Donnerstag, 19. September 2019

Business-Knigge Imagefalle Overload

2. Teil: Überdekoriertes Essen

Heute reicht es nicht mehr, beste Zutaten in bester Verarbeitung zu servieren. Im Zeitalter der Kochsendungen und Promi-Dinner wird auch beim kleinsten Nahrungsangebot dekoriert, was das Zeug hält: Prosecco mit schimmernden Goldplättchen, Blüten und Blätter auf dem Essen, Karamellfäden auf salzigen Speisen und das alles in Miniatur-Präsentationen. Bonsai-artige Portionen werden ausstaffiert wie früher in den 80er Jahren die Blumensträuße - mit viel Schleierkraut. Kaum etwas, das nicht "Bio", "Besonders" oder von einem anderen kulinarischen Stern ist und explosive Geschmackserlebnisse verspricht.

Nur der hungrige Magen, der nach einem langen Arbeitstag etwas Nahrung vertragen könnte, wird fast nervös angesichts der langen Zubereitungszeit, die es allein für die Dekoration braucht.

Musik zu laut - Raum zu groß

Getty Images/PhotoAlto

Erst kürzlich war ich bei einer High-Class-Netzwerkveranstaltung in erlesener Location, deren Räume so hoch und so leer waren, dass jeder Ton durch den Raum hallte. In hohen Räumen ohne jegliche Textilien, die ja als old fashioned gelten, multipliziert sich aber die akustische Wirkung und führt dazu, dass sich die Lautstärke hochschaukelt, weil jeder versucht, im Stimmengewirr noch gehört zu werden. Am Ende brachte der Event nicht, was er wollte - nämlich Menschen in angenehmer Atmosphäre zusammen zu bringen.

Die Lautstärkeregelung wird auch bei Hintergrundmusik zur Herausforderung - wenn sie nämlich so laut wird, dass sich alle Gäste nur noch anschreien. Dann wird, was für Stimmung sorgen sollte, zum echten Störfaktor. Meistens sind es die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen.

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