Multikulturelle Fettnäpfchen International unterwegs? Darauf müssen Sie achten

Von Katharina Starlay
Andere Länder, andere Sitten: Königinnengemahl Prinz Philip (links) gilt als König der Fettnäpfen und hat sich im Ausland immer wieder in die Nesseln gesetzt. Einen australischen Ureinwohner fragte er einmal interessiert: "Werfen Sie immer noch mit Speeren aufeinander?"

Andere Länder, andere Sitten: Königinnengemahl Prinz Philip (links) gilt als König der Fettnäpfen und hat sich im Ausland immer wieder in die Nesseln gesetzt. Einen australischen Ureinwohner fragte er einmal interessiert: "Werfen Sie immer noch mit Speeren aufeinander?"

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Katharina Starlay
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Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt erschienen: Erfolgreich über 50: Stilvoll älter werden  ) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de .

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Anfang der 70er Jahre entstand ein Beruf, der heute kultig ist, so zeitgemäß wie nie: Die Profession der "Schweizermacher". In einem Land, das auf Innovation, Intelligenz und Know-how aus anderen Ländern setzte, war Integration normal. Und dafür gab es besagte Profis. Wer aber macht nun uns international - und welches sind die Hürden in einem immer internationaler werdenden täglichen Umgang? Mit der Internationalisierung erhöht sich nämlich nicht die Zahl der Länder, in denen wir uns zuhause wähnen, sondern eher die Zahl der potenziellen Fettnäpfchen.

Die professionellen Integrateure kümmerten sich um Wohnung sowie bürokratische Behördengänge und waren Meister darin, die Kultur des neuen Landes zu vermitteln. Heute läuft das vielfach ehrenamtlich. Kultureller Umgang ist aber keine Einbahnstraße, und umgekehrt sollten wir uns auch ohne das Land zu wechseln mehr denn je fragen, welche Themen in der Kommunikation mit anderen Kulturen im Weg stehen können. Warum fragen wir nicht einmal unsere Geschäftspartner, neuen Nachbarn oder Kollegen, wie es bei ihnen so läuft - da, wo sie herkommen?

Es beginnt damit, dass in großen Teilen der Welt wie Südamerika, Asien oder auch Südeuropa indirekt kommuniziert wird. Deutsche aber kommunizieren direkt. Wo der Dialog in anderen Ländern also ritualisiert wird, kommt man hierzulande gerne auf den Punkt, am liebsten schon im ersten Satz. Diese für Effizienz gehaltene Eigenheit kann im Austausch mit internationalen Gesprächspartnern aber für Irritationen sorgen und als unhöflich empfunden werden.

Wie bewegen wir uns inmitten der Kulturen? Welche Gesten im Alltag haben unsere sensible Aufmerksamkeit verdient?

1. Anrede

Heute begegnen uns Leute, die unsere Sprache lupenrein beherrschen und Namen tragen, die wir selbst nicht aussprechen können. Im multi-kulturellen Umgang sind viele Namen noch dazu mehrteilig, und in einer unbekannten Landesprache ist oft nicht zu erkennen, ob der mittlere Name zum Vornamen oder zum Nachnamen gehört.

Es ist ein bisschen wie mit Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah, der Figur aus den Winnetou-Büchern von Karl May. Und vollends schwierig wird es im asiatischen Raum, wo der Nachname vor dem Vornamen kommt - aber andererseits die Leute oft im Umgang mit westlichen Geschäftspartnern ihre Namen von sich aus zuvorkommend umstellen. Was ist also richtig?

Fragen Sie am besten, wie Sie jemanden anreden und anschreiben dürfen, bevor Sie sich in der folgenden Korrespondenz oder in den sozialen Medien blamieren und sich entschuldigen müssen. Und bringen Sie in Erfahrung, wie der Name ausgesprochen wird!

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Business-Knigge: Erfolgreich unterwegs in den Golfstaaten

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Sprache: Lächeln ist international

Sprache: Manche Leute fangen an, Englisch zu sprechen, sobald sie jemandem aus einem anderen Kulturkreis begegnen. Das kann auch peinlich werden. Das erwähnte Gegenüber mit lupenreinem Hochdeutsch würde sich vermutlich amüsieren.

Wenn Sie also niemand einander vorstellt, bieten Sie am besten das eigene Repertoire an Sprachen an und bedienen sich der kürzesten Sprache zwischen Menschen: dem Lächeln.

Distanz: Wie nah wollen wir einander sein?

Der Wohlfühl-Abstand von einer Armlänge ist nicht in allen Kulturen gesetzt. Zum Beispiel halten es Italiener ganz anders mit dem physischen Kontakt und der Häufigkeit des Anfassens. Auch die Länge und Intensität von Blickkontakten kann sehr unterschiedlich interpretiert werden und zu Missverständnissen führen.

Die große Vielfalt an Möglichkeiten und die Abwesenheit von allgemeingültigen "Rezepten" verlangt uns ab, dass wir immer wieder neu erspüren, wem wir wie nah kommen dürfen.

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Business-Knigge: Erfolgreich unterwegs in Afrika

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Dominanz: Entscheider können auch im Hintergrund sitzen

Es soll schon vorgekommen sein, dass ganze Teams eine Präsentation vor einer Runde von mehreren Zuhörern nur für den einen gehalten haben, der als Gastgeber tonangebend schien. Der Entscheider aber war ein ganz anderer - unauffällig im Hintergrund.

Die indirekte Kommunikation braucht nicht immer im Vordergrund zu stehen. Wer versteht, dass Bedeutung nicht mit Dominanz verbunden sein muss, kann seinen Blick für das ganze Publikum öffnen und damit Sympathien gewinnen.

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Business-Knigge: Erfolgreich unterwegs in China

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Bräuche: Rituale kennen und achten

Sitten und Gebräuche bleiben nicht zurück, wenn jemand reist. In England beispielsweise wird nicht gedrängelt. Schlange stehen gehört dort zur Basiskultur.

Das höfliche Queuing-up ist also keineswegs "nice to have", sondern einfach an der Tagesordnung. Diese Rituale zu kennen und zu achten, gehört zu jeder guten Reisevorbereitung.

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Business-Knigge: Erfolgreich unterwegs in Russland

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Dresscode: Im Zweifel formeller

Wenn er in vielen Deutschen Unternehmen lockerer wird, kann das für Betrachter aus anderen Ländern noch immer befremdend sein.

Im Umgang mit internationalen Geschäftspartnern kann ein formeller Auftritt daher die bessere Entscheidung sein. Genauso wie bei Hochsommerhitze weniger Haut zu zeigen: Denn während wir bei Wärme Kleidung ablegen, ist es in heißen Ländern üblich, sich durch mehr Stoff vor der Hitze zu schützen.

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