Business-Knigge für Autofahrer Wie der Firmenwagen zum Image-Turbo wird

Von Katharina Starlay
Firmenwagen: Sauber sollten sie sein, und die Mitarbeiter darin extrem freundlich - das zahlt aufs Image ein

Firmenwagen: Sauber sollten sie sein, und die Mitarbeiter darin extrem freundlich - das zahlt aufs Image ein

Foto: Daimler
Katharina Starlay
Foto: Antje Kern

Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt erschienen: Erfolgreich über 50: Stilvoll älter werden  ) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de .

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Beschriftete Firmenautos sind eine wahre Quelle der Begegnungen mit bestehenden und potenziellen Kunden.

Im besten Fall spricht sich herum, dass eine Firma sympathische, höfliche und faire Verkehrsteilnehmer auf die Straße schickt - was auf ihr Image wieder reflektiert. Im schlimmsten Fall wird die Flotte zum fahrenden Image-Schaden. Übrigens nicht nur eine beschriftete: In Regionen, die von einem großen Arbeitgeber dominiert werden, wird das Städte-Kennzeichen schnell zum Synonym für die Marke.

Höflichkeit allein ist es aber nicht - sondern die Haltung dahinter, auch auf der Straße. Fehlverhalten im fahrenden Dialog ist nämlich kein Kavaliersdelikt. Es ist imagewirksam. Genauso wie Mitarbeiter in Dienstkleidung.

Was lohnt, im Gespräch mit Teams und Kollegen ins Visier zu nehmen?

Höflichkeit an der Ampel und am Zebrastreifen

Höflichkeit: Am Zebrastreifen sollten Sie allen Fußgängern den Vortritt lassen - auch wenn sie auf Pfoten kommen

Höflichkeit: Am Zebrastreifen sollten Sie allen Fußgängern den Vortritt lassen - auch wenn sie auf Pfoten kommen

Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Die erwähnte Höflichkeit, die sich vom aristokratischen Hofe ableitet, enthält viele Gesten, die heute gar nicht mehr dienerisch wirken, sondern einfach nur menschlich: Ein Handzeichen, wenn einen jemand einscheren lässt oder den anderen unabsichtlich genötigt hat. Ein Lächeln an der Ampel, das keine "Anmache" ist. Ein Zebrastreifen, an dem man hält.

So selbstverständlich, wie es die Verkehrsregeln vorgeben, ist das nämlich keineswegs: Neulich bedankte sich eine gehbehinderte Frau bei mir, der ich die Tür aufhielt, und betonte, "es sei selten". Höflichkeit bedeutet, den anderen zu sehen.

Sicherheitsabstand halten

Drängler mag niemand. Und wenn nach dem Überholen dann noch Ihr Firmenaufdruck sichtbar wird, ist der Imageschaden komplett.

Drängler mag niemand. Und wenn nach dem Überholen dann noch Ihr Firmenaufdruck sichtbar wird, ist der Imageschaden komplett.

Foto: DPA

Obwohl die Auswahl des Herstellers der Flotte ein Statement an sich sein kann, soll es hier nicht darum gehen. Manche Autofahrer bestätigen aber Vorurteile gegenüber der Automarke, die mit gefährlichen Gewohnheiten zu tun haben. Bei hohem Tempo bleibt Dichte gefährlich.

Wer Markenbotschafter seiner Firma sein will, drängelt einfach nicht. Wer will schon einen potenziellen Kunden über den Haufen fahren?

Tempolimits respektieren

Meist steht ja nur ein Schild am Straßenrand. Das sollte Ihnen aber reichen.

Meist steht ja nur ein Schild am Straßenrand. Das sollte Ihnen aber reichen.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Hinter fast jedem Verkehrsschild steht eine Geschichte, ein Unfall zum Beispiel. Und während es auch nicht elegant ist, für den Arbeitgeber Knöllchen einzusammeln, hat das Einhalten von Tempolimits auch mit dem Respekt vor Leuten zu tun, die in diesem Gebiet wohnen - auch vor der eigenen Person, falls man selbst dort wohnt.

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