Chefbüros von Nike, Daimler, Adidas und Co So sieht es in der Chefetage aus

"Vodafone schafft das Chefbüro ab", titelte vor nicht allzu langer Zeit die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". "Mein Büro ist mein iPhone und mein Notebook, mehr nicht. Ich habe keinen einzigen Aktenordner."  Die ungewöhnlichen Worte stammen von Hannes Ametsreiter, dem Deutschlandchef von Vodafone. Für vertrauliche Gespräche buche der Deutschlandchef von Vodafone ein Extrazimmer.

Hannes Ametsreiter verzichtet auf einen eigenen Büroraum

Hannes Ametsreiter verzichtet auf einen eigenen Büroraum

Foto: HEINZ-PETER BADER/ REUTERS

Ametsreiter dürfte mit seiner Entscheidung noch zu den Ausnahmen in der Unternehmenslandschaft gehören. Auch wenn Wissenschaftler schon seit einiger Zeit vorhersagen, dass es das Büro so wie es heute existiert in Zukunft nicht mehr geben wird. Die "Nomaden" von heute arbeiten überall, an jedem Ort - Technik sei Dank.

Und dennoch, auf einen festen Rückzugsraum mögen die wenigsten Lenker von Konzernen bislang verzichten. Aufgebrochen wird das starre Gefüge jedoch von der Start-up-Szene. So präsentiert Vorreiter Mark Zuckerberg seinen Schreibtisch mitten im Großraumbüro.

Doch so offen mögen es andere offenbar nicht. Bei unserer Umfrage für manager magazin Online sagen die meisten Konzerne ab. Keine Bilder aus der Chefetage, heißt es vielerorts. Einige wenige Ausnahmen gibt es dennoch. So zeigt Daimler-CEO Dieter Zetsche ein eher nüchtern eingerichtetes Büro, ähnlich schlicht geht es bei seinem Dax-Kollegen Herbert Hainer von Adidas zu. Dass es auch ganz anders aussehen kann, ist hingegen bei Nike-Chef Mark Parker zu sehen, der wohl in dieser Runde den außergewöhnlichsten Look präsentiert.

Schauen Sie hier, wie unterschiedlich die Büros in der Chefetage aussehen können.

Guten Tag, Herr Zetsche

Dieter Zetsche in seinem Büro

Dieter Zetsche in seinem Büro

Foto: Bloomberg / Getty Images

Es ist schon einige Zeit her, dass der CEO von Daimler der Presse einen Blick in sein Büro gewährte. Anno 2009 umgab den Lenker des Autokonzerns wenig Aufregendes. Schlichte Arbeitsatmosphäre herrscht vor, in Schwarzweiß, im Hintergrund ein kleiner Bonsai.

Der "Welt am Sonntag" hatte er einst einmal gesagt, er sei "kein Workaholic", wenn es nicht sein müsse verbringe er seine Zeit nicht bei der Arbeit. Wie oft Zetsche das schafft, ist von außen kaum zu beurteilen. Sein Vertrag zumindest wurde Anfang des Jahres um drei Jahre bis Ende 2019 verlängert.

Im Takt mit Mark Zuckerberg

Ganz anders sieht es bei Mark Zuckerberg aus. Der CEO von Facebook pflegt die Atmosphäre des Start-up-Gründers und zeigt großzügig Bilder aus seinem Büro, das nicht nur seines ist, sondern auch das seiner Mitarbeiter. In einem Film auf Youtube führt Zuckerberg die Zuschauer durch die Arbeitsräume. Ein eigenes Büro? Braucht er nicht. Niemand habe ein einzelnes Büro, erklärt er.

Auf seinem Schreibtisch im Großraumbüro liegen Bücher gestapelt, ein Modell eines Satelliten ziert den Tisch genauso wie ein großes Logo von Facebook. Seine Hauptarbeitszeit verbringe er bei Facebook jedoch im gläsernen Konferenzraum, ausgestattet mit Tisch und Sofaecke - je nach Geschmack nutzbar. Start-up-Atmosphäre, auch wenn sein Unternehmen schon längst den Kinderschuhen entwachsen ist.

Sportlich mit Adidas

Vorstandstisch von Herbert hHainer

Vorstandstisch von Herbert hHainer

Foto: adidas group

Von der lockeren Atmosphäre bei Facebook ist bei Adidas nicht viel zu finden - zumindest beim einfachen Blick ins Büro von CEO Herbert Hainer. Völlig auf seine Arbeit konzentriert kann man sich hier den Lenker des Dax-Konzerns an seinem Schreibtisch sitzend vorstellen. Ablenkung = Null.

Warum so wenig persönliche Dinge zu sehen sind, fragt man sich. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Manager die meiste Zeit durch die Welt jetten und tatsächlich nur wenig Zeit in ihrem Büro verbringen. Allerdings, wenn das so wäre, dürfte das nicht für Mark Parker gelten.

Buntes von Nike

Vielleicht hat Nike-Chef Mark Paker so etwas wie eine Sammelwut, auf jeden Fall dekoriert er gerne und umgibt sich mit Dingen, die ihm wichtig zu sein scheinen. Anders kann man sich die Ausstattung seines Büros kaum erklären. Hervorzuheben ist, wie offen der Chairmen, President und CEO von Nike damit umgeht. Gefunden haben wir den Blick in sein Büro in seinem Facebook-Account. Dort hat er einen Artikel aus dem "Wall Street Journal" gepostet.

Mark Parker ist seit 2006 CEO von Nike. 1979 kam als einer der ersten Schuhdesigner zu dem Sportartikelkonzern. Zu Nike gehören mittlerweile auch Marken wie Converse und Hurley International. Parker hat gerade zusätzlich zum Vorstandsvorsitz auch das Amt des Verwaltungsratschefs von Nike übernommen, das Nike-Mitbegründer Phil Knight just niedergelegt hat.

Elon Musk at Home

Tausendsassa Elon Musk scheint an etwas Neuem zu arbeiten. Neben vielen anderen Einträgen zeigt er sich auf Facebook auch an seinem Schreibtisch - konzentriert arbeitend. Vielleicht kontrolliert er gerade den Wert seiner Unternehmungen - ob vom Raumschiff bis zum Elektroauto. Es bleibt sein Geheimnis.

Musk baute den Bezahldienst Paypal mit auf, gründete Unternehmen wie Tesla Motors, Space X, Solarcity und Hyperloop. Umstritten war zuletzt die Übernahme von Solarcity durch Tesla. Bei der Vorlage der jüngste Zahlen des Elektro-Autobauers stand übrigens ein dickes Minus davor.

Wertstabil mit Rummenigge

Vergangene Woche noch läutete Karl-Heinz Rummenigge die Börsenglocke an der Wall Street. Normalerweise ist das Managern vorbehalten, die ihr Unternehmen an die Börse bringen. Nicht so bei Rummenigge.

Rummennigge an der Wall Street

Rummennigge an der Wall Street

Foto: Alexandra Beier/ Bongarts/Getty Images

Der FC-Bayern-Chef hatte kurz zuvor einen lukrativen Sponsoring-Deal mit einem Computerspieleentwickler bekanntgegeben. Danach läutete er dann zusammen mit Jerome Boateng und SAP-CFO Luka Mucic die NYSE-Glocke um für ein Testspiel im Rahmen des International Champions Cup in New York zu werben. Bayern München spielte gegen Real Madrid - und verlor.

Zu Hause in Bayern sieht dann alles weniger aufregend aus. Hier legt der Sportmanager offenbar mehr Wert auf Gediegenes. Dunkle Holzmöbel und Wandvertäfelung unterstreichen die bodenständige Arbeitsweise des Profis.

Ein Fall für Zalando

Vorstandsmitglieder von Zalando

Vorstandsmitglieder von Zalando

Foto: Zalando

Vor einigen Tagen haben die drei Vorstandsmitglieder Rubin Ritter, David Schneider und Robert Gentz (von links) mit der Vorlage ihrer Quartalszahlen Analysten überrascht. Trotz schwierigen Umfelds konnten die drei Vorstände auf ein wachsendes Geschäft verweisen. Umsatz und Profitabilität des Rocket Internet-Ablegers hätten sich verbessert, hieß es.

Im Büro zeigen sich die drei Gründer als eine Einheit. Eng sitzen sie zusammen und steuern von dort die Modegeschäfte ihres Europa-Unternehmens.