kunden, sich individuell und exklusiv einzurichten. "Ich will mein Leben interessant gestalten, habe Lust und Freude dran, mich immer wieder neu zu erfinden und zu unterscheiden", beschreibt Jochum das Ansinnen seiner Kunden.

In den auf Design spezialisierten Auktionshäusern arbeiten Experten, die den Zustand der Stücke sorgfältig analysieren und bewerten. Der Käufer hat so die Gewissheit, dass die Möbel Qualitätsstandards genügen und einen gewissen Wert garantieren. "Wenn ein Käufer bei uns ein Möbel ersteigert, kann er das im besten Fall nach drei Wochen wieder verkaufen und bekommt dann sein Geld zurück", sagt Askan Quittenbaum. "Wartet er ein paar Jahre, kann es sogar sein, dass das Möbel das Doppelte oder Zehnfache des ursprünglichen Preises erzielt."

Neben Auktionshäusern sind Designgalerien eine Quelle für Einrichtungen abseits des konventionellen Handels. Hans-Peter Jochum betreibt in Berlin seit den frühen 80er Jahren eine solche Galerie für Möbel- und Leuchten-Design. Bei Jochum findet man vor allem seltene Einzelstücke. Im Programm sind immer mal wieder Möbel wie ein vom italienischen Architekten Franco Albini gestalteter Loungesessel.

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