Montag, 21. Oktober 2019

Business-Knigge für die Erkältungszeit Die Virenschleuder in meinem Büro

4. Teil: Husten, Niesen und Geräuschkulisse

Sie sollten immer Papiertaschentücher dabei haben. Das ist das Mindeste.

Das ausbleibende Handreichen basiert auf der Annahme, dass Menschen beim Niesen die Hand vor das Gesicht halten. Manche Knigge-Trainer befürworten das auch, weil sie argumentieren, dass man die Hand schneller waschen kann als den Ärmel. Der vorgehaltene Ellenbogen ist dennoch die bessere Lösung, weil Textil besser "schluckt" als die bare Hand und wie bei einem Teppich im Raum auch schalldämmend wirkt.

Man hat es sich tatsächlich schnell angewöhnt, in die Armbeuge zu niesen, husten oder zu gähnen, und fängt auf diese Weise neben dem viralen Sprühnebel auch das Geräusch besser ab. Inzwischen bitten auch Konzertveranstalter darum, das unausweichliche Husten in einer Klangpause hinter vorgehaltenem Taschentuch (das in dem Fall einem Textil gleich kommt) zu tun.

Stilvoll ist es demnach, Taschentücher überhaupt bei sich zu haben. Nehmen wir mal an, Sie besorgen sich einen kleinen Vorrat am Urlaubsort und packen statt schnöder Taschentücher spanische Panuelos, französische Mouchoirs oder britische Tissues aus, dann bekommen Sie mit jedem Niesen noch einen Urlaubsgruß. Und es ist auch höflich, sich bei heftigem Schneuzen in einer Runde von Menschen leicht abzuwenden.

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