Montag, 15. Juli 2019

Business-Knigge Imagefalle Overload

3. Teil: Überdesignte Kleidung

Andrew Kelly/ REUTERS

Modedesigner ist längst kein Berufsbild mehr - heute übernehmen Influencer den Job. Da die sozial-mediale Wahrnehmung aber kaum über die Kunst des Weglassens funktioniert, haben viele Kollektionen zunehmend mehr Elemente, die den Blick überfordern bis das nach einem Fokus suchende Auge ermüdet resigniert. Ein wunderschöner Gegenstand inszeniert in einem sonst leeren weißen Raum? Das wird heute immer mehr zur Design-Utopie, denn jedes Detail will gesehen werden.

Puristische Eleganz ist rar geworden. Wie bei einem Yoga-Retreat aber ist die Besinnung auf das, was einen wirklich ausmacht und was sich lohnt gesehen zu werden, der wirksame Weg, um auch als Mensch wahrgenommen zu werden. Eine Überladung an Hinguckern wirkt dem eher entgegen. Mehr Mut zum eigenen Profil unabhängig von allgemeinen Moden lautet die Botschaft.

Zugekleisterte Gesichter

Getty Images

Makelloses Aussehen, perfekte Deckkraft, lange Haftbarkeit, ebenmäßiger und strahlender Teint. Aktuell wird die wasserfeste Ebenmäßigkeit groß geschrieben.

Günstige Marken der Dekorativen Kosmetik haben den Markt demokratisiert. Das Problem bei niedrig-preisigen Produkten ist nur, dass man sie freizügiger anwendet. Zwar wird der Hinweis "ohne Maskeneffekt" auf so mancher Tube mitverkauft, dennoch endet die eine oder andere Verbraucherin im Schwung des Trends mit einem flächigen Look, der die charakteristischen Konturen des Gesichts kaum erahnen lässt. Und obwohl ich ein großer Freund von gut gemachter Maquillage bin, ist gerade bei der Grundierung des Gesichts weniger manchmal mehr.

Es gibt noch viel mehr Szenarien, denen ein klarer Blick und eine Diät gut tun würden. Damit wir wieder mehr sehen, worum es eigentlich geht.

Was fällt Ihnen in Ihrem Umfeld auf, das etwas mehr Leichtigkeit vertragen könnte?

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